Die Cloud-Transformation nutzen Souveränitätsbarometer der öffentlichen IT

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Eine neue Studie von next:public und weiteren Partnern belegt die Abhängigkeit der öffentlichen Verwaltung von IT-Anbietern und die mangelnde Wechselfähigkeit, zeigt aber gleichzeitig eine große Chance auf.

Der Übergang zu Cloud-Diensten steht in vielen Verwaltungen noch bevor, es kommt darauf an, diesen Wandel  souverän zu gestalten.(Bild: ©  Lustre Art Group – stock.adobe.com)
Der Übergang zu Cloud-Diensten steht in vielen Verwaltungen noch bevor, es kommt darauf an, diesen Wandel souverän zu gestalten.
(Bild: © Lustre Art Group – stock.adobe.com)

Die digitale Unabhängigkeit der Verwaltung sei in zentralen Bereichen stark eingeschränkt – so fasst next:public das Ergebnis der neu veröffentlichten Studie „Souveränitätsbarometer der öffentlichen IT“ zusammen.

Zwar sind die Verwaltungen technologisch breit aufgestellt: Neben proprietärer Software internationaler Anbieter (78 Prozent) oder deutscher/ europäischer Anbieter (84 Prozent) nutzen zum Beispiel 73 Prozent auch Open Source Software. Dennoch zeichnen sich laut der Studie klare Abhängigkeiten ab. Insgesamt geben 65 Prozent der Befragten an, stark oder sehr stark von außereuropäischen Anbietern abhängig zu sein, bei den Kommunen sind es sogar 70 Prozent. Es mag nicht überraschen, dass die stärksten Abhängigkeiten von außereuropäischen Herstellern bei Bürosoftware (81 Prozent) und Betriebssoftware (77 Prozent) bestehen, bei Kollaborationstools sind es 47 Prozent.

Wechselfähigkeit eingeschränkt

Die Studie definiert Digitale Souveränität als „die Fähigkeit von Institutionen, ihre IT-Systeme und Daten unabhängig, selbstbestimmt und sicher zu betreiben – insbesondere durch Wechsel-, Gestaltungs- und Einflussmöglichkeiten gegenüber Anbietern“. Entsprechend wurde auch nach den Wechselmöglichkeiten gefragt. Hier zeigt sich ein deutlicher Lock-in-Effekt, und zwar nicht nur bei IT-Lösungen außereuropäischer Anbieter. Auch bei IT-Lösungen deutscher oder europäischer Anbieter gestaltet sich ein Wechsel für 56 der Befragten Prozent unflexibel oder sehr unflexibel. Über 40 Prozent können weniger als ein Viertel ihrer Fachverfahren oder Plattformdienste intern oder über öffentliche IT-Dienstleister anpassen.

Cloud-Transformation nutzen, um souverän zu werden

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie: Zwei Drittel der Anwendungen laufen noch in On-Premises-Umgebungen. Die Cloud-Transformation steht also noch bevor. Und genau darin liegt die Chance, wie Carsten Köppl, Geschäftsführer von next:public erklärt. Die Frage sei nun, ob wir den Wandel hin zu Cloud-Diensten souverän gestalten. „Dafür brauchen wir klare politische und technische Rahmenbedingungen, starke öffentliche IT-Dienstleister und souveräne europäische Cloud-Angebote. Verwaltungen sollten solche Alternativen dort, wo sie verfügbar sind, mit angemessenem Gewicht in ihren Vergabe- und Auswahlprozessen berücksichtigen“, so Köppl. Die Studie verweist auf souveräne Cloud-Projekte wie die Deutsche Verwaltungscloud, die Pädagogische Cloud-Infrastruktur (PCI) oder die Justizcloud und formuliert dazu auch konkrete Handlungsempfehlungen zur digitalen Souveränität.

Über die Studie

Die Studie „Souveränitätsbarometer der öffentlichen IT – Eine Studie zur digitalen Souveränität in der Verwaltung“ ist eine Initiative von next:public, unterstützt durch das Kompetenzzentrum Öffentliche IT, Next e.V., Dataport, govdigital, Infora, MACH und Materna. Die Auswertungen basieren auf einer webgestützten Umfrage zwischen dem 4. August und 6. Oktober 2025. Insgesamt beteiligten sich 266 IT-Verantwortliche aus der Verwaltung (alle Ebenen) und Hochschulen sowie öffentliche IT-Dienstleister. Die Qualitätskontrolle lag beim Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT).

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