Open-Source-Lösung Fachverfahren ohne Programmierkenntnisse erstellen

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

OZG-Änderungsgesetz und eGovernment-Gesetz sehen vor, dass vermehrt Open-Source-Lösungen und -Komponenten zum Einsatz kommen sollen. Die No- und Low-Code-Plattform Nextcloud Flow soll es ermöglichen, Fachverfahren ohne Hilfe der IT-Abteilung zu erstellen und über OpenCoDE zu teilen..

Behörden können mit Nextcloud Flow „zusammengeklickte“ Fachverfahren über Open CoDE miteinander teilen.(©  Suelzengenappel - stock.adobe.com)
Behörden können mit Nextcloud Flow „zusammengeklickte“ Fachverfahren über Open CoDE miteinander teilen.
(© Suelzengenappel - stock.adobe.com)

Mit der Flow-Plattform bietet der Softwareanbieter Nextcloud eine Open-Source-Lösung an, die die öffentlichen Verwaltung dabei unterstützen soll, die Anforderungen des OZG 2.0 zu erfüllen. Mit der Verabschiedung des Änderungsgesetzes einigte man sich am 24. Juli 2024 darauf, dass digitale Verwaltungsleistungen vornehmlich auf Basis von Open-Source-Software umgesetzt werden sollen. Im gleichen Atemzug wurde das E-Government-Gesetz (EGovG) dahingehend geändert, dass auch in der Bundesverwaltung vorrangig Open-Source-Software zum Einsatz kommen soll.

Die Behörden des Bundes sollen offene Standards nutzen und bei neu anzuschaffender Software Open-Source-Software vorrangig vor solcher Software beschaffen, deren Quellcode nicht öffentlich zugänglich ist oder deren Lizenz die Verwendung, Weitergabe und Veränderung einschränkt [...]

§16a E-Government-Gesetz

Als quelloffene Software bietet Flow offene Standards und Schnittstellen für eine nahtlose Integration in bestehende IT-Infrastrukturen. So lässt sich bestehende externe Software per Open Collaboration Services API mit der Plattform verknüpfen. Noch einfacher dürfte der Datenimport gelingen, wenn entsprechende Textdateien, Chat-Nachrichten, Tabellen oder Formulare können über Nextcloud-Hub-Applikationen verfügbar gemacht werden. Bei der Datenaufbereitung und -analyse soll eine Künstliche Intelligenz unter die Arme greifen.

Daten wie Textdateien, Chat-Nachrichten, Tabellen und Formulare können hierfür aus verschiedenen Nextcloud-Hub-Applikationen verfügbar gemacht werden. Somit erfüllt die Lösung auch das Versprechen digitaler Souveränität, da die Daten in eigenen Rechenzentren oder bei öffentlichen Partnern gespeichert und verarbeitet werden können.

Eine No- und Low-Code-Benutzeroberfläche erlaubt es, neue Online-Fachverfahren und individuelle Workflows auch ohne Programmierkenntnisse per Drag-and-Drop zu realisieren. Die so erstellten Leisungen lassen sich auf Knopfdruck online bereitstellen. Ziel soll es letztendlich sein, dass Behörden ihre Leistungen schneller online anbieten, automatisieren und die erstellten Prozesse und Fachverfahren untereinander austauschen können. Ein einmal erstelltes digitales Verwaltungsangebot wird nämlich auch allen anderen angeschlossenen Verwaltungseinrichtungen bereitgestellt, die ihrerseits Prozesse übernehmen und bei Bedarf anpassen können. Dies geschieht über Open CoDE, die vom ZenDiS bereitgestellte Plattform zum gemeinsamen Bearbeiten, Teilen und Nachnutzen von Open-Source-Software.

Leonhard Kugler, Leiter Open-Source-Plattform beim ZenDiS, zeigt sich darüber erfreut: „[Die] jüngsten Nutzungsbeispiele zeigen eindrücklich, dass sich Open CoDE immer mehr zur zentralen Plattform für die souveräne Digitalisierung der Verwaltung in Deutschland entwickelt.“ Dr. Markus Richter, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern und für Heimat und Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik, hebt mit Blick auf die Open-CoDE-Anbindung insbesondere Kostenvorteile und die Stärkung der Digitalen Souveränität hervor. Ein Kundenbeirat begleitet die praxisnahe Weiterentwicklung. Das Gremium steht offen für weitere Kunden, Verwaltungsexperten und IT-Dienstleister der öffentlichen Verwaltung.

(ID:50162190)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung in der Verwaltung

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung