Bereitschaft zur Veränderung in der Öffentlichen Verwaltung

Mehr Wertschöpfung mit ITIL 4

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Die Gesprächspartnerin Nadin Ebel(©  Materna)
Die Gesprächspartnerin Nadin Ebel
(© Materna)

Die Herausbildung von Service-Wertschöpfungsketten ist, wie Sie selbst beschreiben, nicht nur ein technisches Unterfangen. Sprechen nicht insbesondere die organisatorischen und personellen Voraussetzungen in der Öffentlichen Verwaltung eher für eine langsame digitale Transformation mit den Mitteln von ITIL 4?

Ebel: Organisationen und Fachpersonal in der Öffentlichen Verwaltung, aber auch die IT mit ihrem Personal, unterliegen besonderen Einflüssen. Zu nennen sind hier das regulatorische Umfeld durch Gesetze und Verordnungen, ein Haushalt teils noch in Kameralistik, die Dynamik des Leistungs-Portfolios in puncto eGovernment bis hin zur Steuerung des Gesamtgebildes. Hinzu kommt der meist hierarchische Aufbau der Organisationsstrukturen. Dies alles beeinflusst die Organisationskultur in den Behörden.

Ich gebe Ihnen recht, dass die anstehenden Veränderungen für die Behörden eine organisatorische Herausforderung darstellen. Allerdings unterstützen Vorgaben wie des eGovG und des OZG die Digitalisierung in den Behörden. Darüber kann die Öffentliche Verwaltung ihre Produkte und Leistungen zunehmend optimieren. Aufbauorganisatorische Aspekte rücken hingegen immer mehr in den Hintergrund.

Stattdessen wird die Zusammenarbeit innerhalb der Organisation und der Ablauf von Prozessen, auch über die Grenzen der eigenen Organisationseinheit hinweg, für Behörden immer wichtiger werden. Der Aufbruch mit ITIL 4 als Best-Practice-Sammlung setzt aber auch beim Personal, ebenso beim Management in der Öffentlichen Verwaltung, einen mentalen Veränderungsprozess voraus.

Sehen Sie aktuell die notwendige Bereitschaft in der Öffentlichen Verwaltung, bei der Projektierung neue Wege zu gehen, und dazu ITIL 4 zur Planung und Umsetzung heranzuziehen?

Ebel: Auch in der Öffentlichen Verwaltung entwickelt sich das Bewusstsein für IT-Service-Management. Demzufolge wird auch hier ITIL zunehmend zu einem Thema zur Verschlankung von Verwaltungsprozessen und für agilere Vorgehensmodelle. Hinzu kommt der wachsende Modernisierungsdruck, trotz oder gerade wegen steigender IT-Komplexität und stagnierender Budgets den internen Wandel aufgrund höherer Online-Anforderungen von Bürgern und Wirtschaft voranzutreiben und in den Griff zu bekommen.

Die Gesprächspartnerin: Nadin Ebel ist als Projektleiterin und Beraterin bei Materna tätig. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen u.a. zu den Themen ITIL, ISO-20000-Zertifizierung, Roll-out-Management, IT-Infrastruktur, Managed Services und Sicherheit. Dazu zählen Betrieb, Beratung und Projektleitung im In- und Ausland. Neben ihrer freiberuflichen Tätigkeit als Lehrbeauftragte und Dozentin ist Nadin Ebel Autorin mehrerer Publikationen.

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