Zentrum Digitale Souveränität

Ein stabiles Ökosystem für Open Source

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Mögliche Szenarien

Der Einsatz von ZenDiS-Lösungen in Bund, Ländern und Kommunen kann unterschiedlich aussehen. Pockrandt spricht von „verschiedenen Szenarien“, über die man sprechen könne – beispielsweise openDesk, die Office- und Kollaborationssuite, im Kompletteinsatz oder als „Fallback neben der bestehenden Infrastruktur“. Diese Notfallebene sei für viele der passende Einstieg.

„OpenDesk ist die Anwendungsebene, openCode die Plattformebene“, erläutert Pockrandt, „aber wenn wir von digitaler Souveränität sprechen, reden wir über den ganzen Stack.“ Daher gehe die Überlegung in den Ländern immer einige Schritte weiter – Richtung Server, Infrastruktur. Das ZenDiS sei „ein Teilausschnitt der Betrachtung, aber ein Katalysator der Bewegung“. Dem Geschäftsführer des ZenDiS ist auch wichtig, zu betonen, dass es nicht um eine Bewertung wie „Anbieter XY ist böse, wir sind die Guten“ gehe. Es müssten stets der Anwendungsfall und der daraus abgeleitete Bedarf an Souveränität betrachtet werden. „Ich kann einem Ministerium oder einem Bundesland ja nicht sagen, welche Lösungen es nutzen soll“, sagt Pockrandt. Die Entscheidung für eine bestimmte Lösung eines bestimmten Anbieters sei völlig legitim – „ob sie objektiven Souveränitäts-Kriterien standhält, ist eine andere Frage“, so Pockrandt.

Beschaffung

Die bestehenden Rahmenverträge für Microsoft-Produkte machen es den Verwaltungen bei der Beschaffung derzeit sehr leicht. Für souveräne Lösungen soll es künftig ähnlich einfach werden. Dazu öffnet das ZenDiS den Vertrieb für openDesk für öffentliche und auch private IT-Dienstleister – eine Reaktion auf die hohe Nachfrage nach der souveränen Arbeitsplatzlösung. Neben dem bisherigen direkten Vertriebsmodell des ZenDiS können Verwaltungseinrichtungen also künftig auch indirekt über Full-Service-Partner Lösungen ordern. Die Nachfrage sei groß, die Unsicherheiten bezüglich der Beschaffung jedoch auch. Für Pockrandt ist daher das neue Vertriebspartnerprogramm ein „Meilenstein“ für die Bezugsfähigkeit und damit auch mehr digitale Souveränität „weit über die Verwaltung hinaus“.

Bis September 2025 wurden mehr als 80.000 Arbeitsplätze in der öffentlichen Verwaltung auf openDesk migriert – Tendenz steigend. In den vergangenen Monaten hat zudem laut ZenDiS das Interesse aus der Privatwirtschaft stark zugenommen, insbesondere aus regulierten Branchen. Die Vermarktungslizenzen für private IT-Dienstleister werden öffentlich ausgeschrieben, geplant ist der Start der europäischen Ausschreibung für November 2025.

Europäische Lösung

Die Ökosystem-Idee, die durch die Kooperation mit der Auslands-IT auf openCode umgesetzt wird, macht vor der Landesgrenze nicht Halt. Laut Pockrandt sind Österreich und die Schweiz sehr interessiert, openDesk bei sich einzuführen – im Sinne einer Nachnutzung, die dann auch im Ausland weiterentwickelt und damit für alle stärker wird. So, wie es dem Grundgedanken von Open Source entspricht. „OpenDesk ist nicht nur eine Workplace-Kollaborationslösung“, betont Pockrandt, „sondern auch eine Transformationsplattform, in die europaweit reinentwickelt wird.“

Auf dem Digitalgipfel im November sollen voraussichtlich sowohl openDesk als auch das französische Pendant „La Suite“ vorgestellt werden. Für Pockrandt ein deutliches Zeichen: „Man muss kein Prophet sein, um sich vorzustellen, dass La Suite und openDesk irgendwann zusammenwachsen, um eine paneuropäische Plattform zu sein.“

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