Sachsen „Digitalisierung macht sich nicht mal eben in einem Jahr“

Von Susanne Ehneß 6 min Lesedauer

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Seit gut einem Jahr ist Dr. Daniela Dylakiewicz CIO von Sachsen. Sie blickt zurück auf ein Jahr, in dem die Verwaltungsmodernisierung im Freistaat vorangetrieben und Grundlagen für die nächsten Monate geschaffen wurden. Bündelung, Zentralisierung und Standardisierung waren und bleiben dabei essenziell.

Dr. Daniela Dylakiewicz, Amtschefin der Sächsischen Staatskanzlei und Beauftragte für Informationstechnologie des Freistaates Sachsen.(Bild:  Pawel Sosnowski)
Dr. Daniela Dylakiewicz, Amtschefin der Sächsischen Staatskanzlei und Beauftragte für Informationstechnologie des Freistaates Sachsen.
(Bild: Pawel Sosnowski)

„Im Laufe des vergangenen Jahres ist Sachsen in der Verwaltungsdigitalisierung ein gutes Stück vorangekommen“, sagt Dr. Daniela Dylakiewicz im Gespräch mit eGovernment. 2025 war zugleich Dylakiewicz’ erstes Jahr im neuen Amt: Im Zuge der Landtagswahl und anschließenden Regierungsneubildung Ende 2024 hatte sie den damaligen CIO Thomas Popp abgelöst.

2025 ist in puncto Verwaltungsmodernisierung in Sachsen tatsächlich einiges geschehen. Dylakiewicz verweist auf Großprojekte wie das digitale Personalmanagement und das sächsische Verwaltungsnetz als thematische Schwerpunkte. „Diese Projekte konnten wir ausfinanzieren“, sagt die CIO – keine Selbstverständlichkeit angesichts der haushalterischen Herausforderungen. „Die Absicherung der Investitionen in unsere IT-Großprojekte und damit in eine zukunftsfähige digitale Verwaltung waren ein ganz wesentlicher Punkt für mich“, betont sie.

EfA-Dienste werden zentral durch den Freistaat eingekauft und derzeit unentgeltlich an sächsische Kommunen weitergegeben.

Dr. Daniela Dylakiewicz

Weitere wichtige Schritte 2025 waren die Ratifizierung des NOOTS-Staatsvertrags durch den sächsischen Landtag sowie natürlich die weitere Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG).

Kooperation

Hierbei sticht vor allem die elektronische Wohnsitzanmeldung hervor, die aus Hamburg nachgenutzt wurde und mittlerweile mehr als die Hälfte der sächsischen Kommunen anwenden können. „Das freut mich sehr, das wird ein Zukunftsthema“, sagt Dylakiewicz. Das Prinzip der Nachnutzung durch die Einer-für-Alle-Leistungen (EfA) wird geschätzt und gefördert. „EfA-Dienste werden zentral durch den Freistaat eingekauft und derzeit unentgeltlich an sächsische Kommunen weitergegeben“, erklärt sie. Rollout und Anbindung der Fachverfahren würden gemeinsam mit den Kommunen finanziert. Die Anbindung nachgenutzter Leistungen ist, da geht es den sächsischen Kommunen wie vielen anderen, nicht immer einfach – „besonders dort, wo wir eine Vielfältigkeit auf Verfahrensebene haben“, betont Dylakiewicz. Deshalb sei Standardisierung so wichtig. „Sonst endet der gute EfA-Gedanke an Stadt- und Gemeindegrenzen“, mahnt die IT-Beauftragte.

In Mitteldeutschland haben wir zu Digitalisierungsthemen einen engen Austausch.

Dr. Daniela Dylakiewicz

Das Thema Kooperation forciert Sachsen auch in Bezug auf Projekte mit anderen Ländern. „Zusammenarbeit im Bereich Digitalisierung ist uns wichtig“, betont Dylakiewicz. Insbesondere in verschiedenen Kooperationsvereinbarungen sei der Austausch sehr eng. Beispiel: Die länderspezifischen Serviceportale, die Sachsen („Amt24“) und Baden-Württemberg („service-bw“) gemeinsam weiterentwickelt haben. Im Rahmen dieser Initiative wird auch der OZG-Hub als zentrales Portal zur Entwicklung und Bereitstellung von Online-Diensten nach dem OZG zur Nutzung durch andere Länder zur Verfügung gestellt. Sachsen führt außerdem den Vorsitz der Entwicklergemeinschaft für die Zahlungsverkehrsplattform „ePayBL“.

„Unser Exportschlager ist aber das Online-Beteiligungsportal“, sagt Dylakiewicz. Hierüber können sich die sächsischen Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Entscheidungsprozesse von Politik und Verwaltung einbringen. Mit Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz habe man bereits eine Kooperation vereinbart, weitere Bundesländer hätten ihr Interesse bekundet.

Ebenfalls aus Sachsen stammt die Initiative rund um die Digitallotsen, deren Ansatz sich mittlerweile auch in Sachsen-Anhalt etabliert hat.

Besonders mit Sachsen-Anhalt und Thüringen tausche man sich regelmäßig aus, gerade auch im Hinblick auf die Konsolidierung von Fachverfahren. „In Mitteldeutschland haben wir zu Digitalisierungsthemen einen engen Austausch“, erläutert Dylakiewicz.

Die Flächendeckung in einer sehr kleinteilig aufgestellten Gemeindestruktur zu organisieren, das ist die große Herausforderung.

Dr. Daniela Dylakiewicz

Eine zentrale Rolle spiele Sachsen auch bei der Entwicklung der EUDI-Wallet, die ab 2027 verfügbar sein soll. Die Landeshauptstadt Dresden nimmt aktiv an der Pilotphase teil und soll eruieren, wie Identitäts- und Nachweisdaten in bestimmten Anwendungsfällen in die digitale Brieftasche überführt werden können. „Wir sind sehr stolz, dass wir als Freistaat Sachsen dieses Pilotprojekt begleiten dürfen“, betont Dylakiewicz.

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