Digitaler Personalausweis und digitale Brieftaschen 2023 Das Für und Wider der digitalen Brieftasche

Von Chiara Maurer 2 min Lesedauer

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Die aktuelle PwC-Studie „Digitaler Personalausweis und digitale Brieftaschen 2023“ wirft einen Blick auf die Einstellungen der Bundesbürgerinnen und -bürger in Bezug auf digitale Identitätslösungen.

Vielen Bürgerinnen und Bürgern fehlt das Bewusstsein darüber, wie der digitale Ausweis ihnen weiterhelfen kann.(©  cnythzl – Getty Images Signature via Canva.com)
Vielen Bürgerinnen und Bürgern fehlt das Bewusstsein darüber, wie der digitale Ausweis ihnen weiterhelfen kann.
(© cnythzl – Getty Images Signature via Canva.com)

„Die Möglichkeit, sich verlässlich und sicher digital auszuweisen, würde den Online-Alltag der Bürger:innen erleichtern und die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft beschleunigen“, so Johannes Jahnke, Manager, PwC Deutschland. Dass dieses Bewusstsein auch unter den (potenziellen) Nutzerinnen und Nutzern vorhanden ist, legen die Zahlen dar: So ist nicht nur die Akzeptanz der Technologien im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen, rund die Hälfte der Befragten gibt zudem an, einen digitalen Personalausweis nutzen zu wollen.

Eine digitale Brieftasche, die den digitalen Personalausweis, Impfpass, Führerschein und Gesundheitskarte sicher verwahrt, könnte laut der Mehrheit der Befragten viele digitale Behördengänge erleichtern. Besonders gefragt ist der Online-Ausweis dabei für digitale Behördengänge; 79 Prozent würden diese gerne online in Anspruch nehmen. Auch die Kommunikation mit Ärzten (75 Prozent) und den Abschluss von Bankgeschäften, wie etwa die Online-Kontoeröffnung oder Kreditanträge (73 Prozent) sehen viele Befragte als vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten. Zudem gaben 56 Prozent an, den digitalen Ausweis für Online-Käufe, und 54 Prozent im stationären Handel nutzen zu wollen. Dabei steht insbesondere die jüngere Generation unter 45 Jahren diesen Möglichkeiten offen gegenüber.

Ein Drittel der Verbraucherinnen und Verbraucher (36 Prozent) wünscht sich außerdem einen EU-weiten Zugriff auf eine digitale Brieftasche, um Dokumente innerhalb der EU nutzen zu können. Dies könnte beispielsweise die Online-Kontoeröffnung oder Zahlungen erleichtern.

Jedoch gibt es auch Bedenken. Zum einen ist die eingeschränkte Nutzbarkeit noch ein Argument gegen die Technologie. Jahnke erklärt zudem: „Die Akzeptanz der Nutzer:innen für digitale Identitätsnachweise wie die eID-Funktion, den Online-Personalausweis und die digitale Brieftasche hängt stark davon ab, wie die Daten geschützt und verwendet werden und welche Vorteile die Lösungen im täglichen Einsatz bieten.“ So äußerten 83 Prozent der Bürgerinnen und Bürger Sorge im Hinblick auf Hacker-Angriffe und Identitätsdiebstahl. Und auch die steigende Abhängigkeit von einem permanent funktionsfähigen Smartphone sind für 80 Prozent ein Wermutstropfen beim Thema ID-Wallet.

Generell herrscht allerdings noch eine verhältnismäßig große Unwissenheit beim Thema eID in Deutschland. Diese besteht zwar bereits seit 2010, jedoch haben bisher nur 13 Prozent der Deutschen die eID-Funktion ihres Ausweises genutzt. Immerhin konnte dieser Wert seit 2021 um sechs Prozentpunkte erhöht werden, doch das PostIdent- (61 Prozent) oder das VideoIdent-Verfahren (38 Prozent) bleiben weiterhin wesentlich populärer.

Bürgerinnen und Bürger, die die eID-Funktion bereits genutzt haben, bewerten das Verfahren als sicherer (95 Prozent) und kundenfreundlicher (90 Prozent) im Vergleich zu anderen digitalen Identifizierungslösungen. Die Altersunterschiede in der deutschen Demografie unterstreichen dabei die Notwendigkeit eines vielfältigen Lösungsmixes, um so zu vermeiden, dass Nutzergruppen digital ausgeschlossen werden.

Banken als Anbieter

Die Studie zeigt, dass Banken als Anbieter von digitalen Brieftaschen an Akzeptanz gewonnen haben. Aktuell halten 26 Prozent der Befragten Banken für am besten geeignet, eine digitale Brieftasche anzubieten, im Vergleich zu nur 9 Prozent im Jahr 2021. „Damit können Banken einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau eines europäischen Ökosystems für digitale Identitäten leisten“, betont Johannes Jahnke.

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