Die letzten Wochen der Ausgangssperren haben gezeigt: Den Schulunterricht per Knopfdruck in den virtuellen Raum zu stellen, ist ein Wunschtraum, der in den wenigsten Fällen gelungen ist. Wie unter einem Brennglas wurden die Lücken in der Digitalisierung der deutschen Bildungslandschaft sicht- und vor allem spürbar.
Eltern, Lehrer, Schüler aber auch Beschaffungsverantwortliche und Bildungsträger in den Kommunen waren plötzlich mit enormen Herausforderungen konfrontiert und haben hier Großes geleistet. Und auch wenn nicht immer alles perfekt gelaufen sein mag, so sind dennoch viele kreative Lösungen entstanden. Selbst Menschen, die vorher der Digitalisierung des Unterrichts skeptisch oder gar ablehnend gegenüberstanden, haben sich dem Thema geöffnet. Aus den entstandenen Erfahrungen und der Notwendigkeit, sich damit auseinandersetzen zu müssen, können Sachaufwandsträger und Schulen wichtige Lehren für die nächsten Schritte in der Digitalisierung an Schulen ziehen.
Die große Herausforderung: Präsenz- und Fernunterricht gleichzeitig
Unterricht wird noch bis weit ins neue Schuljahr eine Mischung aus Präsenz- und digitalem Fernunterricht sein. Deshalb sollten Kommunen jetzt die Situation nutzen, um die Infrastruktur und Ausstattung der Schulen in ihrem Verantwortungsbereich auszubauen.
Nun kann es leider nicht das eine Rezept für alle geben, u.a. weil die IT-Infrastruktur an den Schulen in Deutschland sehr unterschiedlich ausgebaut ist. Hinzu kommen die organisatorischen Herausforderungen, die mit der schrittweisen Schulöffnung zu bewältigen sind. Auch hier befinden sich die Kommunen in ganz unterschiedlichen Situationen. Die einen mussten alle personellen Kräfte auf die rasche Bewältigung der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen konzentrieren und setzten Notfallpläne in Kraft.
Verständlicherweise rückten dadurch andere Aufgaben, wie die Bewilligung von Förderanträgen aus Schulen, erst einmal in den Hintergrund. Andere Städte und Kommunen haben die Zeit der leerstehenden Schulen genutzt, um zu installieren. Das war einfacher als im laufenden Schulbetrieb und mit geringem Infektionsrisiko für alle Beteiligten und wird sich jetzt in der Umsetzung auszahlen.
Technische Voraussetzungen schaffen
Deshalb wollen wir diejenigen, die diesen Weg bislang nicht gegangen sind oder nicht gehen konnten, dazu ermutigen, jetzt Maßnahmen einzuleiten, um den DigitalPakt Schule zielgerichtet, zügig und besonnen umzusetzen. Das heißt, konsequent auf Interaktivität im Bereich digitale Bildung zu setzen und, wo das noch nicht geschehen ist, gemeinsam mit den Schulen pädagogisch-technische Konzepte zu erarbeiten.
Als Kommune können Sie dabei unterstützen, die technischen Voraussetzungen für guten zeitgemäßen Unterricht zu schaffen. Hierzu gehören eine zuverlässige Netzwerkinfrastruktur, pädagogische Lerninhalte, die sinnvolle Einbeziehung mobiler Endgeräte und große interaktive Displays. Sie sind für zeitgemäßen Unterricht essenziell.
So hat Frau Prof. Dr. Ursula Fischer bereits 2016 in einer Studie belegt, dass Unterricht an interaktiven Whiteboards auch unter normalen Schulbedingungen die Lernergebnisse fördert. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie von Bildungsforschern der Universität Lancaster, an einem Gymnasium in Nordrhein-Westfalen. Die interaktiven Displays ermöglichen die Visualisierung des Lernstoffes und reizen das technisch Machbare im Sinne der Pädagogik aus. Und außerdem bauen sie auch für weniger technikaffine Lehrkräfte eine Brücke in die digitale Welt. Interaktive Displays werden auch in Zeiten des Fernunterrichts nicht weniger wichtig.
Nachhaltige, pädagogische Lösungen
Pädagogische Software ist in der Anschaffung ebenso wichtig wie die Hardware, denn sie macht die Systeme erst intelligent. Viele Schulen nutzen in der Praxis bereits unterschiedliche pädagogische Lernplattformen. Auch hier gibt es Qualitätsunterschiede. Achten Sie darauf, Software zu beschaffen, die in jahrelanger Entwicklung gemeinsam mit Schulen und Lehrkräften entwickelt worden ist und neben einer technischen Schulung auch didaktische Trainings für Lehrkräfte anbietet. Diese Lernplattformen machen die Interaktion zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern sehr einfach und intuitiv. Das Besondere: Diese Plattformen sind pädagogisch ausgerichtet und können sowohl im Fernunterricht als auch direkt im Klassenzimmer genutzt werden. Die SMART Learning Suite Online ist eine davon.
Unterricht im Schichtbetrieb
Solche Lernplattformen bieten zahlreiche Strukturvorlagen und Instrumente für kollaborativen und interaktiven Unterricht und können auf jedem Endgerät abgespielt werden. Mit ihnen können Lehrkräfte live, aber auch zeitversetzt Unterrichtseinheiten abhalten, Lernstände der Schülerinnen und Schüler abfragen und können so auch gleichzeitig Fern- und Präsenzunterricht abhalten. Das ist interessant, wenn jetzt einige Länder in Schulen Schichtbetrieb einrichten wollen.
Stand: 08.12.2025
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Auch die Inhalte und Arbeitsmaterialien aus anderen Lernumgebungen wie PDFs oder Powerpoint-Präsentationen, können eingebettet werden. Gemeinsam mit Online-Konferenz-Tools wie Teams oder Jitsi.org kann digitaler Unterricht damit auch jetzt schon gut funktionieren.
Präsenz- und Fernunterricht gleichzeitig
Eine gute Schul-IT-Infrastruktur kann Smartphones, Tablets oder Laptop-PC über die pädagogische Software mit dem interaktiven Display verbinden. Dadurch wird der jetzt geforderte gemischte Präsenz- und Fernunterricht möglich: Die Schülerinnen und Schüler können Tafelbilder im Klassenzimmer und von fern mitverfolgen, mit bearbeiten und sogar eigene Inhalte (z.B. Referate) auf der großen Tafel und den Endgeräten ihrer Mitschüler abspielen. Damit können Lehrkräfte auch die gesamte Klasse gleichzeitig unterrichten, auch wenn die Schülerinnen und Schüler in Schichten in die Schule kommen.
Wenn Sie jetzt den DigitalPakt Schule umsetzen und Ausstattung beschaffen, investieren Sie in eine krisensichere Zukunft Ihrer Schulen. Vorreiterinnen wie die Stadt Hamburg zeigen, wie eine Krise gelöst werden kann, wenn die Infrastruktur kontinuierlich ausgebaut wurde. Seit zehn Jahren arbeiten die Schulen dort mit digitalem Unterricht. So konnten in der Coronakrise teilweise ganze Schulen innerhalb einer Woche auf Fernunterricht umgestellt werden. Um das zu realisieren, achten Sie bitte bei der Beschaffung darauf, dass die Technik in der Bedienung der Pädagogik folgt, nicht umgekehrt! Dabei ist es essenziell, nicht nur die Hardwarekosten, sondern auch Betriebs-, Wartungs- und Energiekosten für die nächsten Jahre mit zu budgetieren. Hier ergeben sich große Unterschiede in den Folgekosten.
Förderanträge zügig bearbeiten
Kommunen können ihre Schulen unterstützen, indem sie die Bewilligung der Förderanträge wieder weiter oben auf die Prioritätenliste setzen. Bauen Sie dabei auf die Erfahrung von Anbietern, die sich seit vielen Jahrzehnten auf die Anforderungen von Schulen spezialisiert haben. Schaffen Sie jetzt die technischen Voraussetzungen für digitales Lernen. Dann können Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler miteinander im Klassenverbund weiterlernen auch wenn sie schrittweise oder im Schichtbetrieb zurück in die Schule kommen. Sie stellen heute nachhaltige Weichen für die Zukunft der Bildungslandschaft in ihrer Region.
*Die Autorin: Edith Laga ist als State Advocate für SMART Technologies mit verschiedenen Bildungsforschern in engem Kontakt und berät auf Anfrage Schulen und kommunale Träger sowie politische Entscheidungsträger in Fragen der digitalen Bildung und zur pädagogisch sinnvollen Integration von Technologie in den Unterricht.