Bürokratie-Pranger EinfachMachen-Portal startet, Bitkom macht Verbesserungsvorschläge

Von Stephan Augsten 1 min Lesedauer

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Die Bundesregierung hat das EinfachMachen-Portal gestartet, über das Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen unverhältnismäßig hohe bürokratische Hürden „anprangern“ können. Der Digitalverband Bitkom begrüßt den Schritt, fordert aber eine Ausweitung auf Länder und Kommunen sowie mehr Transparenz bei der Bearbeitung von Meldungen.

Kaum gestartet, gibt es bereits erste Verbesserungsvorschläge seitens des Bitkom für das EinfachMachen-Portal.(Bild: ©  BMDS)
Kaum gestartet, gibt es bereits erste Verbesserungsvorschläge seitens des Bitkom für das EinfachMachen-Portal.
(Bild: © BMDS)

Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) hat das Portal einfach-machen.gov.de freigeschaltet. Das Bürokratie-Meldeportal ist Teil der Modernisierungsagenda der Bundesregierung. Über ein Online-Formular können Nutzerinnen und Nutzer ohne Registrierung bürokratische Hindernisse beschreiben und Verbesserungsvorschläge einreichen. Beteiligen können sich alle Menschen in Deutschland – Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Unternehmen, Verbände oder Mitarbeitende in der Verwaltung selbst.

Die Auswertung der Meldungen erfolgt zunächst halbautomatisiert, ab 2026 soll die Analyse dann zunehmend automatisiert werden, unter anderem durch KI-gestützte Klassifizierung nach Themen, Dringlichkeit und Relevanz. Das Portal selbst startet als Beta-Version und wird schrittweise ausgebaut. Geplant sind erweiterte Dashboards, automatisierte Zuständigkeitszuordnung und der Einsatz von Conversational KI.

Die Bundesregierung verspricht Transparenz: Eine Übersicht über alle eingegangenen Meldungen soll im weiteren Verlauf öffentlich dokumentiert werden. Dem Digitalbranchenverband Bitkom, der den Start des Portals grundsätzlich begrüßt, greift dies aber noch zu kurz. Damit das Portal auf breite Akzeptanz stoße, sei Transparenz entscheidend, mahnt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Berhard Rohleder: „Bereits eingebrachte Vorschläge sollten künftig zusammen mit dem Bearbeitungsstand online für alle einsehbar sein“, so sein Vorschlag. Weiters spricht sich Rohleder dafür aus, das Portal perspektivisch zu einem gesamtstaatlichen Meldeportal weiterzuentwickeln.

Gleichermaßen lobt Rohleder, dass das Portal die Grundlage dafür schafft, in Zukunft „kontinuierlich Vorschläge von gesellschaftlichen Gruppen und Verbänden, der Wirtschaft und der Wissenschaft zu sammeln“. Bei der Beseitigung der gemeldeten Hürden müssten die Ressorts nun an einem Strang ziehen. „Das EinfachMachen-Portal kann der Startpunkt für einen schnellen und flächendeckenden Bürokratieabbau sein“, zeigt Rohleder sich zuversichtlich. „Um Bürokratie abzubauen, muss man wissen, an welchen Stellen sie am

meisten hemmt.“

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