BärGPT Berlins Weg zur KI-­gestützten Verwaltung

Von Johannes Kapfer 6 min Lesedauer

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Berlin geht mit BärGPT einen mutigen Sonderweg. Eine Open-­Source-Eigenentwicklung anstelle eines Zukaufs von der Stange setzt ein deutliches Signal in puncto digitaler Souveränität.

Im Rahmen der LABnight des CityLAB Berlin wurde der KI-Assistent BärGPT vorgestellt.(Bild:  CityLAB Berlin / THANXTHU)
Im Rahmen der LABnight des CityLAB Berlin wurde der KI-Assistent BärGPT vorgestellt.
(Bild: CityLAB Berlin / THANXTHU)

Mit der Einführung von BärGPT im November 2025 hat die Berliner Landesverwaltung Neuland in der digitalen Transformation des öffentlichen Sektors betreten. Der landeseigene KI-Assistent ist dabei mehr als nur ein technologisches Werkzeug. Er markiert einen Richtungswechsel in der Frage, wie moderne Verwaltungen mit den Herausforderungen der Digitalisierung, des Fachkräftemangels und steigender Erwartungen an Servicequalität umgehen können. Die Entscheidung für eine Eigenentwicklung auf Open-Source-
Basis zeigt dabei nicht nur technisches Ambitionsniveau, sondern auch ein klares Bekenntnis zu digitaler Souveränität, Datenschutz und Transparenz im öffentlichen Sektor.

Die Entwicklung von BärGPT erfolgte durch das CityLAB Berlin – dem Innovationslabor der Technologiestiftung Berlin – in enger Zusammenarbeit mit der ­Senatskanzlei sowie zahlreichen Beschäftigten aus der Berliner Verwaltung. Diese partizipative Herangehensweise sollte sicherstellen, dass die Lösung nicht an den tatsächlichen Bedürfnissen der späteren Nutzerinnen und Nutzer vorbei ­entwickelt wird.

Warum Berlin einen eigenen Weg geht

Die Entscheidung für eine Eigenentwicklung statt der Nutzung bestehender Lösungen war keineswegs selbstverständlich. Andere Bundesländer wie Hamburg, Niedersachsen und Bremen setzen beispielsweise auf ein gemeinsam genutztes System, welches bereits seit 2023 im Einsatz ist. Berlin hatte die verfügbaren Marktlösungen gründlich analysiert, kam jedoch zu dem Schluss, dass diese die spezifischen Anforderungen der städtischen Verwaltung nicht vollständig abdecken konnten. Die Hauptstadt mit ihrer komplexen Verwaltungsstruktur, den zahlreichen Bezirksämtern und der Vielzahl unterschiedlicher Fachverfahren benötigte eine maßgeschneiderte Lösung, die sich nahtlos in die bestehende IT-Landschaft ­integrieren lässt.

Der Hintergrund dieser Entwicklung liegt in der im Frühjahr 2024 von der Senatskanzlei ins Leben gerufenen KI-Taskforce. Diese hatte den Auftrag, die Potenziale künstlicher Intelligenz für die Berliner Verwaltung systematisch zu erfassen und konkrete Umsetzungsstrategien zu entwickeln.
Dabei wurde schnell deutlich, dass generative KI-Systeme ein erhebliches Potenzial zur Steigerung der Effizienz bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung bieten – vorausgesetzt, sie werden unter Berücksichtigung der besonderen Anforderungen des öffentlichen Sektors entwickelt und eingesetzt.

Die demografische Entwicklung und der zunehmende Fachkräftemangel in der öffentlichen Verwaltung verschärfen den Handlungsdruck zusätzlich. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Bürger und Bürgerinnen an schnelle, präzise und bürgernahe Verwaltungsdienstleistungen. In diesem Spannungsfeld kann KI als Enabler fungieren, um Routineaufgaben zu automatisieren und Beschäftigten mehr Zeit für wertschöpfende und spannendere Tätigkeiten zu verschaffen.

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