Papierloses Krankenhaus wird Realität

Archive am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

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Die richtige Wahl

„Die Notwendigkeit für ein neues klinisches Arbeitsplatzsystem ergab sich daraus, dass wir hier im UKE eine historisch gewachsene, sehr heterogene Systemlandschaft hatten, die unsere neugestalteten Prozesse nicht ausreichend unterstützte“, erklärt der damalige IT-Leiter Dr. Gocke.

Deshalb begab sich das UKE 2006 auf die Suche nach einem umfassenden und integrierten klinischen Informationssystem (KIS). „Wir haben uns am Markt umgeschaut, aber gerade einmal drei Kandidaten erfüllten alle formalen Voraussetzungen und trauten sich ein Projekt dieser Größenordnung auch zu“, berichtet Dr. Gocke. „Und Siemens kam mit Soarian Clinicals, wie es in den Verhandlungen präsentiert wurde, dem am nächsten, was wir haben wollten.“

Zügige Implementierung

Nachdem die Entscheidung für Siemens gefallen war, wurde zügig mit der Implementierung begonnen. „Die Fachkonzept- und Implementierungsphase war für ein Krankenhaus dieser Größe extrem kurz: Zwischen Vertragsunterzeichnung und Produktivstart im Oktober 2008 lagen gerade einmal neun Monate“, erinnert sich Gesamtprojektleiter Ulf Fischer von Siemens. „Immerhin entstand hier in Hamburg die größte Einzelinstallation von Soarian Clinicals weltweit. Die Implementierung musste noch vor dem Umzug ins neue Klinikum erfolgen, der für Anfang 2009 geplant war.“

Ein Umzug von 5.000 Mitarbeitern und 1.000 Patienten in komplett neue Räumlichkeiten ist auch für sich genommen bereits eine enorme Herausforderung. Deshalb sollte Soarian Clinicals bereits einige Monate zuvor produktiv gehen, damit die Anwender sich mit der neuen Software vertraut machen konnten und nicht zwei Umstellungen gleichzeitig bewältigen mussten. Der Produktivstart des neuen KAS mit allen verfügbaren Modulen sollte im kompletten Universitätsklinikum innerhalb eines Monats stattfinden.

„Die technische Implementierung verlief bemerkenswert glatt und wurde termin- und budgetgerecht abgeschlossen“, erzählt Ulf Fischer. „Im Oktober 2008 wurde Soarian Clinicals in der ersten Ausbaustufe im gesamten Klinikum in Betrieb genommen.“

„Die Zusammenarbeit im Projekt war sehr offen und konstruktiv“, lobt der ehemalige ITLeiter Dr. Gocke. „Der Pavillon, den Siemens hier auf dem Gelände angemietet hat, wurde dabei zu einer wirklichen Begegnungsstätte für Kliniker, ITPersonal und Siemens-Mitarbeiter. Das hat wunderbar funktioniert.“

Das papierlose Krankenhaus

Eine der weitreichendsten Veränderungen für die Klinikmitarbeiter war sicherlich die Ablösung der papierbasierten Patientenakte durch Soarian Clinicals und Soarian Health Archive. Die Geschäftsführung des UKE ist entschlossen, konsequent die Vision eines weitgehend papierlosen Krankenhauses in die Realität umzusetzen.

„Wenn man die IT nur zusätzlich zu den papiergebundenen Abläufen einsetzt, dann wird sie nicht wirklich effizienter und gewinnt auch keine Qualität,“, sagt Dr. Peter Gocke. „Deshalb wollten wir möglichst ganz ohne Papier auskommen. Natürlich werden unterschriebene Dokumente wie Aufklärungsbögen und Behandlungsverträge weiterhin in Papierform archiviert. Aber ich brauche dieses Papier nicht mehr in der täglichen Arbeit – es wird

gescannt.“

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