Bereits zum fünften Mal präsentierte der Digitalverband Bitkom in diesem Jahr mit dem Smart City Index 2023 das Ranking der 81 Großstädte Deutschlands. Die Auswertung zeigt: Es geht voran bei der Digitalisierung in den Städten.
Erstmals seit 2019 schafft Hamburg es nicht auf Platz eins. Laut Smart City Index 2023 ist München die digitalste Stadt Deutschlands.
Hamburgs Siegessträhne endet. Von 2019 bis 2022 konnte sich die Stadt Platz eins sichern. Nun wurde sie vom Thron gestoßen. Mit nur 0,6 Punkten mehr reißt München (84,5 Punkte) den Titel in diesem Jahr an sich. Zwar lande Hamburg (83,9 Punkte) so zwar „nur“ auf Platz zwei kurz vor Köln (83,2 Punkte), das bedeute aber nicht, dass die Digitalisierung in der Stadt stagniert, wie Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse erklärt.
Im Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Bayerns Landeshauptstadt und Hamburg konnte sich Bayern letztlich durch das Tempo, in dem Digitalisierungsvorhaben umgesetzt werden, durchsetzen. Die Hansestadt bleibe aber weiterhin Vorbild beim Thema Smart City, so Wintergerst. „Der Smart City Index zeigt, dass es nicht nur um Schnelligkeit geht, sondern auch um Kontinuität.“
Dennoch spielt das Tempo eine entscheidende Rolle. So gebe es eine Spitzengruppe unter den Top 20, die seit Jahren im Ranking gut platziert sei. Gleichzeitig hätten viele Städte auf den hinteren Plätzen Schwierigkeiten, Tempo aufzunehmen und aufzuschließen. „Wir sehen bei den Untersuchungen für den Smart City Index jedes Jahr, wie viele Städte schon großartige Digitalprojekte umgesetzt haben. Woran es oft hapert: Einzelprojekte in die Fläche zu bringen. Der Appell nach Berlin und in die Landeshauptstädte ist daher: Bund und Länder sollten nicht nur neue Leuchtturmprojekte wie etwa zum KI-Einsatz in der Verwaltung fördern, sondern den Roll-Out von erprobten digitalen Lösungen viel stärker unterstützen“, so Wintergerst.
das Top-20-Ranking des diesjährigen Smart City Index.
Der Bitkom-Präsident betont zudem das hohe Niveau, auf dem sich Deutschlands Städte heute befinden. Von möglichen 100 Punkten erreichte die Hansestadt im Jahr 2019 nur knapp unter 80 Punkten und dennoch den ersten Platz. Und auch unter den Top 10 ist ein klarer Aufwärtstrend erkennbar. 2019 erzielte der Zehntplatzierte noch lediglich 61 Punkte. „Heute hätte diese Punktzahl nur für Platz 43 oder 44 gereicht“, erläutert Wintergerst und resümiert: „Die Städte machen Tempo“.
Aufsteiger des Jahres
Das zeigen auch die diesjährigen Aufsteiger wie die Stadt Ulm, die es erstmals unter die ersten zehn schaffte. Sie konnte besonders in der Kategorie Energie und Umwelt überzeugen und bietet so die beste Ladeinfrastruktur unter den Großstädten. Und auch in der Kategorie Gesellschaft und Bildung schneidet die Stadt mit einem Medienentwicklungskonzept für Schulen, einer gut vernetzten Digital-Szene und einem digitalen Familienregister sehr gut ab. Insgesamt erreicht Ulm mit 76,8 Punkten Platz neun und platziert sich so kurz vor Karlsruhe mit 76,6 Punkten.
Aber auch die Städte Wolfsburg (Platz 23 mit 71,3 Punkten), Rostock (Platz 40 mit 65,5 Punkten), Göttingen (Platz 53 mit 57,5 Punkten) und Erfurt (Platz 55 mit 54,2 Punkten) zählen zu den Aufsteigern. So konnten sie im Vergleich zum vergangenen Jahr jeweils 19, 31, 20 und 26 Plätze gutmachen.
Bemerkenswert ist auch das Ergebnis der ältesten Stadt Deutschlands: Trier. Mit insgesamt 75,3 Punkten landet die Stadt auf Platz 15 und verschlechtert sich somit im Gegensatz zum Vorjahr. Jedoch erreichte keine Stadt in der Kategorie Energie und Umwelt eine höhere Punktzahl. Mit einer modernen und energiesparenden Straßenbeleuchtung mit intelligenter Steuerung, einem sehr hohen Anteil an Photovoltaik-Strom und E-Fahrzeugen sowie zahlreichen Pilotprojekten wie etwa einem Energiebunker, setzt die Stadt wie keine andere moderne Technologien ein, um nachhaltig zu sein.
Wie werden Städte smarter?
Auf den letzten Plätzen des Rankings befinden sich die Städte Remscheid (Platz 79), Magdeburg (Platz 80) und Bremerhaven (Platz 81). Enttäuscht sei Wintergerst vor allem auch von der Bundeshauptstadt Berlin, die es lediglich auf Platz 24 des Rankings schafft. Einen genauen Grund für das schlechte Abschneiden dieser Städte nennt Wintergerst nicht. Er hält jedoch fest, dass bei Städten mit besonders gutem Ergebnis auffällig sei, dass diese ihre Smart-City-Kompetenzen in der Stadtverwaltung bündelten. Zudem sei ein Netzwerk aus lokaler Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft ebenfalls förderlich beim Aufbau einer Strategie. Auch betont Wintergerst die Bedeutung der Nachnutzung funktionierender Lösungen, das sei nicht nur schneller, sondern spare auch Kosten. Dabei sollten die Kommunen außerdem Unterstützung von Bund und Ländern erhalten.
Stand: 08.12.2025
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Außerdem schneiden vor allem auch Universitätsstädte im Durchschnitt besser ab. Wintergerst: „In Städten mit Hochschulen fällt der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis deutlich leichter. Städte profitieren auch von Tech-Startups mit ihrem innovativen Technologie-Einsatz und frischen Blick auf Herausforderungen. Wenn Startups die Möglichkeit bekommen, Smart-City-Anwendungen vor Ort in Kooperationen zu testen, ist das eine klassische Win-Win-Situation.“
Er fasst zusammen: „Unter den Top 10 finden sich nicht nur Metropolen wie München und Hamburg, sondern auch kleinere Universitätsstädte wie Aachen (Platz 5 mit 79,3 Punkten), Osnabrück (Platz 7 mit 77,6 Punkten) oder Ulm. Das zeigt einmal mehr, dass man nicht groß sein muss, um smart sein zu können. Wichtig sind vielmehr ein professionelles Management der Digitalisierungs-Aktivitäten und ein gemeinsames Engagement von Politik, Unternehmen und Zivilgesellschaft vor Ort.“
Die Kategorie, in der die Städte durchschnittlich am schlechtesten abschnitten, war Energie und Umwelt. Gerade die großen Städte hätten hier Schwierigkeiten, erklärt Michael Pfefferle, Bereichsleiter Smart City & Mobility bei Bitkom. Darauf folgt die Kategorie Mobilität. Hier seien es hingegen besonders die kleineren Städte, die sich schwer täten. Worauf diese Städte hier achten müssten, sei etwa, die Ladeinfrastruktur auszubauen oder Umweltmonitoring einzuführen. Besser laufe es da in der Verwaltung: „Wir sehen sehr viele Veränderungen im Bereich der Verwaltung. Nicht zuletzt wegen des regulatorischen Drucks durch das Onlinezugangsgesetz.“
Insgesamt variieren Digitalisierungsbemühungen in den Bundesländern stark. Wie bereits im Vorjahr liegen Städte in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen im bundesweiten Vergleich weit vor denen in anderen Bundesländern. Nur knapp über den Durchschnitt schaffen es in diesem Jahr Hessen und Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fallen die Ergebnisse unterdurchschnittlich aus. Berücksichtigt werden muss jedoch auch die Anzahl der Großstädte in den jeweiligen Ländern. Während es in Sachsen nur drei für das Ranking relevante Großstädte gibt, entfallen auf Nordrhein-Westfalen ganze 30 Städte. Für Bundesländer mit weniger als drei Großstädten lässt sich faktisch keine Aussage treffen.
Mehodik des Smart City Index
Der Smart City Index untersucht seit 2019 jährlich den Stand der Digitalisierung der 81 deutschen Großstädte. Grundlage der Erhebung sind Selbstauskünfte der Städte mit Validierung und Desk-Researches, u.a. über den Internetauftritt der Städte, amtliche Statistiken und Studien, Bundesministerien oder Verbände. Die Indexberechnung und das Ranking erfolgen auf Grundlage von fünf Kategorien mit insgesamt 37 Indikatoren und 157 Parametern – von Online-Bürger-Services über Sharing-Angebote und Umweltsensorik bis zur Breitbandverfügbarkeit und Digital-Fortbildungen für Lehrkräfte und Verwaltungsangestellte. So erhält jede Stadt je Kategorie eine Punktzahl von 0 bis 100, aus deren Mitte sich die Gesamtpunktzahl und darauf basierend das Ranking ergibt. Bewertet werden dabei die Kategorien:
Verwaltung,
IT und Kommunikation,
Energie und Umwelt,
Mobilität und
Gesellschaft und Bildung.
Dabei ist die letzte Kategorie „Gesellschaft und Bildung“ in diesem Jahr ein Novum. Aufgrund des großen Einflusses der Städte auf die Infrastruktur der Bildung und Schule wurde diese ergänzt. Von insgesamt fünf Städten erhielten die Experten keine Informationen, diese wurden deshalb bei einschlägigen Stellen und zuverlässigen Quellen recherchiert.