CityLAB Sommerkonferenz 2024 „Wir müssen anders arbeiten“

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Auf der Sommerkonferenz feierte das CityLAB Berlin nicht nur die Fortschritte bei der Berliner Verwaltungsdigitalisierung, sondern auch sein fünfjähriges Bestehen. Das Innovationslabor unterstützt die Öffentliche Verwaltung, arbeitet aber gänzlich anders.

Auf der Sommerkonferenz feierte das gesamte Team den 5. Geburtstag des CityLAB.(©  CityLAB Sommerkonferenz 2024, Fotograf: Florian Reimann)
Auf der Sommerkonferenz feierte das gesamte Team den 5. Geburtstag des CityLAB.
(© CityLAB Sommerkonferenz 2024, Fotograf: Florian Reimann)

In Berlin Mitte fand am 27. Juni 2024 die diesjährige Sommerkonferenz des CityLAB Berlin statt. Das Innovationslabor wird durch die Technologiestiftung betrieben, durch die Berliner Senatskanzlei gefördert und hat mittlerweile über 35 Beschäftigte. Seit fünf Jahren werden hier digitale Tools entwickelt, um die Digitalisierung Berlins voranzubringen.

CityLAB Sommerkonferenz 2024
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Zahlreiche Workshops, Vorträge und Panels sorgten auf der Konferenz für reichlich Input. „Wir sind keine Exoten, keine Einzelkämpfer mehr“, betonte CityLAB-Direktor Dr. Benjamin Seibel in seiner Eröffnungskeynote. Einige der entwickelten Produkte seien mittlerweile nicht nur in der Berliner Verwaltung, sondern bundesweit im Einsatz – wie beispielsweise das KI-Tool Parla.

Seibel hob die besondere Arbeitsweise des Innovationslabors hervor. „Wenn man zu angepasst ist, kann man nichts verändern“, so Seibel. Als Elemente dieser besonderen Arbeitsweise nannte er folgende drei Punkte:

  • Schnelle Umsetzung: keine Jahrespläne schreiben, sondern lieber Produkte bauen und gegebenenfalls anpassen. Seibel: „Die schnelle Umsetzung muss Teil des Plans sein.“
  • Konsequente Ausrichtung an der Erwartung der Nutzenden: intuitiv und verständlich bauen. Seibel: „Ob ein digitales Angebot erfolgreich ist, entscheidet der, der es nutzt.“
  • Offenheit und Transparenz: muss Teil des Prozesses sein. Seibel: „Alles wird wertvoller, wenn man es teilt.“ Wird das Produkt durch andere Kommunen verändert und verwendet, störe ihn das nicht, im Gegenteil. „Das ist ein Kontrollverlust, der dazugehört“, so Seibel.

Als Ziel für die nächsten Jahre nannte Seibel, dass die Prototypen in die Fläche kommen. 2030 sei die Verwaltung in dieser Form nicht mehr arbeitsfähig, es brauche ein anderes Tempo und einen anderen Umsetzungswillen. „Anders gesagt: Wir müssen anders arbeiten“, sagte Seibel.

Um dieses „andere Arbeiten“ ging es auch vielen Workshops und Panels. So befassten sich beispielsweise Katharina Schlüter (Changing Cities e. V.), Leona Lynen (ZUsammenKUNFT Berlin eG) und Anne Kruse (Projektleitung Kiezlabor) mit dem Thema Prototyping im Stadtraum. Lynen betonte, dass ein Prototyp kein Endergebnis sei. „Durch Scheitern werden wir besser“, sagte sie. Es gehe vielmehr darum, mit wenig ins Machen zu kommen und eine politische Agenda schrittweise umzusetzen. Schlüter ergänzte: „Wir müssen weniger reden oder erklären und mehr zuhören.“ Es dürfe nicht ums Missionieren gehen, schließlich gebe es verschiedene Lebensrealitäten. Als Beispiel nannte sie das Auto. „Wir haben den Leuten jahrelang gesagt, dass das Auto ein Statussymbol ist“, so Schlüter, und nun solle es das jetzt plötzlich nicht mehr sein. Weitere Einblicke in das Programm gibt es in unserer Bilderstrecke zur Sommerkonferenz.

Natürlich war auch das Kiezlabor vor Ort und erfreute sich großer Beliebtheit. Direkt vor der Marienkirche platziert, lockte es mit interaktiven Elementen und einem mobilen Bürgerbüro. Hier konnten Pässe und Ausweise unbürokratisch beantragt werden. Berlins CDO Martina Klement und Bürgermeister Kai Wegner kamen vorbei und schauten sich das Angebot des Kiezlabors und der Sommerkonferenz an. Klement diskutierte im Anschluss mit Nicolas Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Technologiestiftung Berlin, über agiles, ressort- und ebenenübergreifendes Arbeiten und den Stand der Berliner Verwaltungsreform.

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