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Anlegen eines Tipp-Profils
Möchte ein Student statt des Zertifikats die Tipp-Biometrie nutzen, legt er sich zuerst ein Tipp-Profil an. Dafür weist er seine Identität nach den Richtlinien in Landshut zunächst per Zertifikat nach. Dann kann er Psylock trainieren. Hierzu muss er einen kurzen, auf dem Bildschirm angezeigten Satz neun Mal eintippen. Das dauert etwa zwei bis drei Minuten. Dann hat das System genügend Informationen über sein Tipp-Verhalten gesammelt.
Künftig genügt zum Login das einmalige Tippen des angezeigten Satzes. Jede Eingabe wird mit dem gespeicherten Tipp-Profil abgeglichen. Stimmen sie überein, wird der Zugang freigegeben, gibt es Abweichungen außerhalb der Toleranz, muss der Nutzer noch einmal tippen. Bei fünf Fehlversuchen wird das Nutzerkonto für zehn Minuten aus Sicherheitsgründen gesperrt und gleichzeitig eine Meldung an die Systembetreuung versandt. Die Sicherheitsstufe, wie präzise hinterlegtes Template und neue Tipp-Probe übereinstimmen müssen, ist bei Psylock prinzipiell skalierbar, sodass sich das Verfahren sogar für hoch sichere Anwendungen eignet, auch im Bankensektor.
Tastaturwechsel oder Handverletzungen kein Problem
So meldeten sich die Studenten im laufenden Wintersemester bisher etwa 4.500 Mal per Tipp-Probe im SB-Portal an. „Daran sieht man, dass es zahlreiche Studenten gibt, die das begeistert nutzen. Zugleich fände ich es schön, wenn es noch mehr wären. Es ist ja wirklich faszinierend. Warum nicht noch mehr Studenten Psylock nutzen, liegt zum einen vielleicht daran, dass wir fast noch keine Werbung dafür gemacht haben und der Zugang per Zertifikat, wenn es schon installiert ist, gegenüber der Tipp-Biometrie einen Tick schneller geht“, sagt Peter Bauer.
Ob sich der User bei der Anmeldung vertippt, spielt übrigens keine Rolle, denn auch dies und die dazugehörige Korrektur sind Teil seines individuellen Tippverhaltens. Das Verwenden unterschiedlicher Tastaturen – am Laptop und am Arbeitsplatz – beeinträchtigt die Erkennungsleistung nur selten. Peter Bauer erzählt: „Ich bin gerade von der normalen Tastatur auf eine Mac-Tastatur umgestiegen. Das funktionierte einwandfrei mit dem gleichen Profil.“
Auch die Möglichkeit, sein Profil neu zu erstellen, ist gegeben. Dadurch kann man die Tipp-Biometrie auch nutzen, wenn man sie längere Zeit nicht verwendet hat und sich das Schreibverhalten in der Zwischenzeit verändert hat, beispielsweise durch einen Zehn-Finger-Schreibkurs. Selbst Handverletzungen stellen dadurch kein Knock-out-Kriterium dar. Für ausländische Tastaturen, bei denen Buchstaben andere Tasten belegen, entschied man sich für einen Zugangssatz, der davon unberührt bleibt.
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