Ein Wasserfall wird immer eine touristische Attraktion bleiben. Als Vorgehensmodell für IT-Projekte hat er aber so langsam ausgedient. Die heutige (IT-)Projektwelt ist vor allem eines: dynamisch. Rahmenbedingungen ändern sich rasch, neue Gesetze müssen schnell in der IT umgesetzt werden. Um dieser Dynamik zu entsprechen, haben sich in der Industrie, aber zunehmend auch in der Verwaltung agile Vorgehensmodelle wie SCRUM und SAFe® als Alternativen zu klassischen Methoden entwickelt. Teams können dadurch flexibler auf Veränderungen reagieren, gehen gleichzeitig äußerst zielorientiert vor: Sie arbeiten in relativ kurzen Projektzyklen, sogenannten Sprints, und können ihre Produkte schneller ausliefern oder Zwischenergebnisse zeigen.
Besonders gut lassen sich agile Vorgehensmodelle mit Low-Code-Plattformen (siehe Punkt 3) verbinden. Denn oft können schon Zwischenergebnisse als vollwertige Software genutzt werden. Gerade für die öffentliche Verwaltung interessant: Die neuen Vorgehensmodelle sind auch kompatibel mit dem Vergabe- und Haushaltsrecht. So ermöglichen sogenannte „Agile Festpreisprojekte“ haushälterische Planungssicherheit und Qualitätskontrolle.
Erfolgsfaktor 5: Souveräne, skalierbare und sichere Plattformen einsetzen
Modernisierte oder neu entwickelte Plattformen, Softwarekomponenten und Fachverfahren werden zukünftig immer unabhängiger von der darunterliegenden Betriebsinfrastruktur, also Betriebssystem und Hardware. Möglich macht es die bereits angesprochene Containerisierung: Die Container enthalten alles, was für den Betrieb der jeweiligen Lösung erforderlich ist, zum Beispiel Frameworks.
Ist es also egal, welche Infrastruktur die öffentliche Verwaltung in Deutschland nutzt? Maßstab wird hier immer der hochsichere Betrieb in eigenen Rechenzentren sein. Mit der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie (DVS) ist der strategisch richtige Weg eingeschlagen: Nämlich die bestehende, verwaltungseigene Infrastruktur interoperabel und kompatibel auszurichten, um sie miteinander zu vernetzen.
Darüber hinaus stellt eine umfassende Standardisierung sicher, dass die Zusammenarbeit mit verwaltungsexternen IT-Dienstleistern sicher und unter Beachtung der Souveränität erfolgen kann. So kann die Verwaltung bereits jetzt hochverfügbare und skalierbare Betriebsarchitekturen schaffen, durch die sich eigene Infrastruktur und externe IT-Ressourcen sicher im hybriden Betrieb kombinieren lassen.
Erfolgsfaktor 6: Standards nutzen und von Innovationen profitieren
Schon 1989 hat die deutsche Verwaltung eine Leitstelle für Protokollstandards (Online Services Computer Interface, OSCI) aufgebaut, 2011 ist daraus die Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) hervorgegangen. Für Ende-zu-Ende-Prozesse ohne Medienbrüche bilden solche Standards die Grundlage. Auch beim weiteren Ausbau der Digitalisierung ist es wichtig, auf die deutschen Standards aufzubauen – sie aber falls nötig auch durch internationale Industriestandards zu ergänzen. Darüber hinaus muss die deutsche Verwaltung künftig weiterhin offen für Innovationen wie neue Technologien sein. Durch automatisierte Analysen und Entscheidungsvorlagen auf KI-Basis lassen sich Verwaltungsprozesse unterstützen und beschleunigen; eine wichtige Komponente, um dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel zu begegnen. Bürger:innen und Wirtschaft erhalten wiederum die vielfach eingeforderte Beschleunigung von Verwaltungsprozessen.
Mitunter lohnt sich in diesem Zusammenhang auch ein Blick auf bereits etablierte Technologien in der Wirtschaft – etwa SSI-Wallets (Self-Sovereign Identity), also virtuelle Brieftaschen, mit denen die Menschen ihre digitalen Identitätsdaten selbstständig verwalten können. Auch in Zukunftsvisionen wie dem Metaverse können konkrete Anwendungsfälle für die öffentliche Verwaltung stecken – und könnten zum Beispiel den virtuellen Behördengang zur buchstäblichen Realität machen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Fazit: Digitalisierung ist kein 100-Meter-Lauf
Die Verwaltungsdigitalisierung ist eine umfangreiche Aufgabe, alle Beteiligten stehen vor Herausforderungen. Aber angesichts der beschriebenen, praxiserprobten Erfolgsfaktoren kann und wird sie weiter erfolgreich voranschreiten. Kreative Ideen zur Budgetierung müssen gesucht und gefunden und die Zusammenarbeit über die Ebenen-Grenzen hinweg sollte zum Standard werden. Einen langen Atem werden die Verantwortlichen im IT-Planungsrat im engen Schulterschluss mit den Kommunen sowie den IT-Dienstleistern sicher haben müssen. Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ist eben kein 100-Meter-Lauf – aber auch ein Marathon lässt sich mit Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit erfolgreich meistern.
Dipl. Kaufmann Jürgen Breithaupt Tribe Head Digitale Verwaltung / OZG, Deutsche Telekom