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Das bedeutet, dass sich die Gestaltungs- und Handlungspotenziale in die Bürgerschaft verlagern. Netzwerke bilden sich, Plattformen entstehen. Eine Ökonomie des Teilens entsteht, die Ressourcen schont, aber auch zur Zufriedenheit im Ort beiträgt. Und Stadtentwicklung wird zur Aufgabe aller.
Stadt selber denken, heißt nun die Devise. Experten sind die Bürger selbst. Sie werden ergänzt durch Impulsgeber von außen. Aufgabe der Städte und Gemeinden ist es, für die Nutzung dieser sozialen Intelligenz die notwendigen Plattformen sicherzustellen.
Sie schaffen damit den Raum für Kommunikation. Neue Berufsbilder in der Kommunalverwaltung, wie etwa ein Beziehungsmanager, unterstützen diesen Prozess. Daraus ergibt sich eine neue Zusammenarbeit zwischen Kommune, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Besonders für den Lokaljournalismus bedeutet diese eine neue Herausforderung. Lokalzeitungen werden ergänzt durch (digitale) Bürgerzeitungen. Wo Zeitungsverlage, was die Lokalberichterstattung vor Ort betrifft, sich zurückziehen, sind solche Bürgerzeitungen oftmals die einzige lokale Informationsquelle.
Städte können aktiv zur Belebung der Kommunikation Beiträge leisten, in dem sie Open Data vorantreiben und Daten der Verwaltung der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, freie WLAN-Zonen schaffen, Beteiligungsportale aufbauen oder unterstützen, Sitzungen der Gremien im Internet streamen und in der Darstellung von Kommunalpolitik verstärkt auf Audio und Video setzen.
Auch die Neuausrichtung von Bibliotheken zu Treffpunkten für Bildung, Arbeit und Freizeit ist eine Chance, Kreativität, Solidarität, Diskurse und gemeinsames Tun zu fördern. In digitalen Werkräumen, integriert in eine Bibliotheksgelände, finden zum Beispiel Start-ups erste Arbeitsmöglichkeiten, und Co-Working-Spaces könnten sich steigender Beliebtheit erfreuen.
Die Verbreiterung der Kommunikation führt auch dazu, dass fragwürdige Hierarchien ihre besten Zeiten hinter sich haben. So steht in Deutschland eine umfassende Modernisierung der Infrastrukturen an. Allein bei der Trassenführung im Rahmen der Energiewende von Nord nach Süd und Süd nach Ost sind Hunderttausende von Menschen betroffen. Sie wollen an den Planungen und Entscheidungen beteiligt werden. Ohne umfassende Kommunikation wird die Teilhabe nicht gelingen.
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