Live aus dem CDO-Zirkel

Werde ich überflüssig?

< zurück

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Wo drückt der CDO-Schuh?

Von Drachen zu drückenden Schuhen: Diesen Perspektivwechsel hat der CDO-Zirkel bei der Smart Country Convention vollzogen. Hier wollten wir wissen, wo genau die größten Druckstellen in der Arbeit von CDOs und CDOffices liegen. Der Workshop „Wo drückt der CDO-Schuh?“ war ebenfalls wieder gut besucht, am häufigsten vertreten war die kommunale Ebene.

Zuerst waren wir neugierig: In welcher Orga-Ebene sind die anwesenden CDOs verortet? Welche Ausbildung liegt jeweils zugrunde? Welche Tätigkeiten und Kompetenzen charakterisieren ihre Arbeit? Diese Fragen haben wir auch deshalb gestellt, um die Bestandsaufnahme über den Workshop ­hinaus fortzusetzen, um also das Rollenbild von CDOs noch besser zu verstehen.

Soviel sei verraten: Ganz oben im Antwort-Ranking zur Frage nach den Tätigkeiten standen innerorganisatorische Vernetzung (70 %) und externes Stakeholdermanagement (63 %) – Moderation scheint tatsächlich sehr gefragt im CDO-Leben zu sein. Daraus lässt sich ableiten, dass diese Rolle noch für eine große Weile erforderlich und gefragt sein wird.

Bei den Kompetenzen wurde deutlich, dass das D in CDO viel mehr als nur technologisches Wissen umfasst; ganz oben bei den genannten Fähigkeiten zur Ausübung ihrer Arbeit standen: Innovationsbereitschaft (87 %), agiles und flexibles Denken sowie Kenntnisse in Changemanagement (beides jeweils 80 %). Erstaunlich? Wohl kaum. Und hieraus lässt sich vielleicht doch, mit weitem Blick nach vorn, ein Momentum zum Überflüssigwerden ableiten.

Wenn es gelingt, dass Werte wirklich wirken und Schuhe weitaus weniger drücken, kann eines Tages auch für CDOs das Prinzip der „Unterführung“ gelten – wobei sich die Verwaltung als Ganzes wohl erst langsam und behutsam damit anfreunden muss. „Dienende Führung“ kann man's ebenso bezeichnen, diese Haltung, bei der die Mitarbeitenden nicht nur „mitgenommen“ werden (oder sich so fühlen) und nicht ausschließlich mitmachen, sondern noch viel mehr eigenverantwortlich und selbstständig selber machen.

Vielen Führungskräften auch außerhalb der Amtsstuben kann es Angst machen, wenn sie auf einen solchen Zustand zusteuern, in dem sie vermeintlich kaum noch gebraucht werden, weil ihre Teams ziemlich gut allein und ohne sie zurechtkommen. „Wozu werde ich denn jetzt noch gebraucht?“, kann und darf die Frage dann lauten. Wenn es gelingt, sie sich ohne Panik, ohne Sorge vor Bedeutungsverlust, sondern stattdessen mit eigenem Gestaltungswillen zu ­stellen, kann sehr viel Gutes entstehen.

Denn erst dann werden in den ­Kalendern von CDOs & Co. genau diese „Lücken“ entstehen, die es für strategische Aufgaben braucht. Die bei etlichen Führungskräften im Public wie im Private Sector noch viel zu oft viel zu kurz kommen. Wenn man also nicht bei jedem Meeting anwesend sein, nicht permanent Troubleshooting betreiben, nicht mehr alles minütlich kontrollieren muss, sondern die eigene Zeit auch für all die Dinge nutzen kann, die im zweiten Teil unseres SCCON-Workshops genannt wurden.

Auf der nächsten Seite geht es weiter.

(ID:50249907)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung in der Verwaltung

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung