BAföG Digital Fax to the future?

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Mitten im Semester ist das zentrale Online-Portal für Ausbildungsförderung nicht erreichbar. Studierende müssen auf E-Mail und Post ausweichen. Auch analoge Dinosaurier wie das Fax können teilweise zu Lebensrettern werden.

Ohne ein finanzstarkes Elternhaus im Rücken sind viele Studentinnen und Studenten auf Minijobs und Unterstützung in Form des BAföGs angewiesen. Wird die Frist zur Beantragung überschritten, kann eine Fortzahlung nicht garantiert werden. (Bild: ©  Stockfotos-MG - stock.adobe.com)
Ohne ein finanzstarkes Elternhaus im Rücken sind viele Studentinnen und Studenten auf Minijobs und Unterstützung in Form des BAföGs angewiesen. Wird die Frist zur Beantragung überschritten, kann eine Fortzahlung nicht garantiert werden.
(Bild: © Stockfotos-MG - stock.adobe.com)

Es könnte so einfach sein: Antrag online stellen, Dokumente hochladen, Status verfolgen – fertig. Die Realität sieht anders aus. Vom 7. bis voraussichtlich 26. Januar 2026 ist BAföG Digital, das zentrale Online-Portal für die elektronische Antragstellung von Ausbildungsförderung, bundesweit nicht erreichbar. Fast drei Wochen Wartungsmodus, mitten im Semester. Wer in dieser Zeit einen Antrag stellen oder Unterlagen nachreichen muss, bekommt eine Fehlermeldung.

Rückschritt in die analoge Ära

Der Ausfall trifft rund 612.800 BAföG-Beziehende, auch wenn diese Zahlen seit Jahren rückläufig sind. Die Studierendenwerke empfehlen als Notlösung die Einreichung per E-Mail inklusive der Förderungsnummer im Betreff. Per Post gehe dies natürlich auch. Einige Studierendenwerke hätten nach eigenen Angaben sogar die Faxgeräte entmottet, um den Studentinnen und Studenten eine fristgerechte und rechtssichere Antragstellung zu ermöglichen.

Was nach pragmatischer Übergangslösung klingt, ist ein Rückfall in „prähistorische“ Zeiten, die dank der Digitalisierung eigentlich hätten passé sein sollen. BAföG Digital war ursprünglich als nutzerfreundliche Plattform konzipiert – inklusive Account-Verwaltung, App-Upload und Status-Tracking. Doch Stand jetzt gilt es eine E-Mail oder einen Brief an das BAföG-Amt zu schreiben und zu hoffen, dass der Antrag ankommt; und dass die Fristen eingehalten werden können. Andernfalls bleiben Konto und Kühlschrank bei vielen zum kommenden Semester überschaubar leer.

Wartung oder strukturelles Problem?

Die Betreiber begründen den Ausfall mit „Aktualisierungen für bessere Nutzbarkeit“. Alle Arbeiten sollen ab dem 21. Januar abgeschlossen sein, das Portal ab dem 26. Januar wieder verfügbar. Details zu den technischen Hintergründen? Mangelware. Warum die Wartung fast drei Wochen dauert und nicht – wie etwa im August des vergangenen Jahres – nur wenige Stunden, bleibt zudem unklar. Ebenso, warum ein Wartungszeitpunkt mitten im Semester gewählt wurde und nicht in der vorlesungsfreien Zeit.

Dass die Nutzerinnen und Nutzer lediglich mit knappen Hinweisen auf den Websites der Studierendenwerke abgespeist werden, darf durchaus als weiteres Ärgernis betrachtet werden.

Dabei gäbe es durchaus adäquate Lösungen, die in der freien Wirtschaft zum Pflichtprogramm zählen. Wartungsfenster außerhalb der Stoßzeiten, redundante Systeme, gestaffelte Updates, transparente Kommunikation. Andere Verwaltungsportale zeigen, dass diese Mechanismen durchaus um Public Sector Anwendung finden. Positivbeispiele sind etwa die Webseiten von Hamburg und München, die trotz fortlaufenden Verbesserungsmaßnahmen eine sehr geringe Downtime vorweisen können.

BAföG Digital wird voraussichtlich ab dem 26. Januar wieder verfügbar sein.Für Studierende gilt bis dahin, dass das BAföG im Zweifelsfall lieber früh und analog beantragt werden sollte.

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