Warum Secure-by-Design Vertrauen schafft

KI in der Verwaltung sicher gestalten

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Vertrauen entsteht durch Kontrolle

Vertrauen in KI-gestützte Verwaltungsverfahren entsteht, wenn Behörden digitale Systeme dauerhaft steuern, prüfen und weiterentwickeln. Nachvollziehbare Entscheidungswege, klar geregelte Zuständigkeiten und definierte Eingriffsmöglichkeiten im laufenden Betrieb bilden dafür die Grundlage. Wo Behörden ihre Systeme transparent betreiben und Sicherheitsmaßnahmen systematisch umsetzen, wächst die Akzeptanz digitaler Angebote bei Mitarbeitenden und Bürgern.

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist dafür ein gutes Beispiel: Ihre Akzeptanz und ihr Erfolg hängen maßgeblich davon ab, wie Verantwortliche Sicherheitsfragen adressieren und identifizierte Risiken konsequent bearbeiten. Die etablierten Schutzmechanismen schaffen dafür eine wichtige Basis. Externe Analysen zeigen zugleich, dass komplexe digitale Infrastrukturen einer kontinuierlichen Überprüfung bedürfen. Regelmäßige Audits, transparente Sicherheitsstrategien und ein klar dokumentierter Umgang mit Schwachstellen stärken das Vertrauen in den Betrieb der ePA.

Diese Prinzipien lassen sich direkt auf KI-Systeme in der Verwaltung übertragen. Die Verwaltung etabliert Sicherheit als fortlaufenden Prozess, der regelmäßige Prüfungen, Penetrationstests und klar definierte Sicherheitsabläufe umfasst. Ein schrittweises Vorgehen mit nachvollziehbaren Aktualisierungen fördert die Akzeptanz neuer Systeme und unterstützt einen stabilen Einsatz im sensiblen Verwaltungskontext.

Secure-by-Design schafft dafür die strukturellen Voraussetzungen. Behörden verankern Sicherheitsanforderungen fest in Architektur und Betrieb. Sie dokumentieren Datenflüsse, trennen Rollen klar und gestalten Zugriffe transparent. Sie separieren Entwicklungs-, Test- und Produktivumgebungen eindeutig, erfassen Änderungen revisionssicher und erkennen Abweichungen frühzeitig. Auf diese Weise sichern sie die Kontrolle über KI-gestützte Verfahren.

Diese Kontrollfähigkeit besitzt auch intern eine hohe Relevanz. Mitarbeitende behalten die Verantwortung für Entscheidungen, auch wenn KI unterstützend zum Einsatz kommt. Verwaltungen gestalten Systeme daher verständlich, überprüfbar und steuerbar. Vorgaben wie NIS-2 verankern diese Anforderungen verbindlich. Wo Behörden Entscheidungen erklären, Prüfungen durchführen und Prozesse gezielt nachsteuern, entsteht Vertrauen – im Verwaltungsalltag ebenso wie bei den Nutzer:innen digitaler Verwaltungsleistungen.

Zukunftsfähige Verwaltung braucht resiliente Systeme

KI markiert den Beginn einer neuen Digitalisierungsphase. In den kommenden Jahren rücken die kontinuierliche Überwachung von KI-Systemen, die Absicherung von Lieferketten und die Steuerung externer Plattformen noch stärker in den Fokus. Gleichzeitig wächst die Bedeutung interner Kompetenzen, damit Verwaltungen Sicherheits- und Architekturentscheidungen dauerhaft eigenständig treffen können.

Auch der KI-Betrieb entwickelt sich weiter: Automatisierte Sicherheitsprüfungen, regelmäßige Architektur-Checks und nachvollziehbare Modellpflege gehören bald zum Standard. Secure-by-Design bildet dafür die Grundlage, ersetzt jedoch keine langfristige Sicherheitsstrategie. Erst das Zusammenspiel aus technischer Absicherung, klarer organisatorischer Verantwortung und regulatorischer Einbettung schafft stabile Rahmenbedingungen.

Für eine zukunftsfähige digitale Verwaltung ist daher die Fähigkeit, intelligente Systeme kontrolliert, resilient und vertrauenswürdig zu betreiben, entscheidend. Wer Sicherheit als strategische Daueraufgabe versteht, schafft die Voraussetzungen, KI auch in sensiblen staatlichen Prozessen nachhaltig und verantwortungsvoll einzusetzen.

Der Autor
Okay Güler ist Gründer und CEO von CLOUDYRION. Nachdem er im Banking- und Automotive-Bereich Erfahrung als Ethical Hacker sammeln konnte, gründete Güler 2020 CLOUDYRION.

Bildquelle: CLOUDYRION

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