Definitionen Was ist ein Colocation-Rechenzentrum?

Von Natalie Ziebolz

Colocation oder Co-Location, auch Server Housing oder Server Homing genannt, beschreibt die Bereitstellung von Rechenzentrumsflächen für Dritte. Ein Colocation-Rechenzentrum wird folglich von mehreren Kunden genutzt, um dort eigene IT-Geräte zu betreiben.

Colocation beschreibt den Betrieb eigener IT-Hardware im Rechenzentrum eines Drittanbieters
Colocation beschreibt den Betrieb eigener IT-Hardware im Rechenzentrum eines Drittanbieters
(© aga7ta – stock.adobe.com)

Colocation setzt sich zusammen aus den lateinischen Begriffen „co“ (= zusammen, mit) und „lokus“ (= Ort). In einem Colocation-Rechenzentrum wird die Rechenzentrumsfläche demnach an Dritte vermietet, damit diese dort ihre eigenen Server betreiben können. Dies wird auch Server Housing oder Server Homing genannt. Die Betreiber sind dabei Dienstleister, die primär infrastrukturelle Services und Betriebsunterstützung bereitstellen – darunter Klimatisierung, Energieversorgung und Netzwerkanschluss, aber auch Servicearbeiten an den IT Geräten des Kunden, Patch Services, Begleitung von Service Personal sowie Projekt und Logistikdienste können bei einigen Dienstleistern zusätzlich gebucht werden.

Abgrenzung vom Server Hosting

Server Housing sollte dabei nicht mit Server Hosting verwechselst werden. Bei letzterem mietet der Kunde nicht nur Rechenzentrumsfläche, sondern den kompletten Server bei einem Anbieter – entweder dediziert oder als virtuellen Server (VPS). Der Anbieter erlaubt diesem also lediglich die Verwendung der Server, physischen Zugriff auf diesen hat der Kunde nicht. Aktualisierungs- und Wartungsarbeiten sind inkludiert.

Unterbringung der Kunden-Server

Im Colocation-Rechenzentrum werden die Kunden-Geräte in sogenannten Racks (Serverschränken) untergebracht. Diese befinden sich entweder auf der sogenannten Colocationfläche oder – wenn die Sicherheitsanforderungen höher sind – in Cages oder abgetrennten Räumen.

Für den unterbrechungsfreien Betrieb dieser ist der Anbieter zuständig. Er muss daher für eine durchgängige Energieversorgung, aber auch die richtige Klimatisierung der Räume sorgen. Gleichzeitig ist er für die Sicherheit der Systeme zuständig. Dies gewährleistet er etwa durch Brandfrüherkennungs- und Gaslöschanlagen, Videoüberwachung und (biometrische) Zutrittsauthentifizierung. Je nach Anbieter hat der Kunde zu den Colocation-Räumlichkeiten auch nur in Begleitung des Sicherheitsdienstes Zutritt. Dieser öffnet beziehungsweise schließt die Racks und stellt sicher, dass lediglich an die kundeneigenen System gewartet oder getauscht werden. Dafür haben Kunden in der Regel 24/7 die Möglichkeit das Colocation-Rechenzentrum und ihre Racks zu betreten.

Klassifizierung und Zertifizierung von Rechenzentren

Bei der Suche nach einem geeigneten Rechenzentrum spielen Zertifizierungen und Klassifizierungen eine Rolle, immerhin geben sie Auskunft darüber, welche Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen getroffen werden und wie es um Verfügbarkeit und Performance bestellt ist. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang etwa der vierstufige „Tier-Standard“, wobei Tier 1, die am wenigsten zuverlässigen Umgebungen beschreibt, Tier 4 hingegen hochverfügbare Rechenzentren meint. Hinzu kommt beispielsweise die DIN EN 50600, ein europäische Norm, die Planung, Bau und Betrieb von Rechenzentren bündelt, oder die ISO 27001, die Aufschluss über die Datensicherheit bei einem Anbieter gibt. Ist dieser nämlich nach ISO 27001 zertifiziert, nutzt er etwa ein geprüftes und wirkungsvolles Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS).

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