Digitalisierung kennt kaum noch Grenzen Konsolidierung von Fachverfahren, Einsatz von KI und neue Dynamiken

Ein Gastkommentar von Burkhardt Vitt 2 min Lesedauer

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Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung entwickelt sich zunehmend jenseits klassischer föderaler Strukturen. Burkhardt Vitt von Wolters Kluwer Deutschland kommentiert die Entwicklungen, die für die öffentliche Verwaltung in diesem Jahr noch entscheidend sein dürften.

In die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung kommt Bewegung – auch über innerdeutsche Ländergrenzen und verschiedene Anbieter hinweg.(Bild: ©  muhammadriaz - stock.adobe.com)
In die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung kommt Bewegung – auch über innerdeutsche Ländergrenzen und verschiedene Anbieter hinweg.
(Bild: © muhammadriaz - stock.adobe.com)

Konsolidierung über föderale Grenzen hinweg

IT‑Dienstleister und Anbieter von Fachverfahren arbeiten enger zusammen – etwa in Kooperationen zwischen Akteuren aus Bayern und Baden‑Württemberg. So werden Fachverfahren schrittweise bundesweit nutzbar. Ein anschauliches Beispiel ist das Kfz‑Zulassungswesen, wo ein großes Netzwerk an Lösungsanbietern für eine immer größere Verbreitung des marktführenden Systems sorgt.

Solche Partnerschaften beschleunigen Implementierungen und ermöglichen standardisierte Angebote, die unabhängig von föderalen Zuständigkeiten funktionieren. In Kombination mit den zentralen digitalen Dienstleistungen, die sich das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung gemeinsam mit den Ländern Bayern und Hessen für 2026 vorgenommen hat, ist insgesamt Bewegung in der Digitalisierung zu erkennen.

Vorteile für Integration, APIs und Skalierung

Standardisierte Schnittstellen ermöglichen eine reibungslose API‑Anbindung, wodurch neue Lösungen schneller eingeführt werden können und das technische Onboarding für Verwaltungen wie auch Anbieter gleichermaßen einfacher wird. Gleichzeitig steigt die Skalierbarkeit, weil einheitliche Datenzugriffe und klar definierte Integrationswege individuelle Sonderentwicklungen überflüssig machen und Rollouts in die Breite erleichtern. Die geringere technische Komplexität im Betrieb unterstützt die kontinuierliche Weiterentwicklung – Fachinhalte können so effizient, einheitlich und ohne Sonderwege in die Verfahren eingebettet werden.

KI überall – doch Inhalte bleiben der Schlüssel

Kommunen experimentieren derzeit intensiv mit KI‑Lösungen: von automatisierten Prüfprozessen bis zu assistiven Systemen im Verwaltungsalltag. Doch KI ist nur so gut wie die Daten und Inhalte, auf die sie zugreift. Verlässliche, strukturierte und aktuelle Inhalte sind die Grundlage dafür, dass KI ihren Nutzen voll entfalten kann. Fehlen sie, bleibt Potenzial liegen – gerade dort, wo Rechtssicherheit, Nachvollziehbarkeit und fachliche Qualität zählen.

Verwaltung im Generationenwechsel

Parallel wandelt sich die Arbeitskultur: Die Verwaltung wird jünger, digitaler und experimentierfreudiger. Digitalisierung ist heute ein strategischer Schwerpunkt – nicht nur ein Projekt neben vielen. Diese Dynamik begünstigt die Einführung moderner Fachverfahren und KI‑gestützter Lösungen und beschleunigt deren nachhaltige Verankerung.

2026 steht für Standardisierung, Skalierung und sinnvoll eingesetzte KI. Weniger Fragmentierung, bessere Schnittstellen und eine digital affine Generation schaffen die Voraussetzungen, Verwaltungsverfahren schneller, effizienter und inhaltlich fundiert weiterzuentwickeln.

Der Autor
Burkhardt Vitt ist Associate Director Digital Product Management Public bei Wolters Kluwer Deutschland.

Bildquelle: Wolters Kluwer Deutschland

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