Handlungsfähigkeit im Krisenfall openDesk als Notfallarbeitsplatz

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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In einem Pilotprojekt wird cloudbasierte Kommunikation für den Krisenfall getestet. Die Deutsche Rentenversicherung Bund und weitere Partner erproben darin eine souveräne Arbeitsplatzlösung, die sämtliche Bereiche des Arbeitsalltags abdeckt.

Damit die Sozialversicherungen im Ernstfall nicht wieder zurück zu Umlaufmappen und Stempeln müssen, erproben sie derzeit Open-Source-Alternativen.(Bild: ©  Pulwey - stock.adobe.com)
Damit die Sozialversicherungen im Ernstfall nicht wieder zurück zu Umlaufmappen und Stempeln müssen, erproben sie derzeit Open-Source-Alternativen.
(Bild: © Pulwey - stock.adobe.com)

Die digitale Arbeitsfähigkeit von Behörden ist zur kritischen Infrastruktur geworden. Was passiert aber, wenn bestehende IT-Systeme ausfallen oder kompromittiert werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das neue Pilotprojekt „Cloudbasierte Kommunikation im Krisenfall (CKKI)“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Von Januar bis April 2026 testen die Deutsche Rentenversicherung Bund und weitere Sozialversicherer die Office- und Kollaborationssuite openDesk als Notfallarbeitsplatz.

Souveräne Alternative auf Open-Source-Basis

openDesk stammt aus dem Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) und ist eine digitale Arbeitsplatzlösung auf Open-Source-Basis. Die browserbasierte Suite umfasst dabei alle klassischen Funktionen eines modernen Büroarbeitsplatzes. Dazu zählen ein E-Mail-Client, ein Kalender, ein Aufgaben- und Projektmanagement, diverse Video- und Chatfunktionen sowie Notizen- und Wissensdatenbanken. Der Clou an der Sache ist, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jederzeit und von überall aus über ein sicheres Login anmelden und gemeinsam arbeiten können; auch wenn die primären Systeme ausfallen.

Im Rahmen des Pilotprojekts werden vier openDesk-Instanzen für die Deutsche Rentenversicherung Bund, die Bundesagentur für Arbeit, die BITMARCK Holding GmbH und die BG-Phoenics GmbH installiert. In verschiedenen Szenarien erproben die Beteiligten innerhalb der Instanzen die Interoperabilität und Konnektivität unterschiedlicher Cloudinfrastrukturen. „openDesk beweist sich auch in Extremsituationen als zuverlässige Arbeitsplatzlösung. Die Flexibilität unserer Lösung führt dazu, dass der Betrieb kritischer Infrastruktur auch im Krisenfall unterstützt wird“, erklärt Alexander Pockrandt, Geschäftsführer des ZenDiS.

Das ZenDiS steuert das Projekt und setzt es gemeinsam mit den Verbundpartnern IONOS, STACKIT und T-Systems um. Die beteiligten Sozialversicherer bringen ihre praktischen Anforderungen ein und testen die Lösung unter realistischen Bedingungen. Digitale Dienste seien neben Wasser, Strom und Verkehrswegen ebenfalls zu einer kritischen Infrastruktur geworden, heißt es aus dem Projektteam. Entsprechend wichtig sei die Vorbereitung auf Krisenszenarien.

Erkenntnisse fließen in europäische Initiative

Die Projektbeteiligten planen bereits die Skalierung. Die Erkenntnisse aus dem viermonatigen Piloten sollen direkt in die 8ra-Initiative einfließen. Diese hat zum Ziel, eine sichere und souveräne Cloud- und Edge-Infrastruktur in Europa aufzubauen, in der verschiedene Anbieter problemlos zusammenarbeiten können.

Harald Joos, Cloudbeauftragter der Deutschen Rentenversicherung Bund, betont die doppelte Zielsetzung: „Mit dem Einsatz von openDesk erhöhen wir unsere Resilienz und stärken gleichzeitig die Digitale Souveränität. Zugleich zeigen wir unseren europäischen Partnern, dass souveräne Cloud-Infrastruktur auch auf EU-Ebene erfolgreich eingesetzt werden kann.“

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