Die vierte industrielle Revolution Nach WEF: Was Davos nach Berlin bringt

Von Chiara Maurer 3 min Lesedauer

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In einer gemeinsamen Initiative haben das World Economic Forum und der GovTech Campus Deutschland, mit Unterstützung der Stadt Berlin und der deutschen Bundesregierung, die Gründung des Global Government Technology Centre Berlin (GGTC Berlin) bekannt gegeben.

Das World Economic Forum 2024 fand vom 15. bis 19. Januar in Davos statt.(©  World Economic Forum)
Das World Economic Forum 2024 fand vom 15. bis 19. Januar in Davos statt.
(© World Economic Forum)

Mitte Januar fand das jährliche World Economic Forum in Davos statt. Die Veranstaltung wirkt als Plattform, um verschiedene Interessensgruppen zusammenzubringen und so Vertrauen zu schaffen. Ziel ist es, Initiativen für Zusammenarbeit und Fortschritt im Umgang mit weltwirtschaftlichen Herausforderungen aufzubauen. Gemeinsam haben das WEF und der GovTech Campus Deutschland auf dem diesjährigen Treffen die Gründung des Global Government Technology Centre Berlin (GGTC Berlin) verkündet.

Das GGTC Berlin wird sich auf Innovation im öffentlichen Sektor, digitale Transformation und die Anwendung künftiger Technologien in Regierungs- und öffentlichen Organisationen konzentrieren. Als Teil des „Centre for the Fourth Industrial Revolution (C4IR)“-Netzwerks des World Economic Forum soll das neue Zentrum eine entscheidende Rolle bei der Schaffung eines nationalen GovTech-Innovationsökosystems mit einem globalen Netzwerk von Experten und Anwendern einnehmen.

„Dreh- und Angelpunkt für das GovTech-Netzwerk“

Da der technologische Fortschritt seit vielen Jahren die Beziehung zwischen Bürgern, dem Privatsektor und dem Staat grundlegend verändert, gewinnt die Zusammenarbeit bei der Entwicklung entsprechender Lösungen zunehmend an Bedeutung. Dabei müssen alle beteiligten Parteien verstehen, welche Chancen und Risiken dabei entstehen können, um geeignete Technologien zu entwickeln und Herausforderungen zu identifizieren. Wichtig ist dabei auch, strategische Prioritäten gemeinsam anzugehen.

Klaus Schwab, Gründer und Vorsitzender des World Economic Forum, betont: „Das neue Zentrum in Deutschland wird als Dreh- und Angelpunkt für das GovTech-Netzwerk des Forums fungieren und Arbeitsgruppen ins Leben rufen, um bestehende Initiativen auszubauen, die darauf abzielen, das enorme Potenzial digitaler Technologien für effektivere öffentliche Dienstleistungen und die Schaffung neuer öffentlicher Werte zu erschließen.“

Laut Experten könnte der Markt für Regierungstechnologie bis 2028 einen Wert von über 1 Billion US-Dollar erreichen, was, so Schwab, von den Ländern genutzt werden müsse. Er erklärte: „GovTech könnte sich in den kommenden Jahren zu einem der größten Softwaremärkte entwickeln und so den Ländern, denen es gelingt, globale Best Practices zu implementieren und zu skalieren, erhebliche Produktivitätsgewinne bringen.“

Künstliche Intelligenz

Auch bei der Entwicklung moderner KI-Lösungen werde dem neuen Zentrum künftig eine Schlüsselrolle zukommen, wie Deutschlands Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, erklärte: „Das GGTC Berlin wird direkte Auswirkungen auf hochrangige Regierungsinitiativen haben, etwa bei der Förderung von KI-Lösungen für den öffentlichen Sektor. Diese starke Zusammenarbeit zwischen Startups und Regierung kann entscheidend sein für die Entwicklung und Prüfung demokratiekonformer KI-Lösungen.“

Das Zentrum wird die nationale und subnationale Expertise und das Netzwerk des GovTech Campus nutzen und von den globalen Gemeinschaften sowie der technologischen Infrastruktur des World Economic Forum profitieren, um die digitale Transformation der Regierung sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene zu beschleunigen.

Der Regierende Bürgermeister in Berlin, Kai Wegner, betonte dabei außerdem die Bedeutung dieser Partnerschaft für die Innovationslage in der Stadt: „Diese Partnerschaft ist für den Innovationsstandort Berlin von großer Bedeutung und passt hervorragend zur Modernisierungsagenda unserer Stadt.“ Auch spreche die Wahl des Standorts für die Attraktivität Berlins für international tätige Organisationen – „nicht nur im nationalen, sondern auch im internationalen Vergleich.“

Hintergrund

Das Centre for the Fourth Industrial Revolution

Das Centre for the Fourth Industrial Revolution (Zentrum für die vierte industrielle Revoluton) ist eine Plattform für die Zusammenarbeit mehrerer Akteure aus dem öffentlichen und privaten Sektor. Ziel ist es, technologische Vorteile für die Gesellschaft zu maximieren und Risiken zu minimieren.
Das World Economic Forum startete das erste Centre for the Fourth Industrial Revolution in San Francisco im Jahr 2017, gefolgt von Zentren in Japan und Indien. Das Netzwerk umfasst bis heute Zentren in Austin (Centre for Trustworthy Technology), Aserbaidschan, Brasilien, Kolumbien, Detroit (US Centre for Advanced Manufacturing), Deutschland (Global Government Technology Centre), Israel, Kasachstan, Malaysia, Norwegen (HUB Ocean), Ruanda, Saudi-Arabien, Serbien, Südafrika, Telangana (Indien), Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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