VS-NfD Ortsunabhängig? Aber sicher!

Von Johannes Kapfer 5 min Lesedauer

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Der Umgang mit besonders sensiblen Daten und Dokumenten und ultramobiles Arbeiten waren bislang zwei Sachverhalte, die im Verwaltungsalltag nur schwer miteinander in Einklang zu bringen waren. Im Gespräch mit eGovernment erklärt Volkan Gümüs von Materna Virtual Solution, welche technischen Gegebenheiten diesbezüglich vorherrschen müssen und wie die Verwaltungsarbeit der Zukunft aussehen kann.

Verwaltungsfachangestellte dazu befähigen, ihre Arbeit ortsunabhängig und ultramobil durchzuführen. Dieses Ziel verfolgt die Öffentliche Verwaltung bereits seit einiger Zeit.(©  ipuwadol - stock.adobe.com)
Verwaltungsfachangestellte dazu befähigen, ihre Arbeit ortsunabhängig und ultramobil durchzuführen. Dieses Ziel verfolgt die Öffentliche Verwaltung bereits seit einiger Zeit.
(© ipuwadol - stock.adobe.com)

Die Auswahl des Berufs ist heute – mehr wie je zuvor – nicht mehr nur von harten Fakten, wie etwa dem Gehalt oder dem gesellschaftlichen Ansehen, sondern vielmehr von einer Vielzahl weicher Faktoren abhängig. Dazu zählen neben der Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch ortsunabhängige und zeitlich flexible Arbeitsmodelle. Auch die öffentliche Verwaltung ist vor derartigem Progress nicht gefeit. Der Trend des mobilen oder gar des ultramobilen Arbeitens auf Smartphones und Tablets war hier bisher kaum umsetzbar. Schließlich behandeln die Verwaltungs­fachangestellten teilweise hochsensible Datensätze, die nicht unbedingt für die Augen Dritter bestimmt sind. Volkan Gümüs ist Mobile Experte und Geschäftsführer bei Materna Virtual Solution. Dort ist er für den Themenbereich der mobilen Entwicklung verantwortlich. Also bei all denjenigen Projekten, bei welchen die App-Entwicklung im Vordergrund steht. Unter anderem die bekannte Katastrophen-Warnapp NINA ist eines der Projekte, die er mitverantwortet hat.

Derzeit sind Volkan Gümüs und sein Team dabei, die Mitarbeiter der Öffentlichen Hand dazu zu befähigen, orts- und geräteunabhängig arbeiten zu können. Realisiert wird das über die native Plattformsicherheit mit Zulassungsaussage „indigo“ und „Knox Native Solutions (KNS)“ von Apple und Samsung. Laut Gümüs könnten auf diese Art und Weise unter anderem Behördenmitarbeiter, die mit Geheimschutz-eingestuften Material (bis hin zur Klassifizierung VS-Vertraulich) in Berührung kommen, von „unterwegs“ auf diese Dokumente rechtssicher zugreifen. Als Beispiel benennt Gümüs einen Mitarbeiter des Zolls, welcher auf einem dienstlichen Tablet schützenswerte Informationen abrufen und dadurch seine Arbeit effizienter und sicherer gestalten kann.

Vom Technikmarkt in Behördenhand?

Rein technisch betrachtet, handelt es sich bei den kompatiblen Geräten um Standardkomponenten, welche theoretisch über den
stationären Einzelhandel bezogen werden könnten.

Die Besonderheit hierbei: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat sowohl auf Hardwareebene als auch Software-seitig die entsprechenden Geräte durchleuchtet und schlussendlich deren Einsatz im behördlichen wie verwaltungstechnischen Einsatz als unbedenklich zertifiziert. Gümüs geht sogar einen Schritt weiter und sagt, dass den Geräten vom BSI eine Vertrauenswürdigkeit attestiert wurde.

Volkan Gümüs ist Geschäftsführer von Materna Virtual Solution.(©  Materna Virtual Solution)
Volkan Gümüs ist Geschäftsführer von Materna Virtual Solution.
(© Materna Virtual Solution)

Diese setze sich aus mehreren Komponenten zusammen. Einerseits müsse das Gerät über ein sogenanntes Mobile Device Management angebunden werden. Das bedeutet, dass von der Beschaffung des Geräts über die Einrichtung bis hin zur Ausgabe an die jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichergestellt sein muss, dass ausschließlich berechtigte Personen Zugang erhalten. Das Betreiberhaus benötige zudem einen Wartungsvertrag mit einem der beiden Hersteller. „Am Ende des Tages müssen aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die sogenannte Verschlusssachenanweisung (VSA) mit ihren vorgeschriebenen Handlungsanweisungen einhalten, sodass geheimschutzkonformes Material mit diesen Geräten bearbeitet werden dürfen“, führt Gümüs weiter aus. Das bedeute im Umkehrschluss, dass die Sicherheit nicht ausschließlich in den Geräten begründet liegt, sondern dass auch die IT-Landschaft an die Vorgaben der VSA angepasst werden muss. Die Überlegung, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mobiles oder gar ultramobiles Arbeiten zu ermöglichen, geht also stets mit einer zunächst – relativ gesehen – großen Einmalinvestition einher. Im Nachgang würden derartige Kosten durch die Effizienzsteigerungen der Fachanwender wettgemacht.

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