Generative KI Der Weg zur KI-gestützten, effizienten und bürgerzentrierten Verwaltung

Ein Gastbeitrag von Franz Böhmann 6 min Lesedauer

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Fachkräftemangel, Energiekrise, Bürokratiedschungel – das sind nur drei von vielen Herausforderungen in der öffentlichen Verwaltung. Um diese Probleme zu lösen, müssen wir Wege finden, um begrenzte Ressourcen besser zu nutzen und effizienter zu arbeiten. Dabei kann KI oder gerade auch generative KI eine wichtige Rolle spielen.

In deutschen Finanzämtern werden jährlich mehrere Millionen Steuerbescheide eingereicht, die von den Verwaltungsfachleuten händisch geprüft werden. Eine automatisierte Verarbeitung könnte dazu beitragen, redundante Arbeiten zu reduzieren und außerdem mögliche Steuerbetrugsfälle oder Geldwäsche schneller aufzudecken. (Bild:  tippapatt – stock.adobe.com)
In deutschen Finanzämtern werden jährlich mehrere Millionen Steuerbescheide eingereicht, die von den Verwaltungsfachleuten händisch geprüft werden. Eine automatisierte Verarbeitung könnte dazu beitragen, redundante Arbeiten zu reduzieren und außerdem mögliche Steuerbetrugsfälle oder Geldwäsche schneller aufzudecken.
(Bild: tippapatt – stock.adobe.com)

In einer Ära, in der technologischer Fortschritt die Norm und nicht die Ausnahme ist, erlebt die öffentliche Verwaltung einen beispiellosen Wandel. An vorderster Front dieser Transformation steht aktuell generative Künstliche Intelligenz (KI). Immer mehr Fachkräfte im öffentlichen Sektor wenden sich innovativen Technologien wie ChatGPT zu, um den Arbeitsalltag zu revolutionieren – von der Optimierung der E-Mail-Korrespondenz bis hin zum Erstellen von Textvorlagen. Diese Entwicklungen markieren einen Wendepunkt in der Art und Weise, wie Verwaltungsaufgaben angegangen werden können. Trotz des beträchtlichen Potenzials, das generative KI-Modelle bieten, navigiert die öffentliche Verwaltung auch durch ein komplexes Geflecht finanzieller und rechtlicher Herausforderungen – ein Spannungsfeld, das sowohl große Chancen birgt als auch neue Fragestellungen aufwirft.

Zwischen Ethik und Datenschutz

Die Implementierung generativer KI in bürgernahen Anwendungen und Services bringt hohe Anforderungen mit sich, insbesondere in Bezug auf ethisch korrektes Verhalten, da der Einsatz unmittelbare Auswirkungen auf die Lebensrealität von Bürgerinnen und Bürger hat. Es ist daher von besonderer Wichtigkeit, Risiken und Qualität von IT-Systemen, die auf generativer Künstlicher Intelligenz basieren, sorgfältig zu evaluieren. In diesem Zusammenhang reichen für die Umsetzung von Transparenz und Nachvollziehbarkeit reguläre Risikobetrachtungen und eine einfache Darstellung von Algorithmen nicht aus. Vielmehr sind sensible und reaktive Prozesse erforderlich, die eine kontinuierliche Qualitätsüberwachung über angemessene Sicherheitsmechanismen sicherstellen.

In Fällen, in denen Chatbots aufgrund unzureichender Lernprozesse aus historischen Daten diskriminierend agieren oder bestimmte Personengruppen bei der Textformulierung vernachlässigen, ist eine umgehende und transparente Reaktion seitens der Verwaltung unerlässlich. Es ist entscheidend, dass Bürgerinnen und Bürger einen erleichterten Zugang zur Einreichung von Beschwerden erhalten, um Vorfälle effektiv anzusprechen. Gleichzeitig ist es für IT-Fachkräfte notwendig, einfacheren Zugang zu neuen komplexen Systemen zu haben, um schnelle und angemessene Anpassungen vornehmen zu können. Bürgerinnen und Bürger sollen neuen Systemen ihre persönlichen Daten anvertrauen und dafür braucht es Mechanismen, die Vertrauen aufbauen und durch Zuverlässigkeit überzeugen. Dies kann durch die Einhaltung und aktive Umsetzung von DSGVO-Vorschriften stattfinden, wie durch die Implementierung transparenter und für die Nutzenden nachvollziehbaren Sicherheitsmechanismen.

Die Umsetzung von verlässlicher KI und den daraus resultierenden Fragestellungen zur ethischen Integrität von Daten und Modellen sind damit nicht nur durch KI-Entwickelnde umzusetzen. Vielmehr liegt die Verantwortung in der Organisation, welche die KI-Anwendungen betreibt. Sie müssen die ethischen Leitlinien vorgeben und deren Einhaltung sicherstellen.

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