Studie der Bertelsmann Stiftung KI-Kompetenzen für den Public Sector

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz kann Verwaltungsdienste beschleunigen, aber welche Kompetenzen brauchen Mitarbeitende der öffentlichen Verwaltungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI? Eine Studie der Bertelsmann Stiftung geht der Frage nach.

„Die öffentliche Verwaltung fängt beim Aufbau von KI-Kompetenzen nicht bei Null an. Viele Fähigkeiten sind heute schon da und müssen nur neu ausgerichtet werden.“ (aus dem Vorwort zur Bertelsmann-Studie)(© vegefox.com – stock.adobe.com)
„Die öffentliche Verwaltung fängt beim Aufbau von KI-Kompetenzen nicht bei Null an. Viele Fähigkeiten sind heute schon da und müssen nur neu ausgerichtet werden.“ (aus dem Vorwort zur Bertelsmann-Studie)
(© vegefox.com – stock.adobe.com)

KI ist auch in der öffentlichen Verwaltung angekommen, das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Abgeordneten der Linken-Fraktion im Mai 2023. Darin sind rund 100 KI-Systeme aufgeführt, die bereits im Einsatz sind, weitere fast 450 Forschungsvorhaben, 58 Pilotprojekte und zehn Reallabore. Der Einsatz von KI in den Verwaltungen verspricht mehr Effizienz und einen Ausweg aus der demografischen Sackgasse, birgt aber auch Risiken. Wenn daher Transparenz und ein verantwortungsvoller Umgang mit KI angemahnt werden, dann müssen diejenigen, die sie einsetzen, auch über die nötigen Kompetenzen verfügen. Aber welche Kompetenzen sind das?

In ihrer Studie „Orientierung im Kompetenzdschungel – Was die Verwaltung wirklich für den Umgang mit KI braucht“ haben sich Dr. Derya Catakli und Michael Puntschuh mit dieser Frage auseinandergesetzt und ein KI-Kompetenzraster entwickelt. Dazu diskutierten sie zunächst in einem Workshop mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Public Sector den Bedarf eines solchen Kompetenzrasters für die Verwaltung und trugen einzelne Kompetenzen zusammen. Schon hier zeigte sich: KI-Kompetenzen sind vielfältiger, als man zunächst vermuten würde. Und anders als vielleicht erwartet, steht technisches Wissen nicht im Fokus: „Es geht nicht um ein zähes Streben nach technischem Know-how, sondern um die Neujustierung von Kompetenzen, die heute bereits wichtig sind und künftig an Bedeutung zunehmen: etwa gute Führung, transparente Kommunikation und Offenheit“, heißt es einleitend.

Die Ergebnisse des Workshops wurden mit denen der anschließenden Literaturanalyse verknüpft, die gesammelten Kompetenzen geclustert, anhand von Praxisbeispielen überprüft und erneut mit den Experten diskutiert.

Das Ergebnis ist ein Kompetenzrad mit 21 Kompetenzen, aufgeteilt in sieben Kompetenzarten: technische, nicht technische, organisatorische, operative, gesellschaftsbezogene, kommunikative und personale KI-Kompetenz.

Innerhalb jeder Einzelkompetenz werden jeweils vier Kompetenzlevel unterschieden: Einsteiger, Fortgeschrittene, Spezialisten und Experten. Wie die Autoren erläutern, ist das Raster bewusst offen angelegt, ohne Rollen oder Hierarchiestufen. Für die Nutzung müsse es dann jeweils an die konkrete Rolle angepasst werden.

Basis für Kompetenzprofile

Das heißt, für eine konkrete Rolle ist ein Kompetenzprofil – etwa in Form eines Spinnendiagramms – zu erstellen mit den Kompetenzarten und -ausprägungen, die in diesem spezifischen Fall auch tatsächlich benötigt werden. In der Studie wird das anhand von zwei konkreten Beispielen (Personas) demonstriert.

Das Raster soll Verantwortlichen in den öffentlichen Verwaltungen dabei helfen, KI-Kompetenzprofile und -anforderungen zu erstellen. Es kann von Bildungsanbietern für die Konzeption von Weiterbildungsangeboten genutzt werden und Wissenschaft und Zivilgesellschaft als Basis für die weitere Forschung dienen.

Die Studie „Orientierung im Kompetenzdschungel. Was die Verwaltung wirklich für den Umgang mit KI braucht“ (Catakli, D./ Puntschuh, M.) finden Sie auf der Website der Bertelsmann Stiftung.

Wie soll es nach der Studie weitergehen?

Link zur Umfrage der Studienautoren

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