IT-Security Was tun, wenn ich gehackt wurde?

Ein Gastbeitrag von Jasper Bongertz

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Diese Frage stellt sich jeder, der in irgendeiner Art und Weise mit dem Internet verbunden ist. Eine abschließende und vor allem befriedigende Antwort auf diese Frage bleiben die meisten Befragten jedoch schuldig. Wir werfen einen Blick auf die „Dos and Don’ts“, wenn es einmal im Netzwerk geknallt hat. So viel vorab: Ein echter Notfall ist der ultimative Test für den Notfallplan und zeigt schonungslos, wo noch „Luft nach oben“ ist.

Haben Sie einen Notfallplan?
Haben Sie einen Notfallplan?
(© Zerbor - stock.adobe.com)

Hektik und Angst sind in einer Notfallsituation denkbar schlechte Ratgeber. Das Wichtigste ist jedoch, in einer Ausnahmesituation sowohl die Übersicht als auch einen kühlen Kopf zu bewahren. Natürlich sind bei einem plötzlichen behördenweiten IT-Ausfall die Mitarbeitenden bestrebt, so schnell wie möglich wieder ihrer Tätigkeit nachzugehen. Vielfach machen sich vielleicht sogar Ärger und Unmut Luft. Oft genug versuchen Angehörige der mittleren und oberen Führungsebene, die Wogen zu glätten. Dabei machen sie entweder Zusagen, deren Einhaltung bestenfalls unabsehbar, und im schlimmsten Fall illusorisch sind („Heute Abend läuft hier wieder alles!“). Auch dient die eigene Position innerhalb der Hierarchie oft als Hebel, um eine schnellere Behebung eines Problems zu forcieren. Mit mehr als fraglichen Erfolgsaussichten.

Fakt ist: Sobald der Notfall eintritt, hört der Normalbetrieb schlag­artig auf. Das gilt für das normale Tagesgeschäft, wo Bürger mit ihren Anliegen an Behörden herantreten, aber erst recht für die Teams, welche die IT betreuen. Hier sind die IT-Verantwortlichen gehalten, die Ruhe zu bewahren, auch wenn der 17. Kollege gerade den Kopf zur Tür hineinsteckt, um „nur mal kurz zu fragen, was denn los ist“ und ob man schon wisse, wann alles wieder funktioniert.

Kommunikation

Das letztgenannte Beispiel ist bereits gut dazu geeignet, eine der Schlüsselkomponenten zu erläutern, deren Rolle in einem Notfallplan nicht überschätzt werden kann: Die Kommunikation, sowohl nach innen als auch nach außen. Je mehr Angestellte wissen, dass es ein Problem gibt, desto besser. Das reduziert zum einen die Flut von Anfragen, die in der IT landen, zum anderen bietet eine gute Kommunikationsstrategie einer Behörde auch die Gelegenheit, nach außen mit einer Stimme aufzutreten. Es darf nicht davon abhängen, mit welchem Mitarbeiter oder welcher Mitarbeiterin eine außenstehende Person spricht, welche Information nach außen kommuniziert wird. Vor allem wenn ein wirklich katastrophaler Ausfall zu verzeichnen ist, dauert es auch nicht lange, bis die Medien darauf aufmerksam werden und ihrerseits Informationen verlangen.

Hier ist es gut, wenn die Kommunikation einheitlich erfolgt, und für alle weitergehenden Fragen ein Ansprechpartner oder eine geeignete Stabsstelle existieren. Es ist dabei wichtig, sich eines zu vergegenwärtigen: Wo immer ein Informationsvakuum herrscht, suchen oder machen Menschen sich ihre eigenen Informationen. Dabei ist jedoch nicht immer sichergestellt, dass diese gefundenen (oder auch erfundenen) Informationen auch dem entsprechen, was eine Behörde nach außen kommuniziert wissen möchte.

Klare und oft aktualisierte Kommunikation zum frühestmöglichen Zeitpunkt und ohne Mutmaßungen oder verfrühte Prognosen ist also eine wesentliche Komponente in der Notfallplanung. Das schafft auch Vertrauen in ein betroffenes Unternehmen bzw. eine Behörde. Von der vielfach zu beobachtenden „Salami-Taktik“, bei der man nur die Dinge kommuniziert, die sich ohnehin nicht mehr leugnen lassen, ist in diesem Zusammenhang abzuraten.

Kommunikation beginnt sogar, bevor überhaupt ein Notfall auftritt. So sollten alle Mitarbeitenden zu jeder Zeit wissen, wer im Falle von Unregelmäßigkeiten ansprechbar ist und was sie bei außergewöhnlichen Vorkommnissen zu tun haben. Aus dem Brandschutz kennt man das seit Jahren. Ein Aushang in jedem Büro, auf dem die wichtigsten Informationen für den Fall eines IT-Zwischenfalls zusammengefasst sind, ist beispielsweise in einigen Stadtverwaltungen bereits Normalität.

Auf der nächsten Seite: Sind Reparaturversuche sinnvoll? Und wie kommuniziert man mit den Hackern?

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