Förderaufruf des BMBF Digitale Desinformation bekämpfen

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Digital erzeugte Falschinformationen werden gezielt eingesetzt, um Meinungen zu manipulieren und das Vertrauen in Demokratie und Staat zu untergraben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiiert eine Fördermaßnahme für Projekte zur Erkennung und Abwehr solcher Desinformationen. Projektskizzen können noch bis Ende Oktober eingereicht werden.

Mit Hilfe generativer KI erstellte Deepfakes wirken erschreckend echt, es braucht technische Lösungen, Forschungsexpertise und Medienkompetenz, um Falschinformationen zu erkennen und abzuwehren. (© KI-generiert)
Mit Hilfe generativer KI erstellte Deepfakes wirken erschreckend echt, es braucht technische Lösungen, Forschungsexpertise und Medienkompetenz, um Falschinformationen zu erkennen und abzuwehren.
(© KI-generiert)

Digitale Technologien haben das Potenzial, die Verwaltungen effizienter zu machen und somit das Vertrauen der Bürger in einen funktionierenden demokratischen Staat zu stärken. Mit eben diesen Technologien lässt sich jedoch auch das Vertrauen in den demokratischen Staat erschüttern: durch gezielte Falschinformationen, speziell Deepfakes – täuschend echte, jedoch gefälschte Inhalte in Bild und Ton –, die schnell und effizient über soziale Plattformen verbreitet werden.

Mit der Fördermaßnahme „Vertrauen in Demokratie und Staat: Digitale Desinformation erkennen und abwehren“ will das Bundesforschungsministerium die Entwicklung effektiver Lösungen zur Erkennung und Abwehr digitaler Manipulationen voranbringen. Muster und Wirkmechanismen solcher Desinformationskampagnen sollen erforscht, Folgen möglichst schon präventiv abgewehrt werde. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Desinformationen, die mit Hilfe fortschrittlicher KI-Technologien erzeugt und verbreitet werden. Weiterhin sollen Forschungsexpertise und Medienkompetenz gestärkt und der Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis gefördert werden.

Zielindikatoren für die Förderprojekte sind entsprechend:

  • Anzahl und Effektivität von Methoden und Tools, mit deren Hilfe Desinformation vorgebeugt, erkannt und abgewehrt werden kann;
  • Verbesserung des Zugangs zu Daten und Forschungsergebnissen im Bereich Desinformation;
  • Etablierung von Forschungsgruppen im Themenbereich Desinformation;
  • ein hoher Impact der erzielten Forschungsergebnisse sowie
  • eine gestiegene gesellschaftliche Kompetenz im Umgang mit Desinformation.

Projekte, die einen Lösungsansatz entwickeln, müssen anhand eines Anwendungsfalls die Umsetzung darlegen und sollten potentielle Anwender möglichst schon in den Forschungsverbund einbinden. Grundlagenprojekte müssen aufzeigen, wie sie ihre Forschungsdaten als Open Data strukturiert und auffindbar veröffentlichen wollen.

Das Antragsverfahren ist zweistufig, im ersten Schritt sind bis 31. Oktober 2024 Projektskizzen an den Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH einzureichen. Ausführliche Informationen und die Links zur Einreichung finden Interessierte auf der BMBF-Webseite.

Die Fördermaßnahme „Vertrauen in Demokratie und Staat: Digitale Desinformation erkennen und abwehren“ ist Teil des Forschungsrahmenprogramms der Bundesregierung zur IT-Sicherheit „Digital. Sicher. Souverän“ und Teil der Leitinitiative Hyperkonnektivität und der Agenda Cybersicherheitsforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Zukunftsstrategie Forschung und Innovation der Bundesregierung.
Methodik und Projektlaufzeit sollten dem Vorhaben angemessen sein, wobei von einer typischen Projektzeit von drei Jahren ausgegangen wird. Ergebnisse der Forschungen dürfen nur in Deutschland, dem EWR und der Schweiz genutzt werden.

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