Künstliche Intelligenz und Distributed-Ledger-Technologie

Die Verwaltung braucht Know-how und Kooperationen

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Herausforderungen

„Die bisherigen Praxiserfahrungen zeigen, dass die Öffentliche Verwaltung bei der Verwendung von KI-Anwendungen etlichen Herausforderungen gegenübersteht“, heißt es im Bericht. Es zeige sich, dass das Leistungsvermögen von KI-Anwendungen von der Qualität des zugrunde liegende KI-Modells sowie der Verfügbarkeit und Güte der Datenbasis abhänge – und vom Verständnis davon, woher diese Datenbasis überhaupt stammen. „Ein mangelndes Verständnis darüber, wie die Modelle und Verfahren funktionieren, kann zu Missinterpretationen der Ergebnisse im Rahmen des Verwaltungshandelns führen oder dazu, dass die Ergebnisse von KI-Anwendungen nicht kritisch hinterfragt werden“, betonen die Autoren. Daher sei Transparenz wichtig, die „die gemäß einem Leitliniendokument der Expertengruppe für künstliche Intelligenz bei der EU entlang der drei Elemente Rückverfolgbarkeit, Erklärbarkeit und Kommunikation sichergestellt werden sollte“.

Damit geht natürlich auch die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter einher – und entsprechende Kapazitäten. Im Bericht heißt es explizit, dass Fach- und auch Erfahrungswissen aber „bislang nur schwer in der Öffentlichen Verwaltung selbst aufgebaut werden konnten“. Neben der Suche nach fachlicher Expertise sind auch Veränderungen der organisatorischen Struktur vonnöten, der Bericht nennt eine stärkere Kooperation zwischen verschiedenen Behörden und Abteilungen sowie die Klärung der jeweiligen Verantwortlichkeiten als Voraussetzung für eine gelungene Umsetzung von KI-Anwendungen.

DLZ noch weniger verbreitet als KI

DLT-Anwendungen sind im Public Sector noch weniger verbreitet als KI. Die Autoren des Berichts stellen eine „breite Diskussion“ darüber fest, „ob bzw. inwieweit DLT mit ihrem Potenzial die Leistungserbringung der öffentlichen Verwaltung unterstützen kann“. Die Komplexität der Technologie, die Integration in bestehende Infrastrukturen, aber auch die hohen Qualitätsanforderungen an die Datenaufbewahrung seien von Bedeutung. Und auch hier, wie bei KI-Lösungen, gibt es das Problem der Fachkräfte. „Sowohl die Bundesregierung als auch Akteure der Öffentlichen Verwaltung sehen eine wesentliche Herausforderung für die Realisierung der Innovationspotenziale von DLT in mangelndem technologiebezogenem Know-how in den Verwaltungseinrichtungen“, heißt es im Bericht und nennt Datenwissenschaftler, Kryptologen und Informatiker als nötige Fachkräfte. Außerdem werden geringe Kapazitäten und fehlendes Interesse am Thema in der Öffentlichen Verwaltung konstatiert.

Fazit

„Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz von KI-Anwendungen sowohl Effektivitäts- als auch Effizienzsteigerungen ermöglicht, Letzteres vor allem infolge von Prozessautomatisierungen in repetitiven Tätigkeitsbereichen“, heißt es abschließend von den Autoren. Für DLT-basierte Anwendungen sieht es ähnlich aus: „Mit DLT können bislang technisch konventionell umgesetzte und papierbasierte Verwaltungsprozesse umgestaltet werden, z. B. bei der öffentlichen Registerverwaltung.“ Der Bericht erwartet Effizienz- und Sicherheitsgewinne als auch eine Verringerung der Fehler- und Korruptionsanfälligkeit. Voraussetzung sei allerdings, bestehende Prozesse und die Service- und Organisationskultur der Verwaltung zu überdenken. Deshalb gibt der Bericht folgende Anforderungen und Handlungsfelder vor, um den Wandel zur digitalen Verwaltung allgemein und mittels KI und DLT vorantreiben zu können:

  • Vergabe von Mandaten für den Ausbau und die koordinierte Umsetzung von Technologiestrategien mit Fokus auf KI und DLT.
  • Steuerung des Einsatzes von KI- und DLT-basierten strategischen Verwaltungsinnovationen.
  • Stärkung von Wissen, Wissensmanagement und Wissenstransfer.
  • Förderung von Forschungs- und Entwicklungskooperationen zur Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen,
  • Gestaltung von behördenübergreifenden Anwendungen im Rahmen einer verantwortungsvollen Datenstrategie,
  • Schaffung eines innovationsfördernden regulatorischen Rahmens,
  • nutzungsfreundliche Gestaltung digitaler Behördenleistungen.

Bericht

Den vollständigen Bericht des TAB zum Thema „Künstliche Intelligenz und Distributed-Ledger-Technologie in der öffentlichen Verwaltung“ finden Sie online als PDF:

Zum Bericht

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