Verwaltungsmodernisierung

Ein Jahr CDO in Berlin

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„Jetzt ist alles gut aufgestellt“, resümiert Klement, „sodass wir in den nächsten Monaten wirklich PS auf die Straße bringen können.“ Es gebe viele gute digitale Lösungen, die nun Schritt für Schritt auch in die Verwaltung geholt werden müssten. „Das sind riesige Projekte, aber jetzt ist das Momentum gut“, sagt Klement. „Die Mitarbeiter in der Verwaltung sind mittlerweile viel offener dafür, besonders seit dem Digitalisierungsschub während der Corona-Pandemie und den Möglichkeiten, die KI uns bietet – das hat spätestens Chat­GPT allen klargemacht.“

Hoher Besuch auf der CityLAB-Sommerkonferenz: CDO Martina Klement und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner.(©  CityLAB Sommerkonferenz 2024, Fotograf: Florian Reimann)
Hoher Besuch auf der CityLAB-Sommerkonferenz: CDO Martina Klement und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner.
(© CityLAB Sommerkonferenz 2024, Fotograf: Florian Reimann)

Das KI-Tool Parla, das vom – durch die Senatskanzlei geförderten – ­CityLAB Berlin entwickelt wurde, ist hierfür ein gutes Beispiel. Parla hilft dabei, parlamentarische oder schriftliche Anfragen und Protokolle, die als PDF auf der Seite des Abgeordnetenhauses Berlin abgelegt wurden, zu durchsuchen und für eigene Anfragen zu nutzen. „Auch die Verwaltung hat umfangreiche Datenbestände“, verdeutlicht Klement. Wenn diese in anonymisierter Form strukturierter und besser zugänglich gemacht würden, werde ein massiver Mehrwert entstehen. Deshalb brauche es mehr Open Data und parallel die Bereitschaft der Verwaltung, eigene Daten zur Verfügung zu stellen. „Wir haben jetzt erstmal 100 Kerndatensätze identifiziert, die wir aufbereiten und bereitstellen und auswerten“, sagt Klement. Zudem sei ein Data-Hub im Aufbau.

Prototypen für Berlin

Das CityLAB spielt für die Berliner Verwaltung grundsätzlich eine große Rolle, da hier Prototypen entwickelt werden, um die Digitalisierung Berlins voranzubringen. „Viele Verwaltungen wenden sich mit konkreten Problemstellungen an das CityLAB“, sagt Klement. Zum Beispiel wurde auf Wunsch eine Check-in-Funktion für die Bürgerämter entwickelt, um den Mitarbeitern Wartezeit zu ersparen und damit rund 20 Prozent mehr Kundenkontakte zu ermöglichen. Von den Arbeitsmethoden des CityLAB könne sich die Verwaltung sicher eine Scheibe abschneiden, meint Klement. „Man muss aber aufpassen, dass das ‚Schnellboot CityLAB‘ und der ‚Tanker Verwaltung‘ nicht zu sehr auseinanderdriften.“

Hohes Tempo

Die Statistik spricht im vergangenen Jahr für Berlin: Platz zwei im Länderranking des Bitkom, Platz zwei beim Open-Data-Ranking, Platz fünf bei der Zufriedenheit mit den Bürgerämtern. Und eine Studie des Centre for Digital Governance an der Hertie School zeigte jüngst, dass Berlin im Ländervergleich mit weitem Abstand sogar auf Platz eins beim Anteil von Frauen in digitalen Führungspositionen liegt. Und auch Martina Klement kann sich über Lob freuen, wurde sie doch kürzlich von den Lesern der eGovernment zur „CIO/CDO des Jahres“ gekürt.

Die Auszeichnungen sind Ansporn, die Digitalisierung weiterhin in hohem Tempo voranzutreiben. In den nächsten Monaten soll die elek­tronische Wohnsitzanmeldung live gehen, die aus Hamburg nachgenutzt wird. „Das wird ein Gamechanger“, betont Klement. Es sei das größte Nachnutzungsprojekt im Zuge des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und daher eine „Art ­Generalprobe für alle weiteren Nachnutzungen“. Für die Bürgerämter rechnet Klement in den kommenden Monaten daher mit einer spürbaren Entlastung.

Mitte Oktober wartet der nächste große Termin auf Klement und ihr Team. Die Digitalministerkonferenz wird ein zweites Mal in Berlin stattfinden, da Berlin und Brandenburg noch bis Ende des Jahres 2024 den Vorsitz innehaben. Die organisatorischen und inhaltlichen Vorbereitungen für die am 16. und 17. Oktober stattfindende Konferenz sind bereits in vollem Gange. Hier soll besonders das Thema Datenschutz im Rahmen der Digitalisierung beleuchtet werden.

Ein weiteres Highlight ist die Kooperation mit dem Weltwirtschaftsforum, das sich für seinen ersten Standort in der Europäischen Union für Berlin entschieden hat. Gemeinsam mit dem bereits ansässigen Govtech Campus soll noch in diesem Jahr, voraussichtlich im September, ein Govtech-Standort des Weltwirtschaftsforums in Berlin entstehen. „Es sind viele tolle Sachen auf dem Weg“, resümiert Klement.

CityLAB Berlin

Einen Einblick in die Arbeit des CityLAB Berlin gibt es in unserem Rückblick auf die Sommerkonferenz des Innovationslabors.

Impressionen der Sommerkonferenz

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