Anbieter zum Thema
Berlin
Auf unsere Nachfrage zum Thema Emotet antwortet ein Sprecher der Berliner Innenverwaltung: „Die IKT-Architektur des Landes Berlin schreibt für den Nachrichtenaustausch im eMailverbund des Landes Berlin verbindlich das Format ‚nur Text‘ vor. Darüber hinaus wird zukünftig für zulässige eMail-Anhänge ein sogenanntes ‚white-listing‘ der Dateiformate vorgenommen. Zusätzlich findet ein stetiger Ausbau der IOC-Sicherheitssysteme (Erkennen von Merkmalen und Daten, die auf die Kompromittierung eines Computersystems oder Netzwerks hinweisen) statt“.
Bremen
Der Bremer Staatsrat Henning Lühr: „Die Freie Hansestadt Bremen prüft – in enger Abstimmung mit den weiteren Trägern des IT-Dienstleisters Dataport – Schutzmaßnahmen gegen die Emotet-Bedrohung. Neben den klassischen Mechanismen der eMail-Spam-Behandlung sind hierbei die Empfehlungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für die FHB einschlägig. Auch werden die einzelnen Maßnahmen von Bund und Ländern in den Gremien (hier die AG Informationssicherheit des IT-Planungsrates) erörtert. Auf operativer Ebene werden Erkenntnisse zu aktuellen Bedrohungslagen im Verwaltungs-CERT Verbund (VCV) miteinander ausgetauscht und abgestimmt. Konkrete Einzelheiten zu technischen Maßnahmen der Abwehr von Schadprogrammen können nicht weitergegeben werden.“
Hamburg
„Das Thema eMail-Sicherheit ist insbesondere seit Auftreten der Emotet-Kampagne wieder in den Fokus gerückt und wird auch in den IT-Bereichen der Hamburger Verwaltung intensiv verfolgt“, so Jörn Riedel, CIO in Hamburg.
„Die IT-Infrastrukturen und damit auch die eMail-Systeme der Freien und Hansestadt Hamburg werden von dem IT-Dienstleister Dataport betrieben, der auch für die Umsetzung technischer Sicherheitsmaßnahmen verantwortlich ist. Dazu gehören unter anderem der Einsatz von mehreren Virenschutzfiltern unterschiedlicher Hersteller, Spam-Filtern, Clienthärtung, restriktives Berechtigungsmanagement auf Endgeräten, Makrosicherheit und Sperrungen bekannter Command&Control-Server in Internetfirewalls“, erläutert der Hamburger IT-Beauftragte.
„Dabei wird die Wirksamkeit der Maßnahmen fortlaufend durch das Security Operations Center bei Dataport und das zentrale Informationssicherheitsmanagement der FHH kontrolliert und es werden bei Bedarf Anpassungen vorgenommen. Die Effektivität der bisher getroffenen Maßnahmen spiegelt sich u. a. auch in den sehr niedrigen Infektionsraten von Rechnern im Zusammenhang mit der Emotet-Kampagne wider. Nur auf 0,03 % der ca. 44.000 Rechner der FHH wurde in den letzten 15 Monaten eine Emotet-Bedrohung festgestellt und diese konnte jeweils beseitigt werden, bevor Schaden angerichtet wurde“, so Riedel weiter.
„Eine Sperrung von Links oder Anhängen – zum Beispiel mit ausführbaren Makros – in eMails befindet sich derzeit in Prüfung, da eine genaue Abwägung zwischen dem zu erwartenden Sicherheitsgewinn und den Folgen in der Einschränkung der Kommunikationsbeziehungen zu den Kunden der Verwaltung getroffen werden muss“, fügt Riedel hinzu.
Mecklenburg-Vorpommern
„Die Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommern erhält täglich mehr als zwei Millionen eMails. Ungefähr 98 Prozent der eMails sind Spam, Phishingmails oder enthalten Viren“, so das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung. Zum Schutz der eMail-Kommunikation führte die Landesverwaltung ein mehrstufiges Sicherheitsverfahren ein, heißt es.
Das Ministerium beschreibt: „In der ersten Stufe werden die eMails nach ihrem Spam-Charakter gefiltert. In der zweiten Stufe durchlaufen sie eine Anti-Viren-Kontrolle. Es folgen weitere Stufen zur Erkennung von IT-Angriffen. Dabei wird auch die Notwendigkeit einer Reaktion durch das Computer Emergency Response Team Mecklenburg-Vorpommern (CERT M-V) geprüft.“
In der Strategie der Landesverwaltung sei außerdem der Schutz der Arbeitsrechner vorgesehen. Auch hier würden verschiedene Sicherheitsmaßnahmen, unter anderem ein lokaler Virenschutz und Application Whitelisting eingesetzt. Bei erhöhtem Schutzbedarf einer Einrichtung würden zusätzliche oder ergänzende Sicherheitsmaßnahmen erfolgen. „Im Zuge des ständigen Verbesserungsprozesses bereitet die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern den Einsatz einer flächendeckenden Mikro-Virtualisierungslösung zum Schutz der Arbeitsplatzrechner vor“, so heißt es dazu weiter. An dieser Stelle verweist das Ministerium darauf, dass weitere Details, insbesondere zur derzeitigen Einstellung der Sicherheitssysteme, zu Produkten oder zu eingesetzten Technologien aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden können.
Auf der nächsten Seite: Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz.
(ID:46358479)