Mehr als 80 Prozent der CIOs gehen davon aus, dass die strategische Bedeutung der IT-Abteilung weiterhin steigen wird. Dafür sollen sich die IT-Organisationen in den kommenden Jahren wandeln: Personal soll aufgestockt, Teams sollen vielfältiger und auch der Frauenanteil in Führungspositionen höher werden. CIOs wollen aber auch intensiver agile Methoden nutzen und für Routinearbeiten vermehrt Software-Roboter einsetzen, um ihre Teams zu entlasten.
Der Fachkräftemangel hat sich im Vergleich zum Vorjahr weiter verschärft. Der öffentliche Sektor ist deutlich stärker betroffen als die Wirtschaft. Hinzu kommt der demografische Wandel: Die Teilnehmenden schätzen, dass in den kommenden zehn Jahren durchschnittlich rund 24 Prozent der IT-Fachkräfte in den Ruhestand gehen – ein hoher Verlust an Leistungsträgern und Know-how.
Reduzierung der Treibhausgasemissionen
Die Ambitionen der Wirtschaft, die jährlichen Treibhausgasemissionen zu reduzieren, sind deutlich gestiegen: von im Vorjahr knapp 37 Prozent Einsparungen in fünf Jahren auf jetzt rund 42 Prozent. Allerdings halten die Befragten es jetzt auch für etwas weniger realistisch, diese Ziele zu erreichen. Grund ist wiederum die mangelnde Datenverfügbarkeit als Grundlage für Optimierungen. Informationstechnologie soll direkt oder indirekt für knapp 50 Prozent der Einsparungen sorgen, im Vorjahr waren es noch knapp 43 Prozent.
Die Technologietrends 2023
Die Entkopplung der Ziele „Effizienzerhöhung“ und „Kostenreduzierung“ setzt sich fort. Viele Jahre lang waren diese beiden Faktoren verknüpft: Stagnierten oder sanken die IT-Budgets, wurden Kostenreduzierungen und Effizienzsteigerungen häufig als zwei der drei wichtigsten Ziele genannt; wenn die Ausgaben stiegen, traten beide in den Hintergrund.
Technologien mit der höchsten und geringsten Bedeutung für Unternehmen und Behörden.
(Bild: Capgemini)
Die Entkopplung deutet darauf hin, dass mehr Effizienz inzwischen nicht mehr hauptsächlich auf die Reduzierung von Kosten, sondern auch auf die Reduzierung von Arbeitsaufwand abzielt. Denn Fachkräfte werden immer rarer, verschärft durch den demografischen Wandel, und gleichzeitig steigt der Arbeitsaufwand in vielen Bereichen.
Für 39 Prozent (2022: 27 %) der Studienteilnehmer ist die Erhöhung der Datensicherheit wichtig. Das erhöhte Risiko von Cyberangriffen aufgrund des Ukraine-Krieges spielt hier sicherlich eine große Rolle. Gesunken ist dagegen das Interesse am Aufbau digitaler Plattformen zur Geschäftsentwicklung. Angesichts der Energiekrise kümmern sich vielen Unternehmen stärker um interne Themen wie Effizienz und Sicherheit als um Vertrieb und Kunden. Dennoch hat Digitalisierung als solches eine unverändert hohe Bedeutung. Vor allem Bestell- und Bezahlvorgänge sollen verbessert werden, ebenso die Entscheidungsfindung mithilfe von Analysetechniken.
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Die Auf- und Absteiger des Jahres
In diesem Jahr haben die Befragten die Bedeutung der meisten Technologien ähnlich eingeschätzt wie im Vorjahr. Die größten Zuwächse gab es beim Top-Thema Multi-Cloud sowie bei Preventive und Predictive Maintenance. Stark an Bedeutung verloren haben Edge Computing und der Schutz gegen Angriffe von Quantencomputern.
Höchste Bedeutung haben in diesem Jahr die Themen Zero Trust (ausgelöst durch den Ukraine-Krieg sowie zunehmende Ransomware-Angriffe), Multi-Cloud (vor allem aus Angst vor einem Vendor-Lock-in bei steigender Cloud-Nutzung) und Machine Learning (auch wenn mehr CIOs angeben, die Technologie nicht einsetzen zu wollen). Neueinsteiger unter den wichtigsten Technologien ist Robotic Process Automation (RPA), das bereits von mehr als 40 Prozent der Organisationen eingesetzt wird.
Die teilnehmenden CIOs haben die Bedeutung von 27 Technologien aus den Bereichen Anwendungen, Daten, Infrastruktur, Interaktion, Prozesse, Sicherheit und Zusammenarbeit für ihre Organisation bewertet und angeben, ob sie sie nutzen oder Projekte dazu planen.
(Bild: Capgemini)
Das Interesse am Schutz vor Bedrohungen durch IoT-fähige Geräte lässt dagegen nach, obwohl erst knapp 13 Prozent der Befragten in diesem Bereich gut aufgestellt sind. Projekte in diesem Bereich zielen vor allem auf die automatische Analyse von Netzwerkprotokollen, die Beschränkung der Kommunikation von intelligenten Geräten sowie Passwort- und Update-Management.
Schlusslichter und damit Technologien mit der geringsten Bedeutung sind Virtual & Augmented Technology (auch wenn die Nutzung von 15 auf 21 % gestiegen ist), bargeldlose Bezahlung über Mobile Wallets (Payment, Ticketing, Access Control), Distributed-Ledger-Technologie (zu neu, zu unbekannt), Graphdatenbanken (für viele in der Anwendung zu komplex) und Quanten-Computing (noch immer ein Nischenthema, trotz großen Potenzials).
Stand: 08.12.2025
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Rund 56 Prozent der CIOs wollen in den kommenden Monaten ZeroTrust-Projekte umsetzen. Jeder zweite will Low-Code-App-Plattformen nutzen. Bei gut 47 Prozent der Befragten stehen Multi-Clouds auf dem Projektplan, etwas mehr als 46 Prozent wollen Prozesse mit intelligenten Robotern automatisieren. Dazu tragen zum einen die Erfahrungen mit RPA sowie neue Services von Cloud-Anbietern bei.
Zur Studie IT-Trends 2023
Die Studie IT-Trends von Capgemini ermittelt den aktuellen Stand der IT in Wirtschaft und Behörden sowie die Trends der kommenden Jahre. Untersucht werden sowohl technologische als auch wirtschaftliche und organisatorische Aspekte. Dazu gehören beispielsweise die Entwicklung der IT-Budgets, die Organisation der IT-Einheit, Zukunftstechnologien und Standortfaktoren.
Alle Teilnehmenden erhielten Fragen zu den Themen Anforderungen an die IT 2023, IT-Budgets der kommenden Jahre, IT-Organisation und -Betrieb, Daten und Cloud, intelligente Technologien und Technologie-Trends.
In der Zeit vom 5. September bis zum 16. Oktober 2022 befragte Capgemini 132 Entscheidungsträgerinnen und -trägern von Behörden und Unternehmen aus Deutschland (113), Österreich (18) und der Schweiz (1). Sie erzielen mehrheitlich einen Umsatz von mehr als 1 Milliarde Euro pro Jahr.
Dieser Artikel erschien ursprünglich bei unserem Schwesterportal Cloudcomputing-Insider.