Definitionen Was ist die Deutsche-Verwaltungscloud-Strategie?

Von Manfred Klein

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Die Deutsche Verwaltungscloud-Strategie (DVS) ist Teil der umfassenden Strategie für Digitale Souveränität. Diese Initiative zielt darauf ab, die Cloud-Lösungen des Bundes, der Länder und der Kommunen interoperabel und kompatibel zu machen.

Mehr staatliche Unabhängigkeit durch die Deutsche Verwaltungscloud-Strategie(©  aga7ta – stock.adobe.com)
Mehr staatliche Unabhängigkeit durch die Deutsche Verwaltungscloud-Strategie
(© aga7ta – stock.adobe.com)

Bei der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie (DVS) handelt es sich um eine Multicloud-Strategie der Bundes­regierung und der Bundesländer. Die Verantwortlichen streben eine Standardisierung der im föderalen System entwickelten Cloud-Lösungen an. Ziel ist es ausdrücklich nicht, eine einzige Verwaltungscloud zu schaffen. Die Deutsche Verwaltungscloud-Strategie soll die Interoperabilität und die Kompatibilität der verschiedenen Lösungen gewährleisten und die Effizienz erhöhen.

Ist-Zustand: Verwaltungsdigitalisierung mit vielen Hürden

Mit dem Bund, den Bundesländern und den Kommunen gibt es in Deutschland drei Verwaltungsebenen. Auf diesen Ebenen existieren zudem vielfältige Behörden. Das erschwert ein gemeinsames eGovernment und eine einheitliche Verwaltungsdigitalisierung. Bisher entwickeln die unterschiedlichen Ebenen mit großem finanziellen Aufwand Cloud-Lösungen und andere IT-Systeme: Die Ergebnisse sind nicht zufriedenstellend, die Digitalisierung schreitet nur langsam voran.

Erstens erweist sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei diesen zahlreichen Einzelinitiativen als verbesserungs­würdig. Zweitens achten die Akteure nicht darauf, dass die unterschiedlichen Cloud-Lösungen der diversen Beteiligten kompatibel sind. Die Coronakrise hat diese Problematik eindrucksvoll aufgezeigt: Gesundheitsbehörden konnten ihre Daten nicht mit anderen Institutionen austauschen.

Ziele der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie

Die DVS dient mehreren Zwecken:

  • Sie soll einen besseren Datenaustausch zwischen vielfältigen Behörden ermöglichen.
  • Die standardisierte Entwicklung soll die Kosten senken und unnötige Ausgaben verhindern.
  • Die Standardisierung soll zudem die Datensicherheit erhöhen.
  • Der Staat will seine Abhängigkeit von externen IT-Dienstleistern verringern.

Die Verantwortlichen dieser Digitalisierungsoffensive wählen einen ganzheitlichen Ansatz. Insgesamt benennen sie fünf Bereiche, in denen sie die Zusammenarbeit optimieren und professionalisieren wollen. Dazu gehören die Etablierung einer gemeinsamen Entwicklungsplattform, die Standardisierung in der Anwendungsbereitstellung und die Vereinheitlichung der Verwaltungsumgebung. Darüber hinaus wollen sie den Infrastrukturservice für eingesetzte Hard- sowie Software standardisieren und die Zusammenarbeit mit IT-Dienstleistern harmonisieren.

Abhängigkeit von großen Technologiekonzernen reduzieren

Die Deutsche Verwaltungscloud-Strategie ist in die Strategie Digitale Souveränität eingebettet. Aktuell besteht eine enorme Abhängigkeit von externen IT-Unternehmen - das birgt vor allem im Bereich Informationssicherheit und Datenschutz erhebliche Risiken. Grundsätzlich müssen die staatlichen Ebenen die strengen EU-Vorgaben umsetzen, die Kooperation mit Dienstleistern gefährdet dies. Mit eigenen Cloud-Lösungen will der Staat die momentane Situation überwinden und im Bereich Cloud-Computing souveräner agieren.

Deutsche Verwaltungscloud-Strategie: Beteiligte im Überblick

Der IT-Planungsrat als gemeinsames Steuerungsgremium von Bund und Ländern hat die DVS entwickelt und organisiert die weiteren Schritte. Die Koordination erfolgt in der Arbeitsgruppe Cloud-Computing und Digitale Souveränität: Die Federführung haben das Land NRW und der Bund inne. Auch Vertreter der kommunalen Spitzenverbände und des Datenschutzes engagieren sich in diesem Gremium.

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