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BAföG-Verwaltungsaufwand kostet dreistelligen Millionenbetrag
Die Stellungnahme zeigt, dass sich der Aufwand im Jahre 2002 auf 11,2 Millionen Euro belief. Eine andere Anfrage aus dem Jahre 2005 besagt, dass das Land Baden-Württemberg mit den Studentenwerken eine Vereinbarung getroffen hat, nach welcher für jeden Förderantrag eine Pauschale von 170 Euro anfällt.
Diese Pauschale umfasst sowohl Personal-, als auch Materielaufwand jedoch keine Mietaufwendungen für die IT sowie Programmentwicklung und -pflege.
Versucht man nun, diese Zahlen auf den Bund und auf das Jahr 2011 hochzurechnen, so entsteht eine gewaltige Summe. Stellt man nun die geleisteten Zahlungen des Jahres 2011 gegenüber – es sind immerhin 3,18 Milliarden Euro – sieht man, dass noch einiges an der Bürokratiekosten-Schraube gedreht werden muss. Zumal es in Deutschland derzeit ca. 190 verschiedene BAföG-Ämter gibt. Die drei erwähnten Länder gehen hier den richtigen Weg.
BAföG ist nach den Eltern auf Platz zwei der wichtigsten Geldquellen für Studenten. Umso wichtiger ist es, dass das Geld pünktlich ausgezahlt wird und die Anträge schnell bearbeitet werden. „Vor allem die zeitnahe Gewährung der finanziellen Leistung ist für die Studierenden existentiell“, betont Franz Schoser vom Nationalen Normenkontrollrat. Die Ämter brauchen laut Normenkontrollrat manchmal bis zu einem halben Jahr, um die Anträge zu bearbeiten.
Natürlich ist das nicht allein die Schuld der BAföG-Ämter – gerade einmal einer von 50 Studenten reicht seinen Antrag vollständig, korrekt und mit allen erforderlichen Nachweisen ein. Die Erkennung der Unvollständigkeit, die Benachrichtigung des Antragstellers und die Nachbesserung rauben viel Zeit.
Der Nationale Normenkontrollrat (NKR) hatte vor zwei Jahren das Projekt „Einfacher zum Studierenden-BAföG“ auf den Weg gebracht und gemeinsam mit der Bundesregierung und acht Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen) sowie 14 Ämtern für Ausbildungsförderung mithilfe des Statistischen Bundesamtes untersucht, wie Studierende einfacher und schneller an ihr Geld kommen können. Ergebnis der Studie war eine Reihe von wichtigen Verbesserungsvorschlägen (z.B. der Online- Antrag).
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