Generative KI

Der Weg zur KI-gestützten, effizienten und bürgerzentrierten Verwaltung

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Chancen von generativer KI im Public Sector

Bei all diesen Herausforderungen, die es in der öffentlichen Verwaltung bei der Nutzung von generativer KI zu beachten gibt, stellt sich die Frage: Lohnt sich deren Einsatz überhaupt? Die Antwort lautet klar: ja! Denn die Vorteile und Potenziale der Technologie für den Public Sector sind enorm. In der Verwaltung können generative KI-Modelle dazu beitragen, die oft komplizierte Amtssprache in eine für Bürgerinnen und Bürger verständlichere Form zu übersetzen. Dies erhöht nicht nur die Zugänglichkeit und Transparenz von Verwaltungsvorgängen, sondern fördert auch das Vertrauen und die Partizipation. Der Einsatz von KI-basierten Sprachmodellen ermöglicht außerdem eine signifikante Automatisierung und Effizienzsteigerung routinemäßiger Aufgaben, zum Beispiel beim Verfassen und Bearbeiten von Dokumenten. Fachkräfte könnten sich dadurch auf komplexere und strategisch wichtigere Herausforderungen konzentrieren. Gleichzeitig unterstützt generative KI die Entscheidungsfindung durch die Analyse großer Textmengen, um relevante Informationen und Einsichten für politische und strategische Entscheidungen zu liefern. Zudem kann sie zur Qualitätssteigerung der Bürgerdienste beitragen, indem sie kontextbezogene, personalisierte Antworten generiert, und so die Nutzerzufriedenheit erhöht.

Neue Horizonte in der Verwaltung durch KI

Generative KI kann die Effizienz und Effektivität im öffentlichen Sektor also erheblich steigern. Ein Beispiel aus der Praxis:

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat kürzlich die Leistungsfähigkeit generativer Künstlicher Intelligenz (KI) eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Vor der Herausforderung stehend, umfangreiche Stellungnahmen verschiedener Verbände zum Referentenentwurf zur Kindergrundsicherung effizient zu analysieren, griff das Ministerium auf die Expertise von msg zurück. Die eingesetzten Transformer-basierten Sprachmodelle ermöglichten es, aus über 500 Seiten Freitext relevante Informationen effizient zu extrahieren. Mithilfe fortschrittlicher Methoden wie der semantischen Suche und Sentiment-Analyse gelang es dem Team, aus den ca. 60 Stellungnahmen eine ausgereifte Zusammenfassung sowie 1.400 Argumente für und gegen Regelungen im Entwurf sowie 1.200 Änderungsvorschläge präzise zu identifizieren und zu klassifizieren. Damit konnten aufwendige Abstimmungsprozesse für die manuelle Erstellung der Zusammenfassung auf einige Minuten Rechenzeit reduziert werden.

In Zukunft könnte das Ministerium in weiteren Schlüsselbereichen weiterhin von der generativen KI profitieren, beispielsweise bei der automatisierten Bearbeitung von Bürgeranfragen. Denn KI-Systeme helfen bei der effizienten Kategorisierung und Bearbeitung von Anträgen, was die Reaktionszeiten verkürzt und statistisch die Qualität der Antworten erhöht. Generative KI kann bei der Erstellung von Entscheidungsvorlagen unterstützen, indem sie große Datenmengen wie Umfragen und Forschungsberichte analysiert, um evidenzbasierte Empfehlungen für politische Maßnahmen zu generieren.

Strategische Empfehlungen für Führungskräfte

Um die digitale Transformation in Deutschland erfolgreich zu gestalten, müssen digitale Veränderungen angenommen und neue Arbeits- sowie Kommunikationskulturen entwickelt und gelebt werden. Konzepte wie Data Literacy, New Work und Agilität bieten hierfür wertvolle Rahmenwerke. Entscheidungsträgerinnen und -träger sind gefordert, Räume für solche Entwicklungen zu schaffen und zu fördern, um eine Kultur der Innovation und des kontinuierlichen Lernens zu etablieren. Führungskräfte spielen dabei eine zentrale Rolle, indem sie als Vorbilder agieren, die Veränderungen vorantreiben und ihre Teams in diesen Veränderungsprozessen unterstützen.

Zukünftige Führungskräfte in der öffentlichen Verwaltung müssen auf den schnellen technologischen und kulturellen Wandel vorbereitet werden, damit sie neue Herausforderungen nutzenbringend mitnehmen können. Ob interne oder externe Schulungen ein effektives Mittel sind, hängt von den spezifischen Bedürfnissen der Organisation ab. Technische Schulungen zu Innovationen können ebenso wichtig sein, wie das Erlernen neuer kultureller Methoden. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, Managementberatungen hinzuzuziehen, die sowohl strategische als auch technische Expertise bieten, um in der transformativen Umsetzung zu unterstützen.

Fazit

In der Ära der fortschreitenden Künstlichen Intelligenz, insbesondere der generativen KI, steht Deutschland an einem entscheidenden Wendepunkt. Die herkömmlichen Managementmethoden stoßen an ihre Grenzen, da die digitale Transformation neue Denkweisen und Fähigkeiten erfordert, die weit über die traditionellen Managementkenntnisse hinausgehen. In dieser schnelllebigen technologischen Landschaft sind spezialisierte Beratungsangebote nicht nur wünschenswert, sondern unerlässlich, um die Führungskräfte von morgen auf die Herausforderungen der digitalen Ära vorzubereiten.

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Diese Beratungsangebote könnten die Lücke zwischen den etablierten Managementpraktiken und den sich stetig wandelnden Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Verwaltung überbrücken. Indem sie technisches Know-how mit strategischer Weitsicht verknüpfen, könnten diese Programme den Führungskräften die notwendigen Werkzeuge an die Hand geben, um in einer von digitalen Innovationen dominierten Welt erfolgreich zu navigieren.

Trotz der Herausforderungen, die mit der Bürokratie, infrastrukturellen Problemen und demografischen Veränderungen einhergehen, bietet generative KI ein enormes Potenzial, die digitale Erneuerung zu beschleunigen und die nationale digitale Agenda maßgeblich zu prägen. Somit könnte Deutschland nicht nur seine Position als Technologieführer festigen, sondern auch neue Maßstäbe in der Gestaltung einer modernen und effizienten öffentlichen Verwaltung setzen.

Franz Böhmann
ist Senior Business Consultant für Künstliche Intelligenz bei msg.

Bildquelle: msg

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