Souverän, strategisch, zukunftsfähig Cloud-Transformation im öffentlichen Sektor

Von Tobias Ganowski 7 min Lesedauer

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Die Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland steht an einem entscheidenden Punkt: Die Cloud dürfte hier in den kommenden Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen, wie eine aktuelle Lünendonk-Studie zeigt. Neben technologischen Überlegungen stehen insbesondere Fragen der digitalen Souveränität und der Abhängigkeit von einzelnen Anbietern im Mittelpunkt der strategischen Diskussion.

Die Cloud scheint in den Köpfen der Verwaltungsdigitalisierer angekommen zu sein.(Bild:  Heart in pictures - stock.adobe.com / KI-generiert)
Die Cloud scheint in den Köpfen der Verwaltungsdigitalisierer angekommen zu sein.
(Bild: Heart in pictures - stock.adobe.com / KI-generiert)

Digitalisierung der Verwaltung: zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung wurden in den vergangenen Jahren einige wichtige Fortschritte erzielt – etwa im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) oder im Bereich eGovernment. Doch im europäischen Vergleich ist der Digitalisierungsgrad deutscher Behörden immer noch unterdurchschnittlich.

Laut der aktuellen Lünendonk-Studie „Cloud-Transformation im öffentlichen Sektor“, für die 57 Verwaltungen aus Bund, Ländern und Kommunen sowie öffentliche IT-Dienstleister befragt wurden, sehen 31 Prozent diesen im europäischen Vergleich als rückständig an. Im Vergleich zur Privatwirtschaft in Deutschland schätzen diesen sogar über die Hälfte der Befragten (53 Prozent) als rückständig ein. Veraltete IT-Infrastrukturen, komplexe Zuständigkeiten, Fachkräftemangel sowie hohe regulatorische Hürden bremsen vielerorts den digitalen Wandel. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an eine moderne, digitale Verwaltung, die einfach, transparent und effizient funktioniert.

In diesem Spannungsfeld rückt die Cloud-Transformation zunehmend in den Mittelpunkt der öffentlichen Verwaltung. Sie gilt als Katalysator für die dringend notwendige Modernisierung von Verwaltungsprozessen – und als technologische Basis für neue digitale Fachverfahren, datengetriebene Innovationen und KI-gestützte Verwaltungsdienstleistungen. Die Studie, die in Zusammenarbeit mit EY, Gofore, Hyand und msg systems umgesetzt wurde, zeigt, dass vier Fünftel der befragten Verwaltungen und öffentlichen IT-Dienstleister dem Thema eine hohe Priorität beimessen. Die zentralen Erwartungen und erwarteten Mehrwerte sind dabei: mehr Skalierbarkeit, höhere Flexibilität, bessere Resilienz und effizientere IT-Prozesse. Gerade mit Blick auf dynamisch wachsende Anforderungen – etwa bei der Umsetzung neuer digitaler Fachverfahren – ist die Cloud eine Schlüsseltechnologie.

Die Mehrheit der öffentlichen Verwaltungen will bis 2028 die Hälfte ihrer Anwendungen in der Cloud betreiben

Die Cloud-Nutzung im Public Sector dürfte nach Ansicht der Beschäftigten bis 2028 deutlich zunehmen.(©  Lünendonk-Studie 2025 „Cloud-Transformation im öffentlichen Sektor“)
Die Cloud-Nutzung im Public Sector dürfte nach Ansicht der Beschäftigten bis 2028 deutlich zunehmen.
(© Lünendonk-Studie 2025 „Cloud-Transformation im öffentlichen Sektor“)

Der Anteil der Anwendungen, die in der Cloud laufen oder aus der Cloud bezogen werden, soll daher in den kommenden Jahren stark zunehmen. Während heute sieben von zehn Unternehmen maximal 20 Prozent der Anwendungen in der Cloud haben, soll dieser Anteil bis 2028 auf 12 Prozent sinken. Demgegenüber geben 54 Prozent der Befragten an, dass zwischen 40 und 60 Prozent der Anwendungen in der Cloud laufen werden – und sogar 16 Prozent erwarten einen Cloud-Anteil von über 60 Prozent.

Von KI bis Fachkräftemangel: Treiber der Cloud-Transformation

KI, IT-Sicherheit und Resilienz sowie verbesserte Administration sind die Cloud-Treiber schlechthin, aber auch die Digitalisierung von Fachverfahren und Tätigkeiten steht recht weit oben auf der Liste.(©  Lünendonk-Studie 2025 „Cloud-Transformation im öffentlichen Sektor“)
KI, IT-Sicherheit und Resilienz sowie verbesserte Administration sind die Cloud-Treiber schlechthin, aber auch die Digitalisierung von Fachverfahren und Tätigkeiten steht recht weit oben auf der Liste.
(© Lünendonk-Studie 2025 „Cloud-Transformation im öffentlichen Sektor“)

Cloud Computing gewinnt im öffentlichen Sektor aus mehreren Gründen an Bedeutung. 84 Prozent der Befragten sehen das Potenzial von KI-Anwendungen und KI-gestützter Tools als entscheidenden Treiber für die Cloud, da KI ohne die Cloud nicht durchsetzbar ist. Auch Sicherheitsaspekte spielen eine wichtige Rolle: 79 Prozent sehen die Cloud als strategisches Mittel zur Stärkung der Cyber-Resilienz, da die Cloud-Provider hierin massiv investieren. Vorteile wie höhere Stabilität, Skalierbarkeit, Geschwindigkeit und Standardisierung in der IT tragen ebenfalls dazu bei, dass die Cloud immer stärker genutzt wird. Zudem sehen sechs von zehn Befragten in der Cloud eine Antwort auf den Fachkräftemangel und den demografischen Wandel, um IT-Anwendungen und -Systeme auch in Zukunft warten, pflegen und weiterentwickeln zu können.

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