Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz

3 Länder entwickeln eine automatisierte Beihilfeabrechnung

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Bewertung anhand umfassender Teststellung

Im Rahmen einer umfangreichen Teststellung waren die einzelnen Lösungsanbieter aufgefordert, die Leistungsfähigkeit ihrer Systeme sowie ihr Lösungskonzept anhand einzelner Arbeitsschritte aufzuzeigen. Zudem war Beleggut aus der täglichen Praxis vor Ort zu verarbeiten. Die erzielten Testergebnisse wurden qualitativ ausgewertet und bildeten zusammen mit dem Bewertungsschema des Testteams die Grundlage für den Zuschlag.

Das Testteam setzte sich aus Vertretern aller drei Länder zusammen, die auch die Ausschreibung gemeinsam vorbereitet hatten. Somit waren während des gesamten Auswahlprozesses jederzeit die Interessen aller beteiligten Länder repräsentiert. Zudem konnte das Team auf landesspezifische Besonderheiten der Beihilfeverordnungen eingehen, ohne die gemeinsame Architektur aus dem Auge zu verlieren.

Auf der CeBIT 2010 wurde die Kooperation der drei Bundesländer offiziell besiegelt.

Beim Aufbau der produktionsreifen Lösung werden die Landesverwaltungen von codecentric (früher MBG) und Paradatec unterstützt. Dabei stehen der Know-how-Transfer in Bezug auf die Software sowie Erfahrungen aus den bisherigen, vergleichbaren Projekten – beispielsweise im Bereich privater Krankenversicherungen – im Vordergrund.

37 Millionen Seiten jährlich zu verarbeiten

Derzeit werden in den dezentralen Beihilfestellen von Nordrhein-Westfalen Daten von etwa einer Million Personen geführt, inklusive der berücksichtigungsfähigen Familienangehörigen. Dies entspricht rund 24 Millionen jährlich zu verarbeitender Seiten. Die Beihilfebearbeitung in Rheinland-Pfalz erfolgt zentral in Koblenz sowie in einer Außenstelle in Neustadt.

Eine Voraussetzung für die automatisierte Bearbeitung war, dass sich künftige strukturelle Veränderungen flexibel abbilden lassen. Heute werden Daten von rund 250.000 Personen verarbeitet, was einem Volumen von etwa sieben Millionen Seiten Antragspost pro Jahr gleichkommt. In Hessen werden die Beihilfeanträge zentral beim Regierungspräsidium in Kassel bearbeitet. Analog zu Rheinland-Pfalz wird auch hier Wert auf flexible Strukturen gelegt. Es sind Daten von etwa 375.000 Personen zu verarbeiten mit einem jährlichen Gesamtvolumen von rund 6,1 Millionen Seiten. Ein weiterer Anstieg der Antragszahlen ist bereits jetzt für alle drei Länder absehbar.

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