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Ihre Blaupausen könnten auch für andere wichtig sein. Wo sehen Sie Potenzial für andere und inwiefern lassen sich diese denn auf andere Bereiche und Kommunen übertragen?

Nolte: Unsere Erfahrungen mit kleinen interdisziplinären Teams, mit gezielter Kompetenzplanung und vor allem mit offenem Austausch lassen sich gut übertragen. Das haben wir bereits öfter festgestellt. Wir arbeiten beispielsweise sehr eng mit der Landeshauptstadt Wiesbaden zusammen und tauschen uns immer wieder interdisziplinär und interkommunal aus.

Nicht alles funktioniert eins zu eins, aber das Prinzip ‚machbar‘ statt ‚perfekt’ ist überall hilfreich.

Das bedeutet, wir prüfen zunächst, was mit den vorhandenen Ressourcen machbar ist und wie viel Output es erzielt. Wir wollen weg von diesen 100 Prozent. Es ist immer das MVP, das Minimalprodukt, das wir dann immer weiterentwickeln. Das ist ein lebender Prozess, und manchmal sind es einfach die kleinen Lösungen, die schnell Wirkung entfalten. Da arbeiten wir u. a. eben sehr eng mit Wiesbaden zusammen.
Wir haben auch mehrere Kooperationen und Nachnutzungsmöglichkeiten. Darunter hat Wiesbaden jetzt auch unseren Passierschein A38, den wir digital umgesetzt haben, als Gamification-Ansatz nachgenutzt. Wir nennen das den humorvollsten EfA-Dienst Deutschlands, weil es kein echter Online-Service ist. Bei diesem Dienst geht es darum, dass die Menschen mit Witz und ein wenig Lockerheit an die Bund-ID herangebracht werden. Wir erklären lediglich, wie sie sich selbstständig für eine Bund-ID eintragen, wie sie den elektronischen Personalausweis oder einen Online-Dienst mit der eID-Funktion nutzen können – und das ist genau der Ansatz, den wir fahren wollen. Wir bringen die Menschen dorthin, wo wir sie haben wollen. Denn was bringen uns die ganzen Online-Services, wenn keiner sie nutzen kann? Zum Beispiel, weil die eID-Funktionen nicht freigeschaltet wurden.
Darüber hinaus haben wir den Ko-Pionier-Preis für Stadtlabor2go gemeinsam mit den Städten Mönchengladbach, Wiesbaden und dem CityLAB Berlin erhalten – und nun auch das „Bewährt vor Ort“-Siegel für das OZG-Bootcamp-Modell sowie den Passierschein A38. Die Auszeichnungen wurden vom Deutschen Städte- und Gemeindebund in Kooperation mit ProjectTogether verliehen. Gewürdigt wurde insbesondere die Nachnutzung unseres OZG-Bootcamps durch die Landeshauptstadt Mainz – sowie, wie bereits erwähnt, das Projekt Passierschein A38 durch Wiesbaden. Das sind beides Methoden, die auch skalierbar und relativ einfach umzusetzen sind – wir sind da auch sehr stolz.

Ich finde es sehr wichtig, dass man voneinander lernt und wir uns als einen Staat betrachten – statt immer wieder das Rad neu zu erfinden. Das größte Ziel sollte sein, dass wir es gemeinsam machen.

„Gemeinsames machen“ – das ist ein wichtiges Stichwort. Was können wir eigentlich von anderen Kommunen lernen und wie? Wie kommen Entscheiderinnen und Entscheider am besten in den Austausch?

Nolte: Ja, das geht natürlich unheimlich gut über Beziehungen, so wie wir das auch mit anderen Städten pflegen. Also ich bin beispielsweise mit der Stadt Nürnberg oder eben mit Wiesbaden, Mainz, Düsseldorf oder sonstigen in Kontakt. Da haben wir wirklich viele Städte, mit denen wir im engen Austausch sind. Wir teilen immer mit, was wir aktuell vorhaben und fragen direkt nach, ob sie mitmachen wollen – oder umgekehrt: Wir haben das bei euch gesehen, können wir uns das mal anschauen? Ich finde aber tatsächlich, dass wir auch mehr nach Europa schauen sollten, denn wir sind auch ein Europa – und die Niederlande: Dort wird wirklich sehr radikal nutzerzentriert gedacht und sie sind uns schon sehr weit voraus. Warum nicht mal hinfahren und sich angucken, wie macht ihr das eigentlich?

Es lohnt sich, den Blick über den Tellerrand zu werfen und vor Ort zu erfahren, wie andere Kommunen digitale Lösungen gestalten. In gewissen Gemeinden kann man schließlich viele, viele Dinge adaptieren.

Ansonsten gibt es auch in anderen Städten tolle Beispiele von smarten Beteiligungsplattformen, Ende-zu-Ende-Digitalisierung bis hin zu Open-Data-Projekten. Das machen wir bereits mit Entwicklungsallianzen, gerade im Smart-City-Bereich.

Der Schlüssel ist einfach: Austausch auf Augenhöhe – nicht abwarten, sondern nachfragen und gerne auch mal nachmachen. Das ist ja das, was ich auch immer sage, also Nachnutzung ist wirklich das A und O.

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