Sicherheit auf Wasserstraßen Rückenwind für die internationale Schifffahrt

Von Johannes Kapfer 3 min Lesedauer

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95 Prozent des interkontinentalen Handels wird über die Weltmeere abgewickelt. Allein in Deutschland sind jährlich über 110.000 Schiffsbewegungen zu verzeichnen. Der maritime Verkehr wird zunehmend digitalisiert, beteiligt ist die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes. Die Digitalisierung der Seefahrt lässt die Sicherheitsanforderungen steigen.

Beinahe jedes Konsumgut wird im Laufe der Wertschöpfungskette via Schiff transportiert.(Bild:  WSV)
Beinahe jedes Konsumgut wird im Laufe der Wertschöpfungskette via Schiff transportiert.
(Bild: WSV)

Genügten früher Kompass und Sextant, um ein Schiff zu steuern, stellt der maritime Verkehr heutzutage eine sehr komplexe Angelegenheit dar. Ein Grund für die steigende Komplexität sind die verschiedenen Player, die beim maritimen Verkehr koordiniert werden müssen – von Schiffsbesatzungen und -Lotsen bis hin zu Hafenverantwortlichen und nationalen Schifffahrtsämtern. Ein weiterer Grund: Wasserverkehr ist mittlerweile auch ein Datenverkehr. Ortungs-, Wetter- und Schiffsinformationen werden weitgehend digital kommuniziert. Ein wichtiger Meilenstein war dabei das „Automatische Identifikationssystem (AIS)“ – ein integriertes System, welches seit 2004 den Austausch von Navigations- und Schiffsdaten handhabt.

Digitalisierung der maritimen Verkehrssicherheit

Vor diesem Hintergrund wird verständlich, mit welchen grundlegenden Herausforderungen die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) konfrontiert ist. „Die Digitalisierung der maritimen Verkehrssicherheit ist für uns eine strategische Aufgabe, um die Zukunftsfitness der nationalen und internationalen Seefahrt sicherzustellen“, berichtet der Projektverantwortliche bei der Bundesbehörde. Dabei hätten zwei Aspekte Priorität. Einerseits wolle man Ressourcen bündeln und auf diese Art und Weise mehr Effizienz erreichen. Andererseits werde vermehrt auf ganzheitliche Lösungen anstatt auf singuläre Anwendungen gesetzt. Die WSV dient dabei als Daten-Provider: Einerseits in der Forschung für das Fraunhofer Institut oder das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR), anderseits aber auch für Kunden, die diese Daten operativ einsetzen, wie etwa die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), Lotsen, Militär oder Polizei. Um nicht für jede Aufgabe eine eigene proprietäre Datenschnittstelle aufsetzen zu müssen, sind Webanwendungen und Webservices Mittel der Wahl.

Ganzheitliche Lösungen statt singulärer Anwendungen

Ganzheitliche Lösungen heißt im konkreten Fall: Es kommen vermehrt Webservices zum Einsatz, die signifikante Vorteile bieten. Internetbasierte Services ermöglichen es, dass Anwendungen plattformunabhängig miteinander kommunizieren und sich unterschiedliche Schnittstellen verbinden lassen. Denn: Schnittstellen, die untereinander interagieren, gibt es in der Schifffahrt viele – von Sensoren auf Bojen über Navigationsdaten von Schiffen bis hin zu Daten von Radarpeilungen und Schleusenbelegungen, – um nur einige Beispiele zu nennen. Zudem ist nicht nur die Fülle unterschiedlicher Daten eine Herausforderung, sondern auch die Anzahl der verschiedenen externen Nutzer, die auf diese Daten zugreifen können. Die Konsequenz daraus: Bezüglich der IT-Sicherheit müssen höchste Standards eingehalten werden. Was generell für kritische Infrastrukturen gilt, gilt für den maritimen Verkehr besonders – ein Systemausfall hätte gravierende, teils globale Folgen, wie die Havarie des Containerschiffs „Ever Given“ im Suezkanal deutlich demonstriert hat. Aus diesem Grund war für das System Maritime Verkehrstechnik (SMV) eine hohe Ausfallsicherheit entscheidend, um maximale Redundanz über alle Standorte hinweg sicherzustellen.

Webservices mit der WAAP-Lösung von Airlock schützen

Welche technische Sicherheitslösung zum Einsatz kommen soll, war den Experten in Brunsbüttel schnell klar: Die Webservices und APIs sollten mit einer „Web App und API Protection (WAAP)“ geschützt werden. Es wurde sich schlussendlich für ein Produkt aus dem Hause Airlock entschieden.

Gründe für diesen Entscheid waren die hohe Verfügbarkeit der Lösung sowie der modulare Aufbau des Gateways. Darüber hinaus verfügt Airlock über einen Rahmenvertrag mit dem Beschaffungsamt des BMI, wodurch ein einfacher Bezug der Produkte und Dienstleistungen über das „Kaufhaus des Bundes“ möglich war.

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