Security-Bereich am GovTech Campus Ein GovTech-Ökosystem für die Sicherheit

Von Nicola Hauptmann 6 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Security Meetups, Lösungsentwicklung und Upskilling – der Security-Bereich am GovTech Campus hat große Pläne. Warum er gegründet wurde, wie die Akteure zusammenarbeiten und was sie selbst dabei überrascht hat, erzählt Teresa Ritter im Interview.

Teresa Ritter, Senior Associate, Lead Security am GovTech Campus­ Deutschland.(Bild:  Fabian Tode)
Teresa Ritter, Senior Associate, Lead Security am GovTech Campus­ Deutschland.
(Bild: Fabian Tode)

Der GovTech Campus informiert regelmäßig, meist über Linkedin, über Veranstaltungen oder neue Mitglieder. Um aber zuerst einmal einen Überblick zu bekommen: Wie ist denn die Zusammenarbeit oder Co-Innovation von öffentlicher Verwaltung und GovTech-Ökosystem organisiert?

Ritter: Der GovTech Campus wurde vor rund drei Jahren gegründet – mit dem Ziel, Bund, Ländern und Kommunen über eine Plattform den Zugang zu technologischer Expertise und Innovationskraft aus Start-ups, Unternehmen und Forschungseinrichtungen deutlich zu erleichtern und gemeinsam Lösungen zu entwickeln sowie diese nachnutzbar zu machen. Gegründet wurde der Campus als inhouse-fähige Organisation, die allein in den Händen von Bund und Ländern liegt. Neben dem Bund sind aktuell 12 Bundesländer angebunden, zudem ist das österreichische Bundesland Salzburg angeschlossen. Weitere Beitrittsbekundungen anderer Länder und Regionen aus Europa liegen bereits vor. Sie alle können mit über 100 Tech- und Forschungsorganisationen in einem Ökosystem zusammenarbeiten. Wir organisieren damit das größte GovTech-Ökosystem für einen Staat – weltweit.

Wir haben unsere Arbeit in drei Bereiche gegliedert: erstens, den weiteren Ausbau des besten Tech-Ökosystems für Staaten, die Entwicklung von – zweitens – konkreten Lösungen durch dieses Ökosystem über die Campus-Infrastruktur und – drittens – den Aufbau von Plattform-Ansätzen, die zentral nutzbar sind für alle und damit auch Nachnutzung ermöglichen. Einfach und effizient.

Wie das für den Bereich Security umgesetzt wird, darauf kommen wir gleich zu sprechen. Zunächst: Warum und mit welchem Ziel wurde denn dieser spezielle Bereich gegründet?

Ritter: Sicherheits- und Cybersicherheitsthemen gehören seit unserer Gründung zu den zentralen Bedarfsfeldern, die wir beobachten. Im vergangenen Jahr konnten wir mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), dem Bundesnachrichtendienst (BND) und dem Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) zentrale Akteure der inneren und äußeren Sicherheit als Mitglieder am Campus gewinnen. Das ist einmalig und zeigt: Der Bedarf an Innovation und technologischen Lösungen und der Wunsch nach Zusammenarbeit mit der Tech-Wirtschaft in diesem Bereich nehmen weiter zu – insbesondere im Kontext der sich dynamisch entwickelnden Bedrohungslagen.

Gleichzeitig haben wir viele innovative Tech-Unternehmen und Start-ups im Campus-Ökosystem, die genau hier ansetzen. Wir bauen daher gezielt eine Community auf, die Sicherheitsbehörden, Verwaltungen, Start-ups und Forschungseinrichtungen zusammenbringt – mit dem Ziel, konkrete Lösungen für eine moderne und zukunftsfähige Sicherheitsarchitektur in Deutschland zu entwickeln. Unsere Stärke liegt dabei in der breiten thematischen Aufstellung: Wir sind keine reine Sicherheitsplattform, sondern ein Ort für alle Digitalisierungs- und Innovationsthemen in Staat und Verwaltung. Das ermöglicht uns auch, Lösungen sichtbar zu machen, die nicht auf den ersten Blick dem Sicherheitsbereich zugeordnet werden, aber dennoch dort einen echten Mehrwert bieten können.

Wie wollen Sie das, entlang der drei Arbeitsbereiche, konkret umsetzen?

Ritter: Unser Ökosystem aktivieren wir über eigens entwickelte Formate und Services, eines davon ist unser Security Meetup, das viermal im Jahr stattfindet. Hier kommt die Community aus Verwaltung, Sicherheitsbehörden, Start-ups und Forschung zusammen – mit dem Ziel, sich nicht nur zu vernetzen, sondern auch konkrete Anwendungsbeispiele und innovative Ansätze kennenzulernen, die bereits heute gewinnbringend eingesetzt werden. Regelmäßig mit dabei sind unter anderem das BSI, der BND, der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr (CIHBw) sowie die Innovationshubs der Polizeien.

Zudem machen wir die Expertise unserer Mitglieder durch einen neuen Up-Skilling-Ansatz gegenseitig zugänglich: Hier setzen wir auf das Know-how unserer Mitglieder, das ein kleines Team bei uns gemeinsam mit ihnen didaktisch aufbereitet und das der Verwaltung in ganz Deutschland kostenfrei zur Verfügung steht, meist virtuell. So konnten wir bereits verschiedene Lernmodule anbieten, zum Beispiel zur Bekämpfung von Desinformation im Kontext der Bundestagswahl – etwa für Mitarbeitende von Bundestagsabgeordneten und Fraktionen – oder Schulungen zum Schutz vor Cyberangriffen für Beschäftigte in Bund, Ländern und Kommunen. Auch Themen wie souveräne Cloud-Nutzung in sicherheitskritischen Kontexten oder Zero-Trust-Architekturen sind Teil unseres Angebots – vieles davon übrigens in enger Zusammenarbeit mit dem BSI.

(ID:50480988)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung in der Verwaltung

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung