Cybersecurity Konferenz 2026 „Wenn draußen Chaos ist ...“

Von Serina Sonsalla 4 min Lesedauer

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Die CPT rückt den Menschen in den Fokus: Am 4. und 5. März verwandelte sich die Münchener Fußballarena in einen Hotspot für IT-Sicherheit und digitale Souveränität. Experten aus Politik und Wirtschaft diskutierten über Europas digitale Zukunft – während Transformationsforscherin Dr. Petra Bock und FC-Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß über Führung, Mut und menschliche Verantwortung sprachen.

Thomas Händl, Vice President Product Initiatives & Business Development bei FTAPI (v. l. ), Dr. Alexander Schellong, Managing Director Cybersecurity bei der Schwarz Digits, Dr. Constanze Kurz, Expertin für Datenschutz und Sprecherin des Chaos Computer Clubs, Dr. Fabian Mehring, Bayerischer Digitalminister, BSI-Präsidentin Claudia Plattner, Marc-Julian Siewert, CEO von secunet (Security Networks), und Ari Albertini, FTAPI-CEO. (Bild:  © Serina Sonsalla)
Thomas Händl, Vice President Product Initiatives & Business Development bei FTAPI (v. l. ), Dr. Alexander Schellong, Managing Director Cybersecurity bei der Schwarz Digits, Dr. Constanze Kurz, Expertin für Datenschutz und Sprecherin des Chaos Computer Clubs, Dr. Fabian Mehring, Bayerischer Digitalminister, BSI-Präsidentin Claudia Plattner, Marc-Julian Siewert, CEO von secunet (Security Networks), und Ari Albertini, FTAPI-CEO.
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„Wenn draußen Chaos ist, muss in dir Ordnung sein“, sagte Dr. Petra Bock, Transformationsforscherin auf der großen Bühne der Cybersecurity Konferenz am 4. März. Veranstaltungen wie diese geben in unsicheren Zeiten Zuversicht und Mut für die Zukunft. Die zweitägige CPT führte Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und IT zusammen für Themen rund um die IT-Sicherheit: „Connect. Protect. Transform.“

CPT Cybersecurity-Konferenz
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Neben der geopolitischen Lage richtet sich der Blick vieler Menschen auch auf die Entwicklungen der KI. Der Fortschritt solcher Technologien ist rasant. Erst kürzlich entließ Twitter rund 4.000 Mitarbeitende aufgrund leistungsfähiger KI-Tools – ebenso große Entlassungswellen erfuhren Amazon, Meta oder Microsoft. Berufseinsteiger sorgen sich um ihre Aussichten, Fachkräfte bangen um ihre Jobs – für Bock zählt letztlich nur der innere Kompass. „Die Angst vor Jobverlust durch KI kommt von der Überschätzung der Technologie“, erklärte sie im Gespräch mit FTAPI-CEO Ari Albertini. Damit stand die Transformationsforscherin nicht allein: Stefan Rühl, Lead Information Security bei Proliance, betonte zudem, dass künstliche Intelligenz den Menschen nie ersetzen könne. Menschen gehen zielgerichteter aufeinander ein, bieten persönliche Beratung und bauen Beziehungen auf. KI dagegen halluziniere oft und greife bei der Suche nach Antworten auf große Datenmengen aus nicht eindeutig verifizierbarer Quellen zurück.

Gerade menschliche Kompetenzen werden immer wichtiger. „Vertrauen ist die heikelste Ressource“, und die Beziehungsebene lasse sich nicht ersetzen, betonte Bock. Entscheidend seien diese Fähigkeiten: Menschen bei einer Sache zu begleiten und Vertrauen zu schaffen.

Auf der CPT geht es um Transformation: Sie beschreibt wichtige Handlungsfelder für die physische und die digitale Welt – vernetzen, schützen, transformieren – und zeigt, wie wir diese umsetzen können, beispielsweise mit Verantwortung, Veränderung und mutigen Entscheidungen.

Die Journalistin Dunja Hayali führte einen Dialog mit Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München. Schließlich fand die CPT in den Räumlichkeiten der Münchener Fußballarena statt. Doch ging es weniger um Titel, Taktik oder die nächste Fußball-Weltmeisterschaft; es ging um die Rolle des Menschen – um Führung, Mut und den Umgang mit radikalem Wandel. Hoeneß erzählte von persönlichen Erfahrungen. Er gewährte Einblicke in seine damaligen Entscheidungen und sprach darüber, was es bedeutet, Verantwortung zu tragen.

Highlights, Panels und Impulsvorträge

Die Highlights fanden am Vormittag des ersten Veranstaltungstages statt – mit den Keynotes und Panel-Diskussionen bekannter Experten aus Politik und Praxis. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Veranstalter FTAPI hielt Claudia Plattner, Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), einen Impulsvortrag über Europa im digitalen Raum und die aktuelle Bedrohungslage: „Evident ist, dass der Schutz unserer Gesellschaft von unseren digitalen Fähigkeiten abhängt – und davon, wie gut wir den digitalen Raum verteidigen können.“ Der Weg zu einer digital wehrhaften und souveränen Europäischen Union führe über eine Cyberunion Europa, die technologisch und damit auch wirtschaftlich erfolgreich wird, „weil sie im engen Schulterschluss zwischen Staaten, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft realitätsnah und pragmatisch ihr Potential nutzt.“ Digitalisierung sei Dreh- und Angelpunkt einer sich massiv verändernden Welt mit Aus- und Wechselwirkungen auf Regeln des Miteinanders, Politik, Macht und staatliche Interessen, erklärte Plattner.

Die Umfrage des ersten Panels mit Schellong (v. l. ), Kurz, Mehring, Plattner und Siewert. (Bild:  © Serina Sonsalla)
Die Umfrage des ersten Panels mit Schellong (v. l. ), Kurz, Mehring, Plattner und Siewert.
(Bild: © Serina Sonsalla)

In der darauffolgenden Panel-Diskussion mit Claudia Plattner ging es weiter mit digitaler Souveränität. Daran beteiligt waren zudem Dr. Fabian Mehring, Bayerischer Digitalminister, Marc-Julian Siewert, CEO von secunet (Security Networks), Dr. Constanze Kurz, Expertin für Datenschutz und Sprecherin des Chaos Computer Clubs, sowie Dr. Alexander Schellong, Managing Director Cybersecurity bei der Schwarz Digits. Die Moderatorin stellte die zentrale Frage, was digitale Verantwortung in einer Welt bedeutet, die sich nicht an Regeln hält. Anschließend fragte sie die Besucherinnen und Besucher: „Was ist die größte Hürde für digitale Souveränität in Europa?“ An dieser Umfrage konnten sich die Teilnehmenden per QR-Code beteiligen. 34 Prozent nannten „zu wenig Investitionen“ als Hauptproblem. Rund 10 Prozent weniger stimmten für „zu viel Regulierung“, knapp gefolgt vom „technologischen Rückstand“. Auf den unteren Plätzen rankten die Abhängigkeit von US-Konzernen und der politische Wille.

Mehring antwortete auf die Umfrageergebnisse und kritisierte: „Das Kapital ist da, aber die Investitionsbereitschaft fehlt noch.“ Stattdessen investiere man bis zum letzten Euro in Tech-Giganten, um deren Schrumpfungsrisiko zu minimieren.

„Wir sollten uns nicht kleiner machen als wir sind“, beteuerte Plattner. Die BSI-Präsidentin und der Bayerische Digitalminister waren sich einig: Europa dürfe seine Größe nicht unterschätzen.

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