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An Investitionen in IT-Sicherheit führt kein Weg vorbei
Auch die Gefahr von Cyber-Attacken, Viren und anderen Sicherheitsvorfällen nehme mit steigender Digitalisierung zu. Hier bestehe in der Gesundheitswirtschaft noch erheblicher Nachholbedarf. Der Studie zufolge sind 43 Prozent der Krankenhäuser und Pflegeinstitutionen in Deutschland bereits einem Hackerangriff zum Opfer gefallen. Und fast jede zweite Einrichtung halte den aktuell bestehenden Schutz nicht für ausreichend.
Umfassende IT-Sicherheitsprüfungen, Investitionen in Schutzmaßnahmen sowie eine gezielte Weiterbildung des Führungspersonals und der Mitarbeiter seien daher unerlässlich. Und auch für potenzielle Krisenfälle müsse vorgesorgt werden, Krisenszenarien entwickelt und entsprechende Notfallpläne vorbereitet werden. Damit wird immer deutlicher: IT-Sicherheit ist Chefsache und die dafür notwendigen Kompetenzen müssen in der Klinikleitung verankert und von dort zielgerichtet weiter in der Organisation aufgebaut werden.
eHealth-Gesetz schafft Grundlage für die Digitalisierung
Bei der Bewertung des eHealth-Gesetzes halten sich die Autoren der Studie mit ihrer Bewertung zurück. Schreiben sie doch: „Das eHealth-Gesetz soll die Digitalisierung im Gesundheitswesen unter Berücksichtigung des Datenschutzes vorantreiben. Das Gesetz fördert die Ausstattung mit IT- und Telematik-Infrastrukturen nach höchsten Sicherheitsstandards. Ziel ist es, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen zu vernetzen und damit den Informationsaustausch zu verbessern. Zudem soll die Einführung der Bestandteile der elektronischen Gesundheitskarte – etwa Notfalldaten-Management, Medikationspläne oder der elektronische Arztbrief – beschleunigt werden. Das eHealth-Gesetz schafft damit die rechtliche Grundlage für eine geregelte und sichere Einführung digitaler Technologien in der Gesundheitswirtschaft.“
Trotz dieser mehr als verbindlichen Fomulierung gehen die Verfasser offenbar davon aus, dass die Umsetzung der im Gesetz beschlossenen Vorgaben die Entwicklung der Gesundheitsbranche deutlich verändern wird – ansonsten wäre die Aufnahme in die Trendliste kaum nachvollziehbar.
Führungspersonal in Kliniken muss umdenken
Die Folgen der skizzierten Veränderungen werden nach Meinung der Studie vor allem im Personalmanagement entsprechende Anpassungen erzwingen. Die Digitalisierung werde die Arbeit in Kliniken und Pflegeeinrichtungen erheblich verändern. Klinikleitungen seien gefordert, diesen massiven Veränderungsprozess federführend zu steuern.
Dazu heißt es in der Studie: „Klassische Top-Down-Strukturen und damit verbundenes hierarchisches Denken reichen nicht mehr aus, ein kritisches Hinterfragen des eigenen Führungsstils wird unabdingbar. In Zukunft wird es vielmehr darum gehen, die Mitarbeiter zu motivieren, für den digitalen Change-Prozess zu begeistern, auf Augenhöhe zu interagieren und nicht zuletzt alle Mitarbeiter aktiv einzubinden.“
Darüber hinaus müssten alle Klinikangestellten hinreichend auf die Herausforderungen des digitalen Wandels vorbereitet, für die Sinnhaftigkeit sensibilisiert und entsprechend weitergebildet werden. Grundlegende Kenntnisse in IT und Digitalisierung werden vor diesem Hintergrund immer zentraler und sollen einen festen Bestandteil der medizinischen, pflegerischen und kaufmännischen Ausbildung darstellen, wie die Studie von Rochus Mummert belegt.
Kliniken, Praxen und Pflegeeinrichtungen müssten daher investieren – nicht nur in die technische Infrastruktur, sondern auch in die digitale Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Das habe aber auch Auswirkung auf das Recruiting und die eigene Arbeitgeberattraktivität. „Nur Einrichtungen, die sich als innovative, für digitale Neuerungen offene Arbeitgeber positionieren, werden künftig in der Lage sein, die besten Fachkräfte zu gewinnen und zu halten“, das das Fazit der Studie.
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