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Doch nicht nur die Lösungen müssen unterstützt werden, sondern auch die Firmen bei der Einführung dieser – mit stärkerer staatlicher Förderung, Beratung oder Ähnlichem. Darüber hinaus gilt es die präventive Aufklärungsarbeit in den Firmen zu intensivieren und das Bewusstsein für Datenschutz in den Unternehmen mit Hilfe von beispielsweise Workshops, Whitepapers und Leitfäden zu schärfen.
„Die deutsche Bundesregierung und die nachgeordneten staatlichen Stellen müssen ihre Anstrengungen zur Abwehr von Wirtschaftsspionage weiter verstärken“, fasst Lapp zusammen. Dazu zählt laut NIFIS-Vorsitzendem auch die konsequente strafrechtliche Verfolgung von Wirtschaftsspionage. Dies umfasst auch sogenannte befreundete Staaten und deren Geheimdienste.
Abstimmung zwischen den Behörden
„Im Falle des NSA-Skandals darf sich dies dann eben nicht nur auf das Handy der Kanzlerin beschränken“, hebt der NIFIS-Vorsitzende hervor. In diesem Zusammenhang muss vor allem auch die internationale Zusammenarbeit verbessert werden. „Bisher scheitert die Strafverfolgung zu oft daran, dass die Abstimmung mit den Behörden im Zielland auf Schwierigkeiten stößt und dadurch die juristischen Bemühungen eingestellt werden müssen“, ergänzt Lapp.
„Die deutsche Wirtschaft zahlt für ihre enormen Anstrengungen in Forschung und Entwicklung und das umfangreiche Know-how einen hohen Preis. Ganz gleich, ob mittelständische Unternehmen oder Großkonzerne. Alle sind von Wirtschaftsspionage bedroht“, betont der NIFIS-Vorsitzende.
Die prominentesten Beispiele fremder Ausspähung reichen von Airbus über Ferrostahl und Siemens bis hin zur Telekom-Branche. Und auch gerade beim einheimischen Mittelstand ist der Nachholbedarf an Sicherheitslösungen noch besonders groß: Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) verdeutlicht, dass etwa jedes fünfte Unternehmen seine Daten nur unzureichend schützt.
„Dies sind dramatische Zahlen. Zumal die Fälle von Cyberkriminalität mit 64.500 erfassten Straftaten laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière ein neues Rekordniveau erreicht haben – die Dunkelziffer liegt hierbei bei 90 Prozent“, fasst Lapp die derzeitige Situation zusammen. Und als ob der aktuelle Stand nicht schon alarmierend genug wäre, gehen Experten künftig von einer weiteren Zunahme der Ausspähungen aus.
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