AWS-Studie Das digitale Potenzial erschließen

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Im eGovernment und bei der Digitalisierung belegt Deutschland in allen wichtigen Rankings bestenfalls einen Platz im Mittelfeld. Welche Potenziale damit verschenkt werden, zeigt nun eine neue Studie im Auftrag von Amazon Web Services.

Die Cloud bietet enormes Potenzial für die Digitalisierung
Die Cloud bietet enormes Potenzial für die Digitalisierung
(© Ar_TH – stock.adobe.com)

Wenn es einmal schnell gehen muss, weil Krisen wie Corona oder Flüchtlinge aus der Ukraine ein schnelles Reagieren erfordern, dann schlägt meist die Stunde der Cloud, weil nur sie es erlaubt, schnell und mit den geforderten Sicherheitsniveaus, die notwendigen eGovernment-Anwendungen bereit zu stellen. Im Zuge der Diskussion um die digitale Souveränität ist das Misstrauen – trotz dieser Vorteile – in vielen Verwaltungen gegen die Cloud aber nicht geringer geworden.

Die Ziele der digitalen Dekade

Dabei bietet die Cloud nicht nur in den genannten Fällen Lösungen an. In diesem Zusammenhang verweisen die Autoren der Studie mit dem Titel „Das digitale Potenzial Deutschlands erschließen“ etwa auf die von der Europäischen Kommission für das kommende Jahrzehnt ausgerufene digitale Dekade. Mit diesem Projekt will die Kommission in vier Bereichen, den digitalen Wandel in Bezug auf Qualifikationen, Verwaltung, Infrastrukturen und Unternehmen beschleunigen.

Dazu halten die Autoren der Studie fest: „In der gesamten EU haben wir gesehen, dass die Bürgerinnen und Bürger die Bedeutung digitaler Technologien und der digitalen Dekade erkannt haben. In unserer Befragung wurde die Bedeutung digitaler Technologien für die Wirtschaft von den Befragten an zweiter Stelle direkt nach der Gesundheit genannt. In diesem Zusammenhang macht Deutschland zwar Fortschritte bei der Erreichung der von der EU festgesetzten Ziele für die digitale Dekade, dennoch muss diese Entwicklung beschleunigt werden. Nur so kann das Potenzial in Bereichen wie digitalen Kompetenzen und der Einführung von Schlüsseltechnologien wie der Cloud-Computing voll ausgeschöpft werden.“

Und dieses Potenzial ist alles andere als klein. Insgesamt schätzen die Autoren der Studie,dass die Verwirklichung der EU-Agenda für die digitale Dekade im Zeitraum von 2021 bis 2030 ein wirtschaftliches Wachstum von über 800 Milliarden Euro für Deutschland erzielen könnte. Das entspricht etwa einem Viertel (24 Prozent) der aktuellen Wirtschaftsleistung der Region

Gemessen an dem derzeitigen Fortschritt werde Deutschland bis 2030 allerdings lediglich 248 Milliarden Euro an wirtschaftlichem Wert erzielen. Wenn Deutschland seine Bemühungen die Ziele der digitalen Dekade zu erreichen beschleunigen würde, könnten jedoch bis 2030 jährlich bis zu 552 Milliarden Euro an zusätzlichem wirtschaftlichen Mehrwert freigesetzt werden.

Um die Ziele der digitalen Dekade der Europäischen Union schneller zu erreichen, fordern die Autoren daher einen nachhaltigen, kollektiven Ansatz, über den öffentlichen und den privaten Sektor hinweg. Dieser Ansatz müsse aber auch die Entwicklung von digitalen Fähigkeiten, Infrastrukturen, Unternehmertum und die digitale Transformation der Öffentlichen Verwaltung und von Unternehmen umfassen.

Der Public Sector in Deutschland im Fokus

Der Ist-Zustand wird in der Studie so beschrieben:

  • Die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland nutzen zunehmend digitale Behördendienste. Es gibt bereits eine hohe Akzeptanz (69 Prozent) der deutschen Bürger, die eGovernment-Dienste nutzen, und 55 Prozent der Deutschen gaben an, dass sie zuversichtlich sind, dass sie Informationen oder einen Dienst über die Websites oder Apps ihrer öffentlichen Verwaltung finden können
  • Es besteht Potenzial für die weitere Nutzung digitaler Behörden und Gesundheitsdienste. Während beispielsweise das ePA-Projekt (elektronische Patientenakte) noch nicht vollständig eingeführt ist und nur 5 Prozent der Deutschen online auf ihre Krankenakten zugegriffen haben, gibt über ein Drittel (34 Prozent) an, dass sie dies gerne tun würden. Dies deutet darauf hin, dass digitale Behörden- und Gesundheitsdienste noch ein großes Wachstumspotential haben, wenn das Bewusstsein über sie und das Vertrauen in sie weiter steigt.
  • Die Cloud kann eine wichtige Rolle bei der Schaffung einer agileren und effizienteren digitalen öffentlichen Verwaltung spielen. Wir schätzen, dass die Verlagerung von 10 Prozent der staatlichen IT-Systeme in die Cloud den deutschen Steuerzahlern über 230 Millionen Euro pro Jahr einsparen könnte.

Im Zuge der digitalen Dekade habe sich die EU allerdings zum Ziel gesetzt, dass 100 Prozent der EU-Bürger Zugang zu ihren Krankenakten haben und dass mindestens 80 Prozent der EU-Bürger eine Lösung zur digitalen Identifizierung (ID) nutzen sollen. Und während 55 Prozent der Deutschen angaben, sicher zu sein, dass sie Informationen oder Dienstleistungen über die Websites oder Apps ihrer Öffentlichen Verwaltung finden könnten, hätten bislang nur 39 Prozent der Deutschen einen Arzttermin online gebucht, nur 30 Prozent hätten bislang ihre Identität online nachgewiesen und nur 15 Prozent hätten bislang eine medizinische Beratung online erlebt.

Die Bürger wollen mehr

Es gebe jedoch einen immer größeren Anteil in der Bevölkerung, der digitale Gesundheitsdienste in Anspruch nehmen würde, so die Autoren der Studie. So hätten 49 Prozent der Befragten angegeben, dass sie gerne einen Arzttermin online buchen möchten. Und während das ePA-Projekt (elektronische Patientenakte) noch nicht vollständig eingeführt ist und bislang nur fünf Prozent der Deutschen online auf ihre Krankenakten zugegriffen hätten, gibt über ein Drittel (34 Prozent) der Befragten an, dass sie dies zukünftig gern tun würden.

Auch bei der Nutzung von eGovernment-Diensten besteht noch Raum für weiteren Ausbau der Leistungen. So gaben 38 Prozent der Studienteilnehmer an, dass sie ihre Identität künftig gerne online nachweisen möchte. Dies deute darauf hin, dass digitale Gesundheits- und Behördendienste noch ein großes Wachstumspotenzial haben, wenn das Bewusstsein über sie und das Vertrauen in sie, weiter steigt.

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Da 80 Prozent derjenigen, die auf öffentliche Dienste online oder über eine App zugegriffen haben, berichten, dass sie diese hilfreich fanden, bestehe in Zukunft Potenzial für eine Massennutzung, da immer mehr Menschen eGovernment-Dienste ausprobieren.

Fazit

Um das Potenzial der digitalen Transformation voll auszuschöpfen, müssen laut Studie vor allem die Bereiche digitaler Kompetenzaufbau und die Einführung von Kerntechnologien, wie Cloud Computing, vorangetrieben werden. Das ist um so wichtiger, als Digitalisierung und digitale Infrastrukturen den notwendigen Wandel zu mehr Nachhaltigkeit unterstützen. So tragen digitale Technologien dazu bei ein intelligenteres Energienetz schaffen und Ressourcen effizienter zu nutzen. mk

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