Künstliche Intelligenz KI und die Öffentliche Verwaltung

Von Frederik Heyn & Christoph Bröxkes 6 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Künstliche Intelligenz? Das ist doch etwas für Tech-Giganten aus dem Silicon Valley. Oder? Tatsächlich hat KI längst damit begonnen, auch den öffentlichen Sektor zu verändern. Behörden weltweit experimentieren mit den Möglichkeiten dieser neuen Technologie.

Die Öffentliche Verwaltung muss demnächst – aufgrund des demographischen Wandels – mit signifikant weniger Fachpersonal auskommen. Dementsprechend werden viele Aufgaben künftig von einer KI erledigt werden müssen.(Théo - stock.adobe.com)
Die Öffentliche Verwaltung muss demnächst – aufgrund des demographischen Wandels – mit signifikant weniger Fachpersonal auskommen. Dementsprechend werden viele Aufgaben künftig von einer KI erledigt werden müssen.
(Théo - stock.adobe.com)

Spätestens seit der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 ist künstliche Intelligenz (KI) in aller Munde. Der Chatbot demonstriert die Macht dieser fortschrittlichen Technologie eindrucksvoll. Aber ist die öffentliche Verwaltung weit genug den Einsatz künstlicher Intelligenz überhaupt in Betracht zu ziehen? Sollte der Staatsapparat, in dem Papierakten und Faxgeräte keine Seltenheit sind, nicht lieber einen Schritt zurück machen und die Digitalisierung von Geschäftsprozessen vorantreiben, bevor eine KI auf die Bearbeitung dieser trainiert werden kann?

Tatsächlich kann künstliche Intelligenz eine Antwort auf die heutigen Herausforderungen der Verwaltung sein und dafür sorgen, dass sie den Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger gerecht wird.

Wie KI-basierte Lösungen den Alltag sowohl für Bürgerinnen und Bürger als auch für Sachbearbeitende erheblich erleichtern, verdeutlichen die folgenden Anwendungsfälle. Von einem privaten Chatbot, den adesso ersten Behörden testweise zur Verfügung stellt und einer Umweltbehörde, die das Extrahieren von Informationen aus großen Datenbeständen nicht mehr händisch übernehmen möchte.

Behördliches Wissen wird durchsuchbar

Eine behördliche Kernaufgabe ist es große Mengen fachlichen Wissens zu verwalten und dieses auf unterschiedliche Fragestellungen abstrahieren sowie anwenden zu können. Täglich erreichen die Mitarbeitenden unzählige neue Informationen über verschiedene Kanäle. Seien es E-Mails, eingescannte Dokumente, Anrufe oder Änderungen an Paragrafen, Verordnungen oder Richtlinien. Kommunikation und Informationsbeschaffung sind im behördlichen Alltag omnipräsent und machen einen Großteil der Arbeit aus.

Im Rahmen eines Modellprojektes wird bei einer Stadtverwaltung und einer KRITIS-Organisation ein persönlicher KI-Assistent eingeführt. Nach der Implementierung können Dokumente in den KI-Assistenten hochgeladen und inhaltlich zusammengefasst, E-Mails vorverfasst, inhaltliche Bezüge aus historischen Daten recherchiert und zugeordnet werden.

Maßgebend bei der Implementierung ist es, den Rahmenbedingungen des EU AI-Act, dem Datenschutz und der Informationssicherheit Rechnung zu tragen. Der Betrieb dieser SaaS-Lösung erfolgt ohne amerikanische Hyperscaler vollständig in Deutschland. Die Sprachmodelle werden lokal und in containerisierter Form betrieben. Der technische Aufbau stellt sicher, dass die Sprachmodelle nach den Anforderungen der Behörde angepasst werden können. Auf diese Weise können neueste technische Entwicklungen im Bereich der KI-Modelle jederzeit berücksichtigt und flexibel zur Verfügung gestellt werden.

Durch die erfolgreiche Implementierung des KI-Assistenten kann die Informationsverarbeitung innerhalb der beiden Organisation deutlich erleichtert werden. Bürgerinnen und Bürger profitieren durch kürzere Bearbeitungs- und Antwortzeiten, da die Sachbearbeitenden repetitive und zeitintensive Aufgaben, die mit Textverarbeitung und Wissensmanagement einhergehen, nach Bedarf automatisieren können.

(ID:50431662)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung in der Verwaltung

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung