Schwerpunkte der künftigen GIS-Entwicklung

Geoinformationen sind integraler Bestandtei­l von eGovernment

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Das Regierungsprogramm „Vernetzte und transparente Verwaltung“ bekräftigt den Wunsch der Bundesregierung nach stärkerer Partizipation und Zusammenarbeit aller gesellschaftlichen Gruppen, um die Verwaltungsqualität zu stärken und die Effizienz im Verwaltungshandeln zu erhöhen. Die Integration und Ergänzung von privaten Geodaten mit öffentlichen Geodaten haben bereits in vielfacher Hinsicht begonnen und werden in den kommenden Jahren zunehmen. Nutzer werden damit zu Mitgestaltern und Fortentwicklern des nationalen und internationalen Geoinformationswesens. Dieser Prozess ist zu unterstützen.

Der Ausbau der Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE) ermöglicht die umfassende Vernetzung der Geodatenbestände sowie die Partizipation und Zusammenarbeit aller gesellschaftlichen Gruppen. Bisher waren zum Beispiel Umweltdaten nur über das Bund-Länder-Umwelt-portal (PortalU) zugänglich. Und die statistischen Daten standen nur in der Regionaldatenbank Deutschland zur Verfügung, einem Gemeinschaftsprodukt der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Nun sind beide Katalogbestände über die GDI-DE-Strukturen, das Geoportal.de, zugänglich.

Das Interesse zeigt sich auch an den kontinuierlichen Zugriffen auf die Geodatensuche und den Kartenviewer seit der Freischaltung des Geoportal.de im März 2012. Am Aufbau der GDI-DE Interessierte und Beteiligte aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Bürgerinnen und Bürger sind dazu einladen, Informationen und Wissen im GDI-DE-Wiki miteinander zu teilen und auffindbar zu machen. Konzepte und spezifische Inhalte werden dadurch gemeinsam erarbeitet und diskutiert.

Diese ersten Ansätze sind weiter auszubauen. So wären zum Beispiel zur vollen Ausschöpfung des Potenzials auch die Einbindung von Geodaten und Geodatendiensten externer Stellen in das Geoportal.de hilfreich. Es fehlen beispielsweise die für eine nachhaltige Planung der Daseinsvorsorge und die Fertigung entsprechenden Risikoanalysen kleinräumige kommunale Statistikdaten zu Bevölkerung, Wohnungen, Haushalten und Arbeitsplätzen. Diese sind jedoch für eine Verbesserung von Entscheidungsprozessen und die Durchführung von Maßnahmen unumgänglich.

Ausblick

Der 3. Geo-Fortschrittsbericht zeigt die Dynamik und Komplexität des Geoinformationswesens. Dieses hat sich von einem sehr spezifischen Fachgebiet längst zu einem Querschnittsthema von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung entwickelt. Der gewachsenen Bedeutung wurde auch durch die Verlagerung der Geschäftsstelle des Interministeriellen Ausschusses für Geoinformationswesen (IMAGI) zum 1. Januar ins Bundesinnenministerium entsprochen. Damit wird auch die Koordinierungsfunktion des IMAGI gestärkt.

Weitere Bundesressorts haben sich entschlossen, aktiv im IMAGI mitzuarbeiten. Mit der Geodateninfrastruktur GDI-DE steht in Deutschland ein wichtiger Motor für unsere Wissensgesellschaft bereit. Die Umsetzung der im Bericht genannten Handlungsschwerpunkte wird im Rahmen der jeweils nach Bundeshaushalts- oder Finanzplan zur Verfügung stehenden Ressourcen erfolgen. Dabei sind auch – soweit möglich – bestehende Effizienzpotenziale durch eine enge Abstimmung beziehungsweise eventuelle Konsolidierung der bundesseitigen Geodatenaktivitäten zu berücksichtigen.

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