eGovernment Summit 2025

Neustaat digital: Mut fassen und ins Handeln kommen

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Auch der zweite Veranstaltungstag begann mit einem Blick auf die Wirtschaft. Marc Danneberg, Leiter Public Sector des Bitkom e. V., machte mit seiner Impulskeynote deutlich: Digitale Verwaltung als Standortfaktor ist längst kein „Nice to Have" mehr. Bei Diskussionen zur Verwaltungsdigitalisierung stehen oft Bürgerinnen und Bürgern im Fokus. Als Zielgruppe sehr wichtig, haben sie jedoch im Schnitt eher selten Kontakt mit der Verwaltung. Anders die Unternehmen, deren Verwaltungskontakte sind nicht nur weit häufiger, sondern auch komplexer. Entsprechend werde fehlende Digitalisierung der Verwaltung auch als ein Bremsklotz für die Digitalisierung in den Unternehmen erlebt, wie Erhebungen des Bitkom zeigten. Gemeinsam mit Dr. Gregor Költzsch, Vorstand der ]init[ AG, ging Marc Danneberg den Fragen nach, wie die Wirtschaft die digitalen Angebote der Verwaltung sieht und wie die nächsten Schritte aussehen sollten. Großes Interesse bestehe etwa an einem automatisierten Datenaustausch. Einen Überblick, wie weit die Umsetzung der Verwaltungsleistungen für Unternehmen vorangekommen ist, verspricht eine neue Studie, die beim Zukunftskongress Staat & Verwaltung vorgestellt werden soll.

Neu in der Runde war Louisa Solonar-Unterasinger, seit April dieses Jahres CIO und Bevollmächtigte der Hessischen Landesregierung für E-Government und Informationstechnologie. In ihrem Impulsstatement sprach sie über „Chancen und Herausforderungen der Cloud-Transformation im föderalen Kontext“. Dabei erläuterte sie nicht nur die hessische Herangehensweise, sondern brachte auch einen neuen Blickwinkel ein: Sie stellte Lösungen aus anderen Ländern vor, wie etwa den Polo Strategico Nazionale in Italien oder die G-Cloud UK.

Wie die Cloud-Strategie in Wien aussieht, berichtete anschließend der CIO der Stadt, Klemens Himpele. Auf viel Interesse in der folgenden Q&A-Session stieß auch Dr. Hakke Hansen von der SPRIND – Bundesagentur für Sprunginnovationen mit seinem Vortrag zu „Law as Code“.

Neustaat resilient

Schließlich das große Thema Resilienz: „Europas Zukunft nach dem Ende der liberalen Weltordnung“: Mit dieser sehr ernsten Frage beschäftigte sich PD Dr. Frank Sauer von der Universität der Bundeswehr München in seiner Keynote. Er analysierte die Bedrohung und die Sicherheitskrise, in der sich Europa nach dem Ukrainekrieg und dem Rückzug der USA befindet – es wurde sehr still im Raum an dieser Stelle. Sauer zeigte aber auch auf, welche Hebel Europa durch die Nutzung neuer Technologien noch hat. Wichtig sei zudem eine Gesamtverteidigung, die über eine militärische Wehrhaftigkeit hinausgehe, da parallel Klimaextreme zunähmen. Am Ende ist es „egal, warum der Strom ausfällt“. Diesen Aspekt des zu lang vernachlässigten Katastrophenschutzes griff auch Peter Adelskamp, CDO der Stadt Essen, in seinem Statement auf. Sabine Griebsch stellte das Konzept „Kooperative Resilienz – Ansatz zur Stärkung staatlicher Cyberresilienz“ vor. In den abschließenden Roundtables wurden die Themen vertieft. In der von Prof. Sauer moderierten Gesprächsrunde ging es u. a. um die Frage: Braucht eine nach innen wie außen wehrhafte Demokratie eine Dienst- oder Wehrpflicht?

Insgesamt war der 18. eGovernment Summit geprägt von intensiven Diskussionen und vermittelte klare Analysen, zugleich aber auch Hoffnung durch die Chancen der Neugestaltung. Auch Stefan Krebs, der Beauftragte der Landesregierung für Informationstechnologie, CIO/CDO in Baden-Württemberg zog ein positives Fazit: Es freue ihn, „dass Baden-Württemberg 2025 gastgebendes Land für zahlreiche Gestalterinnen und Gestalter des digitalen Wandels im Rahmen des eGovernment Summit war“. Im schönen Heidelberg habe man einmal mehr gezeigt: „Digitalisierung ist Teamwork. In innovativen Impulsen und Diskussionen haben wir uns mit aktuellen Themen rund um KI, digitale Transformation, Souveränität und Cybersicherheit befasst sowie Best Practices ausgetauscht. Gemeinsam bringen wir das Land digital voran.“

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