Künstliche Intelligenz

KI und die Öffentliche Verwaltung

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Predictive Maintenance des Geobasiszwillings

Die Anwendbarkeit von KI im städtischen Kontext hört nicht bei der Verarbeitung von Dokumenten auf. Städtische Geobasisinformationen sind die wesentliche Grundlage urbaner digitaler Zwillinge einer datensouveränen Stadt. Dynamische und datengetriebene Städte werden in naher Zukunft von entscheidender Bedeutung sein und auch direkten Einfluss auf die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger haben.

Ein Urbaner Digitaler Zwilling ist ein digitales Abbild einer Stadt oder Region, das auf aktuellen Geodaten basiert. Er kombiniert verschiedene Datenquellen, um eine realitätsnahe, dynamische Simulation des urbanen Raums zu ermöglichen. Städte nutzen Digitale Zwillinge strategisch zur effizienten Stadtplanung, Optimierung der Mobilität, Nachhaltigkeitsförderung und Verbesserung der Krisenvorsorge. Hierbei können durch die Analyse und Simulation verschiedener Szenarien fundierte Entscheidungen getroffen, Ressourcennutzung optimiert und die Resilienz von Städten gegenüber Herausforderungen gestärkt werden. Wenn einzelne Bausteine wie Datensätze, Algorithmen oder Software von Urbanen Digitalen Zwillingen fachübergreifend wichtig ist, können diese als Geobasiszwilling zusammengefasst werden. In Hamburg umfasst der Geobasiszwilling die amtlichen Geobasisinformationen als Bausteine, die beim Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung erhoben und gepflegt werden. Sie definieren den Raumbezug, ermöglichen eine persistente, fachübergreifende Informationsverknüpfung und schaffen damit einen eindeutigen Interpretationsspielraum. Der manuelle Aufwand, die Datenbasis vollumfänglich aktuell zu halten ist jedoch enorm. Denn dafür müssen mehrfach verschiedene Quellen für die Aktualisierung durchsucht und daraus Aktualisierungsaufträge abgeleitet werden.

Ziel ist die automatisierte Datenaktualisierung durch eine KI-basierte Auswertung von Dokumenten zur Fortführung und Vorhersage von Objektaktualisierungen des Geobasiszwillings der FHH. Trainiert wird eine multimodale KI, die auf alle verfügbaren Informationen aus verschiedenen Kanälen zugreift und in einer Benutzeroberfläche aufbereitet. Die Inhalte der daraus resultierenden Datenbank können qualitätsgesichert und angepasst werden. Händische Korrekturen trainieren die KI fortlaufend.

Mithilfe des Projekts kann die manuelle Auswertung der Quellen abgelöst und die Datenaktualisierung beschleunigt und vollumfänglicher werden. In der Zukunft werden Bürgerinnen und Bürger zunehmend smarte Städte ihr Zuhause nennen. Eine Aktuelle und vollständige Datenbasis ist dabei der Schlüssel zur Bereitstellung dieser.

KI-Projekte sind Treiber des Wandels der Verwaltung

Es wird noch einige Zeit dauern, bevor produktive KI-Systemen die Verwaltung flächendeckend entlasten werden. Zahlreiche Pilotprojekte und Modellvorhaben zeigen jedoch, dass das Potenzial der Technologie gesehen und ernstgenommen wird. Vor allem das Thema Informationsextraktion aus großen Datenmengen ist eine Stellschraube, die Behörden und öffentliche Träger maßgeblich entlasten werden. Vielversprechende Lösungen stehen in den Startlöchern, um den Alltag von Mitarbeitenden im öffentlichen Sektor zu erleichtern und die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger besser zu erfüllen.

Gleichzeitig gilt es, den technologischen Fortschritt mit den besonderen Anforderungen des öffentlichen Sektors in Einklang zu bringen. Datenschutz, Transparenz und der verantwortungsvolle Umgang mit KI spielen dabei eine zentrale Rolle. Verwaltungen und politische Entscheidungstragende arbeiten intensiv daran, regulatorische Rahmenbedingungen zu schaffen und praxisnahe Einsatzszenarien zu erproben.

Die Richtung ist klar: KI wird eine essenzielle Rolle, auch in der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, spielen. Entscheidend ist nun, diese Entwicklung aktiv zu gestalten – mit einer klugen Kombination aus technischer Innovation, rechtlicher Sicherheit und strategischer Weitsicht.

Christoph Bröxkes
begleitet Behörden und Institutionen der öffentlichen Hand auf dem Weg, KI in ihre Prozesse zu integrieren.

Bildquelle: adesso

Frederik Heyn
beschäftigt sich vorwiegend mit den Implikationen von Künstlicher Intelligenz auf Akteure der öffentlichen Hand und unterstützt beim Aufbau einer eigenen Saas-Lösung.

Bildquelle: adesso

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