Smart Region

Wie ländliche Kommunen die digitale Transformation stemmen

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In all diesen Fällen entschied nicht die Technologie über Erfolg oder Misserfolg, sondern die Klärung der zentralen Frage: Wer trägt Verantwortung – und unter welchen Voraussetzungen kann diese Verantwortung wirksam wahrgenommen werden?

Strukturelle Voraussetzungen für wirksame Digitalisierung

Viele Projekte geraten ins Stocken, weil Zeit, klare Rollen und politische Rückendeckung fehlen. Widerstände entstehen dort, wo Verantwortlichkeiten unklar sind, informelle Strukturen infrage gestellt werden oder das Tagesgeschäft Projektarbeit blockiert. Erfolgreiche Kommunen schaffen Vertrauen durch Beteiligung und Transparenz, setzen auf erste sichtbare Ergebnisse und nutzen bestehende Infrastrukturen, wenn Zuständigkeiten und Datenhoheit klar geregelt sind.

Die wichtigste Voraussetzung lautet deshalb: Erst wenn Verantwortlichkeiten und Ressourcen geklärt sind, können technische Lösungen ihre Wirkung entfalten. Kommunen sollten daher:

  • Interne Strukturen analysieren: Schnittstellenprobleme und Schlüsselakteure identifizieren.
  • Politische Unterstützung sichern – personell, finanziell und strategisch.
  • Projektleitungen freistellen (mindestens 50 Prozent vom Tagesgeschäft).
  • Use Cases nach organisatorischer Machbarkeit priorisieren.
  • Mit Pilotprojekten starten, die bestehende Strukturen wenig belasten und schnell Erfolge zeigen.
  • Förderanträge realistisch planen und bei Bedarf externes Know-how einbeziehen.
  • Organisatorische Entscheidungen dokumentieren, um Verbindlichkeit zu schaffen.
  • Beteiligung und Transparenz fördern, um Akzeptanz zu sichern.
  • Bestehende Infrastrukturen nutzen, wo es sinnvoll ist.

Ausblick: Vernetzung als Schlüssel zur Transformation

Der digitale Wandel im ländlichen Raum ist in vollem Gange. Technologien wie 5G, LoRaWAN und digitale Plattformen bilden die technische Basis. Die eigentliche Innovation liegt jedoch darin, wie Kommunen zusammenarbeiten, Verantwortung teilen und Verwaltung neu denken.

Programme wie „Starke Heimat Hessen“ mit jährlich 16 Millionen Euro Fördervolumen zeigen die Wirkung gezielter Unterstützung. Entscheidend ist, digitale Transformation nicht als Ausnahme, sondern als Teil kommunaler Normalität zu begreifen. Politischer Wille, organisatorische Klarheit und technologische Kompetenz schaffen dafür die Voraussetzung.

Der Aufbau tragfähiger Smart-Region-Strukturen ist eine Managementaufgabe. Nur wer heute klare Strukturen etabliert, kann morgen digitale Lösungen nicht nur umsetzen, sondern aktiv gestalten – für eine leistungsfähige, vernetzte und bürgernahe Kommune.

Lennard Everwien
ist Head of Business Sustainability bei Campana & Schott.

Bildquelle: Campana & Schott

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