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Ausschreibung & Lösung
„Als wir für die Ausschreibung die geforderte Funktionalität niederschrieben, gingen wir davon aus, dass wir eine Systemarchitektur mit mehreren Geräten brauchen würden“, erinnert sich Lars Meyer.
Die Feuerwehrleute wollten unter anderem einen Access Point einsetzen, der als Zutrittspunkt des mobilen WiFis agiert und einen Router, der das Umschalten zwischen mobilem Internet und WLAN in der Zentrale übernimmt. Dann traf Meyer auf einer Fachmesse auf Sascha Kremer, Director Carrier Development bei Cradlepoint. Kremer demonstrierte in einem Fachvortrag, wie sich alle Anforderungen des Projektteams aus Recklinghausen mit einem Gerät, dem Cradlepoint-Router IBR1100, erfüllen lassen. Lars Meyer erkannte sofort die Vorteile in puncto Komplexität und Platz – beides wichtige Faktoren angesichts des schmalen Platzbudgets in einem Auto. „Was mich ebenfalls überzeugte: Wenn der Router einmal eingerichtet ist, können das Gerät auch technisch versierte Laien bedienen“, erinnert sich Meyer.
Moderne Ausstattung
Im neuen ELW der Feuerwehr Recklinghausen stellt der Cradlepoint IBR1100 ein bordeigenes IP-Netzwerk bereit und verbindet dieses mit dem öffentlichen Internet. Einsatzleitwagen und Leitstelle sind über eine gesicherte VPN-Verbindung gekoppelt.
Die Verbindung nach außen erfolgt unterwegs über LTE, als Rückfalllösung auch über 3G oder 2G. Im Router stecken zwei SIM-Karten, jeweils von unterschiedlichen Providern. Sollte eines der Netze ausfallen oder keine Zelle bereitstehen, löst der Cradlepoint-Router ein Failover auf das Netz des zweiten Carriers aus.
Das gleiche Szenario passiert, wenn der ELW an die Feuer- und Rettungswache fährt: Sobald das WiFi der Wache sichtbar ist, schaltet der IBR1100 auf WLAN-Modus um. Das schont das Datenvolumen der eingesetzten SIM-Karten.
Über die Management-Software des Routers bindet Lars Meyer IP-fähige Geräte per Mausklick in das WiFi des ELWs ein. „Aktuell nutzen wir, neben dem PC im Fahrzeug, für Einsatzbesprechungen ein Tablet und einen großen Monitor im Heck unseres Einsatzleitwagens, außerdem befindet sich noch ein Multifunktionsdrucker im Fahrzeug. Diese Geräte sind in einem Netzwerk miteinander verbunden. Durch die Möglichkeit der digitalen Einsatzführung sparen wir in Zukunft nicht nur Papier – Kartenmaterial beispielsweise muss nicht mehr ausgedruckt werden – wir werden auch flexibler, schneller und kommunikativer“, kommentiert Meyer. In den Karten am Tablet kann zum Beispiel gezoomt, gewischt oder gezeichnet werden, Daten unterschiedlichster Quellen, etwa von öffentlichen Kameras oder aus Datenbanken, ja sogar aus den sozialen Medien, stehen auf dem großen Monitor schnell und für alle übersichtlich bereit.
Pläne: IP-Kameras und Drohnen
Auch in Zukunft bleiben die Ziele der Feuerwehrleute in Recklinghausen ambitioniert. Lars Meyer sieht IP-fähige Kameratechnik als denkbare Erweiterung des Einsatzleitfahrzeuges: „Über eine flexibel positionierbare Kamera könnten die Kollegen in der Leitzentrale direkt sehen, was am Einsatzort passiert und – wenn notwendig – unterstützend eingreifen. Auch zur Dokumentation wären diese Daten sinnvoll.“
Außerdem denkt die Feuerwehr Recklinghausen mittelfristig über den Einsatz von Drohnen mit Kameras nach. „Bevor wir einen Hubschrauber anfordern, könnten wir erst einmal eine Drohne einsetzen. Das ist viel kostengünstiger. Außerdem ist eine Drohne schnell einsetzbar. Eine integrierte Kamera würde frühzeitig Erkundungsergebnisse liefern, die wir auf dem Boden so eventuell nicht hätten. Zuletzt könnte die Leitstelle über eine VPN-Verbindung auf die Kamerainformationen zugreifen “, erläutert Thorsten Nörenberg die Vorteile.
In puncto Datenverbindung testen Lars Meyer und Thorsten Nörenberg, ob die Zwei-SIM-Karten-Lösung ausreicht. „Da die Recklinghäuser Feuerwehrleute vor allem im Stadtgebiet unterwegs sind, wo wir in 99 Prozent der Fälle eine LTE-Zelle haben, reicht die Zwei-SIM-Karten-Lösung eigentlich vollkommen aus. Theoretisch könnte die Feuerwehr aber auch vier SIM-Karten mit zwei Modems nutzen, um mit zwei Providern zur gleichen Zeit verbunden zu sein. Sie müssten dafür das ‚Modem Dock‘ des IBR1100-Router nutzen“, kommentiert Sascha Kremer von Cradlepoint.
Auch eine Failover-Möglichkeit mit einem Satelliten-Modem wurde als künftige Ausbaustufe berücksichtigt.
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