Simulationen für den Public Sector: ein ÖFIT-Impuls

„Nutzt den Hype um Digitale Zwillinge“

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Frag den KI-Assistenten

Nur, wie sollen einzelne Behörden und Verwaltungen Simulationen konzipieren und technisch umsetzen? Diesen praktischen Aspekten widmen die Autoren ein extra Kapitel und untersuchen insbesondere, wie KI-Assistenten unterstützen können. Ausgangspunkt: Für aussagekräftige Simulationen braucht es sowohl Fach- als auch und Simulationsexpertise. Wenn nun, wie vorgeschlagen, Fachkräfte aus der Verwaltung selbst zur Erstellung von Simulationen befähigt werden sollen, brauchen diese neben einem Grundverständnis zu Ansatz und Entwurf von Simulationen auch die technischen Mittel. Entsprechende Software ist auch verfügbar, doch ist nicht davon auszugehen, dass alle Verwaltungsfachleute auch programmieren können – hier kommt die KI ins Spiel. Die Autoren haben vier frei verfügbaren Chatbots getestet und ihre Erfahrungen zusammengefasst:

  • Eine erste, bereits lauffähige Simulation konnte auf Basis einer umgangssprachlichen Beschreibung (mit ChatGPT) sehr einfach erstellt werden;
  • lauffähige, als nützlich erkannte Simulationen lassen sich mit der KI-Programmierhilfe einfach erweitern;
  • die impliziten Annahmen der Chatbots ersparen Arbeit und machen auch Unklarheiten in der Konzeption deutlich.

Gleichwohl müssten auch beim Programmieren mit Chatbots wesentliche Konzepte und Strukturen bekannt sein, um die Codes beurteilen und Fehler finden zu können.

Handlungsempfehlungen

Welche Empfehlungen ergeben sich nun für die Verwaltungen?

  • Sowohl das iterative Vorgehen als auch die Nutzung frei verfügbarer Simulationstools und KI-Unterstützung haben sich aus Sicht der Autoren bewährt.
  • Weiter schreiben sie: „Agentenbasierte soziale Simulationen leben von Annahmen, Vereinfachungen und dem Mut zur Lücke“. Deshalb sollten nicht nur die Ergebnisse der Simulation, sondern der komplette Prozess von der Zielsetzung bis zur Implementierung veröffentlicht werden, als Basis für Verbesserungen und Ko-Kreation.
  • Sozialsimulationen garantieren keine absoluten Aussagen, sie können aber Grundlage für eine strukturierte Diskussion dienen, weil Annahmen und auch Vereinfachungen explizit gemacht werden. Auch Limitationen sollten klar formuliert werden. Simulationsentwicklung könne zudem auch als Reflexionsinstrument für eigene (implizite) Annahmen gesehen werden.
  • Ein explizierter Aufruf der Autoren lautet: „Nutzt den Hype um Digitale Zwillinge“: Diese virtuellen Abbilder physischer Objekte oder Prozesse böten die ideale Grundlage für Simulationen, und mit dem verstärkten Interesse an Digitalen Zwillingen eröffne sich die Chance, auch Simulationen stärker in die Arbeit von Behörden zu integrieren.
  • Und zu guter Letzt heißt es: „Schafft Räume zum Experimentieren als Antrieb für Innovation.“

Der ÖFIT-Impuls

„Wirkungen verstehen und nutzen: Agentenbasierte Simulationen für den öffentlichen Sektor“ wurde von Jan Dennis Gumz, Jens Tiemann, Dorian Wachsmann und Mike Weber erarbeitet und ist auf der ÖFIT-Website abrufbar. Die Modellierungen, KI-Dialoge und Simulationsprogramme aus dem Projekt können (nach Anmeldung) auf derWebsite des Instituts eingesehen werden

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